24. Oktober 2007
In den nächsten Wochen dürfte die zweite Ausgabe der Zeitschrift »Pandora« erscheinen; da ist es dringend an der Zeit, dass ich auf der PERRY RHODAN-Homepage die Erstausgabe vorstelle. Das Magazin, dessen Werbe-Aussage »Internationale Phantastik vom Feinsten« absolut berechtigt ist, möchte ich allen Leserinnen und Lesern ans Herz legen, die sich für sowohl anspruchsvolle als auch unterhaltsame Kurzgeschichten und Erzählungen interessieren - im Bereich der fantastischen Literatur, versteht sich.
»Pandora« erscheint im Großformat, ist im Prinzip also ein größeres Paperback, das beeindruckend gut gestaltet und gedruckt worden ist. Auf über 250 Seiten serviert die Redaktionsmannschaft des Berliner
Shayol-Verlages internationale Kurzgeschichten sowie Artikel zur fantastischen Literatur und Buchbesprechungen. Nach Angaben des Verlages wurden für die Vorbereitung des Magazins hunderte von internationalen Zeitschriften durchforstet - der Erfolg lässt sich an der Qualität des Inhaltes festmachen.
Beeindruckend ist beispielsweise die Kurzgeschichte des britischen Science-Fiction-Altmeisters James Graham Ballard. In »Die Botschaft vom Mars« schildert er eine Expedition zum Nachbarplaneten der Erde und eine Rückkehr der besonderen Art: Die mediale Berichterstattung schäumt weltweit hoch, so dass die Astronauten ihre eigene Methode finden müssen, damit umzugehen. Die satirische Geschichte wirft so einen amüsanten Blick auf die Weltraumträume des 21. Jahrhunderts.
Die beeindruckendste Geschichte des Bandes ist für mich »Ein Loch in der Stadt«, verfasst von Richard Bowes. Der Autor greift darin den Einsturz des World Trade Centers am 11. September auf, vermengt dies mit einer fantasievollen Idee und erzeugt so einen düsteren Blick auf New York, den ich in dieser Form noch nie gelesen habe.
Weitere Kurzgeschichten in dieser Ausgabe stammen von dem deutschen Schriftsteller Dietmar Dath (es geht um Buchhandlungen und Aliens ...) oder von dem amerikanischen Bestseller-Autor Tad Williams (eine märchenhafte Erzählung, deren Kern aber ein sehr ernsthafter ist) sowie weiteren Schriftstellern.
Selbstverständlich gibt es nicht nur erzählende Texte in »Pandora«. Autoren wie Ursula K. Le Guin oder David Pringle schreiben sachkundig über Science Fiction und ihre Protagonisten. Aktuelle Romane und Autoren werden ausführlich vorgestellt, hinzu kommen Buchbesprechungen sowie zahlreiche Illustrationen.
Wie nicht anders zu erwarten, sind alle Texte auf einem hohen Niveau. Übersetzungs- und Grammatikfehler fielen mir keine auf, was selten genug ist. Die »Pandora«-Lektüre gestaltet sich somit abwechslungsreich und spannend; ich habe im Verlauf der letzten Wochen immer mal wieder nach dem Magazin gegriffen, um eine Geschichte oder einen Artikel zu lesen.
Um es kurz zu machen: Wir müssen froh sein, hierzulande endlich ein solches Magazin zu haben. Ich halte es für eine Pflichtlektüre und empfehle jedem SF-Fan, sich ein Abonnement von »Pandora« zu holen.
Die Einzelausgabe gibt es für 14,90 Euro bei allen Buchhandlungen; mit Hilfe der ISBN 978-3-926126-69-6 kann jede Buchhandlung und jeder Direkt-Versender (etwa amazon.de) die Erstausgabe bestellen. Wer direkt beim Shayol-Verlag abonniert, erhält allerdings das Jahres-Abonnement über zwei Ausgaben für nur 20 Euro, was ein preislicher Vorteil ist.
Übrigens muss niemand die Katze im Sack kaufen. Erfreulicherweise gibt es auf der Homepage des Verlages zahlreiche
Leseproben zu den Kurzgeschichten und anderen Texten. Wer also in die Ballard- oder in die Williams-Geschichte hineinlesen will, sollte es einfach tun - es lohnt sich allemal!
Klaus N. Frick