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Kurzinfo
 Zappas letzter Hit
von Frank Göhre
ISBN: 978-3-86532-050-6






16. Oktober 2007

Klaus N. Frick empfiehlt:
Die Woche der Krimi-Tipps (Teil 2)

 
Eine Grundvoraussetzung dafür, in der PERRY RHODAN-Redaktion zu arbeiten, scheint zu sein, dass man gern liest. Meist liest unsereins Science Fiction und Fantasy, nicht zuletzt auch deshalb, um auf dem Laufenden zu bleiben - immer wieder aber gibt's zwischendurch einen Krimi oder einen Thriller, was dazu beiträgt, dass der Geschmack breiter gefächert ist.

Zudem gibt es immer wieder Kriminalromane, die auch dem PERRY RHODAN-Leser gefallen könnten: literarische Krimis, Frauen-Krimis, Thriller oder humoristische Krimis - die Genres sind hier ähnlich weit gefächert wie bei der fantastischen Literatur.

Diese Faszination für Krimis und artverwandte Literatur wollen wir auch auf die Leser übertragen. Deshalb gibt es in dieser Woche jeden Tag einen »Krimi-Tipp«, um Euch auf einige aktuelle Kriminalromane verschiedener Verlage aufmerksam zu machen. Die müssen nicht unbedingt top-aktuell sein - wichtig ist ja, dass sie Spaß machen ...

Düsterer Hamburg-Krimi
In Szene-Kreisen hat der Autor Frank Göhre einen guten Namen; mir war er bislang unbekannt. Nach Lektüre seines Romans »Zappas letzter Hit« sollte sich das ändern: Seinen Hamburg-Krimi empfand ich als spannend und mitreißend, als eine düster-lakonische Darstellung der Verhältnisse in der Hansestadt, die - so Göhre - von Korruption und Gemeinheit geprägt sind.

Es geht um einen ehemaligen Killer, der unter dem Namen »Zappa« im Kiez von St. Pauli bekannt geworden ist. Nachdem er zuerst seine Frau Renate und dann sich erschossen hat, gilt die Akte Zappa als geschlossen. Doch elf Jahre später kommt seine Tochter Julie nach Hamburg; sie bewegt sich im »Milieu« und will offensichtlich Rache - und sie möchte ein Testament haben, das ihr Vater vor seinem Tod verfasst hat ...

Die beteiligten und ehemaligen Polizisten sind bei Frank Göhre keine strahlenden Helden, sondern zerrissene Charaktere, die ihre Bürden mit sich herumschleppen oder mit ihrer Vergangenheit fertig werden müssen. Dazu kommen Politiker, die ihre eigenen Interessen verfolgen und düstere Geheimnisse hegen, und all dies hängt zusammen mit dem Vermächtnis eines toten Killers. Streng genommen gibt es in diesem Roman keinen einzigen rundum positiven Charakter, sondern nur eine Ansammlung gestrandeter Existenzen.

»Zappas letzter Hit« kommt als Kriminalroman daher, ist in Wirklichkeit aber ein literarisches Bild Hamburgs, wie ich es selten gelesen habe. Zwar schildert der Autor die Ermittlungsarbeit der Polizei, über die er anscheinend genug weiß; in erster Linie scheint es ihm aber darum zu gehen, die Abgründe der hanseatischen Gesellschaft zu beschreiben. Insofern ist der Roman keine ideale Lektüre für den klassischen Krimi-Fan, dem ein solcher Stil womöglich zu derb und zu direkt ist.

Wer aber nach Lektüre abseits des »normalen« Krimis sucht oder den deutschen Vergleich zu amerikanischen Noir-Autoren testen möchte, ist mit »Zappas letzter Hit« wirklich gut beraten. Das Buch ist als Taschenbuch für 9,90 Euro im Pendragon-Verlag erschienen und kann mithilfe der ISBN 978-3-86532-050-6 in jeder Buchhandlung bestellt werden; selbstverständlich auch über Versender wie amazon.de.

 Klaus N. Frick