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Kurzinfo
 »Die dunkle Botschaft des Verführers«
von Roberto Mistretta
ISBN: 978-3-7857-1594-9






31. März 2008

Klaus N. Frick empfiehlt:
Die Woche der Krimi-Tipps (Teil 1)

 
Wieder einmal bieten wir auf der PERRY RHODAN-Homepage eine Woche der Krimi-Tipps an - das heißt, dass wir Euch jeden Tag einen Roman vorstellen, der originell und spannend ist und der auch einen Science-Fiction-Fan interessieren dürfte. Dabei ist die Vielfalt groß: Vom italienisch-literarischen Autor Camilleri über einen Jugend-Krimi und einen Thriller reicht die Runde diesmal bis hin zu einem Krimi, der in Amsterdam spielt, und zu einem Regionalkrimi mit Phantastik-Touch. Wir versprechen: Das lohnt sich!

Sizilianische Ermittlungen
Nachdem Commissario Montalbano bei den deutschen Lesern auf so große Begeisterung gestoßen ist - die Romane verkauften sich bestens -, ist es wohl an der Zeit, einen zweiten sizilianischen Ermittler ins Krimi-Rennen zu schicken: Während Andrea Camilleris Held Montalbano eher gemütlich essend und weintrinkend an seinen Fällen arbeitet, lässt der deutlich jüngere Roberto Mistretta seinen Maresciallo Bonanno tiefer im Sumpf wühlen und sich mit der Mafia, mit Prostitution und anderen unangenehmen Dingen anlegen.

»Die dunkle Botschaft des Verführers« orientiert sich in punkto Optik und Titelgestaltung absolut an den Camilleri-Romanen - da weiß der Leser gleich, was er hat. Sogar die Unterzeile »Maresciallo Bonanno ringt um Fassung« passt zu dem berühmteren Kollegen; man könnte meinen, der Verlag baue hier schon einen Nachfolger für den bereits 82 Jahre alten Bestseller-Autor auf.

Dabei weiß Roberto Mistretta durchaus mit einer sehr eigenständigen Geschichte aufzuwarten. Natürlich geht es auch bei seinem Kommissar um private Angelegenheiten: In diesem Fall plagt er sich mit dem Hund seiner halbwüchsigen Tochter und anderen Problemen herum. Und wenn sich der sizilianische Maresciallo Bonanno mal nicht ärgert, isst er gern. Da passt eigentlich ein Mord in Zuhälterkreisen überhaupt nicht ins Konzept.

Recht schnell wird der Roman spannend und zugleich unappetitlich; das ist kein Argument gegen die Qualität - der Autor schildert die Hintergründe seines Falls eben entsprechend intensiv, und das ist sicher nicht jedermanns Sache. Keine »leichte« Lektüre aufgrund des düsteren Hintergrundes (Kinderprostitution), wenngleich der Roman sehr flott geschrieben ist und sich leicht konsumieren lässt.

Das in der  edition Lübbe erschienene Hardcover umfasst 315 Seiten und kostet 18 Euro; die Lektüre ist für den Freund italienischer Krimis auf jeden Fall empfehlenswert. Mit Hilfe der ISBN 978-3-7857-1594-9 kann der Roman in jeder Buchhandlung bestellt werden, ebenso über Versender wie amazon.de.

 Klaus N. Frick