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Kurzinfo
 Die blonde Witwe
von Robert, B. Parker
ISBN: 3-86532-037-6






18. August 2006

Miriam Hofheinz empfiehlt:
Ein Geschenk von Frank Böhmert

 
Wie ich schon in meinem Logbuch geschrieben habe, hat es mich diesen Monat nach Berlin verschlagen, wo ich unter anderem  Frank Böhmert traf. Frank schrieb im November letzten Jahres in seinem Blog Böhmertshasenbrot  »Robert B. Parker ist Gott!«. Recht hat er! So fanden wir also heraus, dass wir beide Spenser-Fans sind. Und was drückt mir Frank am Montag in Berlin in die Hände? Den neuen Spenser-Roman von Parker! Nach diversen Verlagen werden die Krimis nun im kleinen und feinen  Pendragon-Verlag veröffentlicht.

Spenser ist Privatdetektiv. Er hat eine Karriere als Polizist und Boxer hinter sich. Was er tut, ist nicht immer legal, aber er steht auf der »richtigen Seite«, wie der Polizei-Captain Quirk bestätigt. Soweit hört sich das an wie einer von tausend Krimi-Helden.

Was macht Spenser besonders? Vielleicht, dass er Shakespeare zitiert? Dass er seit 25 Jahren mit Susan zusammen ist, die ihren Psychologie-Abschluss in Harvard gemacht hat? Dass er seine selbstgekochten Delikatessen mit dem Wunderhund Pearl teilt? Dass er mit Hawk einen schwarzen Boxer an seiner Seite hat, dem die Frauen zu Füßen liegen? Das alles und noch so einiges mehr, macht die Geschichten von Spenser zu etwas besonderem. Aber was mir besonders gefällt, ist sein Schreibstil.

Die Bücher bestehen zu mindestens 80 Prozent aus schnellen, charmanten, intelligenten Dialogen. Da wird nicht lange mit Beschreibungen um den heißen Brei herum geschrieben. Das Buch lebt von seinen Dialogen und den kurzen Fakten-Beschreibungen außenrum.

Doch nun endlich zum Buch selbst:
Mary Smith wird des Mordes an ihrem 30 Jahre älteren Mann angeklagt. Ihre Verteidigerin Rita Fiore mit den »schönen Beinen« engagiert Spenser, den Fall zu untersuchen. Die Indizien sprechen eindeutig gegen Mary Smith, aber nachdem Spenser bald verfolgt wird und immer mehr Geld ins Spiel kommt, wird die Sache schnell undurchsichtig. (Hawk: »Ich habe einen Hinweis. Ein Banker, ein Investor, ein Bauunternehmer und ein Anwalt. Sie stehen alle mit dem Mord in Verbindung.« Spenser: »Glaubst du wirklich, da könnte Geld im Spiel sein?« Hawk: »Keine Ahnung. Du bist der Privatdetektiv. Ich bin nur ein Schläger.«) Als dann noch ein Gesprächspartner von Spenser nach dem anderen umkommt, wird es auch für den Privatdetektiv brenzlig. Aber wie bei Spenser-Romanen üblich wird der Fall intelligent und stimmig gelöst. Schade nur, dass die Bücher immer so schnell gelesen sind ...

Der Pendragon-Lerlag hat uns freundlicherweise Kapitel eins als  Leseprobe zur Verfügung gestellt. Also, lest selbst hinein!

Noch ein paar Worte zum Autor:
Robert B. Parker wurde 1932 in Springfield, Massachussets, geboren. Nach seinem Abschluss in amerikanischer Literatur und einem Lehrauftrag an der Universität von Boston widmete er sich ab 1979 hauptberuflich der Schriftstellerei. Seither sind über 40 Spenser-Romane von ihm erschienen, leider bisher nicht alle in Deutschland, was sich hoffentlich durch das Engagement des Pendragon-Verlags bald ändert.

Fazit:
Ich liebe normalerweise dicke Wälzer, und Krimis lese ich eigentlich garnicht, aber Spenser hat es mir einfach angetan. Wer auf intelligente, schnelle und charmante 224 Seiten dicke Krimis steht, sollte sich das Buch unbedingt kaufen!

 Miriam Hofheinz