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Kurzinfo
 Todesregen
von Dean Koontz
ISBN: 978-3-453-01678-0






30. April 2008

Klaus N. Frick empfiehlt:
Zwischen Horror, Thriller und SF

 
Es beginnt mit einem fürchterlichen Regen, der die gesamte Nacht hindurch anhält. Doch es ist kein normaler Regen, wie die junge Schriftstellerin Molly Sloan bald merkt: Tiere haben offensichtlich Angst vor dem Unwetter, und die vom Himmel prasselnden Wassermassen bringen einen unangenehmen Geruch mit sich. Hier geht eindeutig etwas nicht mit »rechten Dingen« zu. Zusammen mit ihrem Mann Neil muss sich Molly mit einer Natur auseinandersetzen, die unter dem ununterbrochenen Regen aus den Fugen zu geraten scheint.

Überall geht die Welt im Dauerregen unter, begleitet von unheimlichen Phänomenen. Erst nach einiger Zeit bemerken die Menschen auf der Erde - und die zwei jungen Helden über das noch funktionierende Fernsehen -, dass es keine Naturkatastrophe ist, sondern die Tat übermächtiger Außerirdischer.

Irgendwann sammeln sich die Menschen ihrer Gemeinde, um gemeinsam dem Bösen zu begegnen. Die Allianz hält nicht lange. Und während die grauenvolle Verwandlung der Natur beginnt - Pilz überwuchert die Bäume, seltsame Tiere huschen durchs Gestrüpp -, trifft Molly auf ihren Vater, einen fünffachen Kindsmörder, der eigentlich im Gefängnis sitzen sollte. Spätestens ab diesem Moment wird klar, dass mehr hinter all dem Unglück steckt als »nur« ein Regen oder auch »nur« irgendwelche Außerirdischen.

Dean Koontz gehört zu Recht zu den beliebtesten amerikanischen Bestseller-Autoren. Seine Romane spielen mit dem fantastischen Genre und zeichnen sich durch knappe, meist überzeugende Charakterbeschreibungen aus. Gern stößt der Autor seine Helden in fürchterliche Bedrängnis, um sie dann irgendwann auf mehr oder weniger gelungene Weise daraus zu befreien.

Das macht den Roman »Todesregen« ein wenig berechenbar. Recht schnell wird klar - wenn man in der Lage ist, gedruckte Worte rückwärts zu lesen ... -, dass mehr hinter dem Todesregen steckt, als die Helden es ahnen. Und dann ist dem Leser auch irgendwann klar, dass die Handlung auf einen Höhepunkt zusteuert, der mit religiösen Motiven überladen ist. Wie Koontz das darstellt, ist allerdings gelungen und macht Spaß.

Der Roman ist spannend, die Szenarien wirken überzeugend, und die Schockeffekte sind gut herausgearbeitet. Dank des Kniffs, die Szenen aus der Sicht einer jungen Schriftstellerin mit dunkler Vergangenheit zu schildern, kann der Autor von Anfang an eine moralische Ebene in seinem Roman verwenden. Der Stil ist geschliffen und einfach zugleich; man hetzt als Leser geradezu durch die Seiten, lässt sich immer stärker in die sich verändernde Welt hineinsaugen und überlegt vor allem die ganze Zeit, wie diese fürchterliche Veränderung denn eigentlich irgendwann einmal enden soll.

»Todesregen« ist sicher kein Roman, der in eine »perfekte« Bibliothek gehört. Aber es ist ein sehr spannender Roman, der haarscharf auf der Grenze zwischen Horror und Science Fiction balanciert und starke Thriller-Elemente aufweist. Perfekte Unterhaltung, bei dem einem nie langweilig werden dürfte.

Der Roman ist als Hardcover im Heyne-Verlag erschienen. Die 400 Seiten kosten 19,95 Euro - mit Hilfe der ISBN 978-3-453-01678-0 kann das Buch in jeder Buchhandlung oder auch über Versender wie amazon.de bestellt werden. (Wer mag, kann auf das Taschenbuch warten, das im August 2008 erscheinen soll, ebenfalls bei Heyne und unter der ISBN 978-3-453-43336-6.)

Interessante Hinweise zum Autor finden sich auf der Homepage der deutschen  Koontz-Community; wer eine  Leseprobe zum Buch antesten möchte, wird auf der Seite des Verlags fündig.

 Klaus N. Frick