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Kurzinfo
 Tanz auf dem Regenbogen
von Kinky Friedman
ISBN: 978-3-89320-100-6






19. Oktober 2007

Klaus N. Frick empfiehlt:
Die Woche der Krimi-Tipps (Teil 5)

 
Eine Grundvoraussetzung dafür, in der PERRY RHODAN-Redaktion zu arbeiten, scheint zu sein, dass man gern liest. Meist liest unsereins Science Fiction und Fantasy, nicht zuletzt auch deshalb, um auf dem Laufenden zu bleiben - immer wieder aber gibt's zwischendurch einen Krimi oder einen Thriller, was dazu beiträgt, dass der Geschmack breiter gefächert ist.

Zudem gibt es immer wieder Kriminalromane, die auch dem PERRY RHODAN-Leser gefallen könnten: literarische Krimis, Frauen-Krimis, Thriller oder humoristische Krimis - die Genres sind hier ähnlich weit gefächert wie bei der fantastischen Literatur.

Diese Faszination für Krimis und artverwandte Literatur wollen wir auch auf die Leser übertragen. Deshalb gibt es in dieser Woche jeden Tag einen »Krimi-Tipp«, um Euch auf einige aktuelle Kriminalromane verschiedener Verlage aufmerksam zu machen. Die müssen nicht unbedingt top-aktuell sein - wichtig ist ja, dass sie Spaß machen ...

Ermittlungen auf Hawaii
Es ist Winter in New York, eine Jahreszeit, die ideal dafür geschaffen ist, dass Kinky Friedman in Selbstmitleid zerfließt: Der Country-Sänger und Detektiv sitzt in seinem Loft, unterhält sich mit seiner Katze, raucht gedankenverloren irgendwelches Kraut und wartet darauf, dass irgendetwas passiert. Das geschieht dann doch schneller, als er erwartet hat: Von Hawaii aus meldet sich sein Freund Will Hoover - ihr gemeinsamer Kumpan Mike McGovern ist nämlich spurlos verschwunden. Und da Kinky Friedman zu jenen Menschen gehört, denen Freundschaft trotz aller Spötteleien ernsthaft etwas bedeutet, zieht er los, um seinen Kumpan zu retten ...

Den Ich-Erzähler der Kinky-Friedman-Reihe, die hierzulande neuerdings in kleineren Verlagen publiziert wird, verschlägt es in »Tanz auf dem Regenbogen« an einen anderen Schauplatz. Normalerweise geschehen die Morde und die darauf folgende Aufklärung im Herzen New Yorks, häufig im Greenwich Village, doch diesmal geht es tatsächlich nach Hawaii. Zwischen lockerem Strandleben und geheimnisvollen Eingeborenen-Riten forscht der Detektiv und die muntere Reisegruppe, die ihn begleitet, nach dem verschwundenen Freund - keine sehr einfache Aufgabe, denn fast alle Spuren erweisen sich in rasantem Tempo als Sackgassen.

Wie immer ist es ziemlich sinnlos, die Handlung eines Friedman-Krimis adäquat zusammenzufassen. Letztlich geht es meist nicht um einen konkreten Fall und dessen Lösung, sondern um eine chaotische Abfolge von Ereignissen, in die Kinky und die sogenannten Irregulars verwickelt werden. Man erfährt während der Lektüre viel über New York und die Sicht des »Kinkstahs« auf seine Heimatstadt sowie die Welt, in der er sich bewegt - ein interessanter Einblick in die amerikanische Sichtweise auf den Rest des Universums also, den man sonst selten vermittelt bekommt.

Ganz nebenbei erweist sich »Tanz auf dem Regenbogen« übrigens als ein Roman mit phantastischem Charakter: Bis zuletzt wird nicht klar, was an den alten Hawaii-Geheimnissen dran ist und ob nicht etwa doch irgendwelche Geister ihre Hände im Spiel haben. Zwischen heiligen Mythen, obskuren Totems und uralter Kulte findet Kinky Friedman auf jeden Fall seine Spur - und der Leser mit ihm.

Zum wiederholten Mal habe ich mich bei einem Friedman-Roman bestens unterhalten. Wer auf skurrilen Sprachwitz und originelle Wendungen steht, ist hier sehr gut bedient. Der Roman ist in der Edition Tiamat erschienen, einem kleinen Verlag aus Berlin, und umfasst 192 Seiten inklusive eines Nachwortes. Mit Hilfe der ISBN 978-3-89320-100-6 kann das Taschenbuch in jeder Buchhandlung bestellt werden, auch bei Versendern wie amazon.de; es kostet 14 Euro.

 Klaus N. Frick