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Kurzinfo
 Nemesis von den Sternen
von Hans Kneifel
ISBN: 978-3-936229-72-1






16. Mai 2008

Klaus N. Frick empfiehlt:
Planetenabenteuer mit Prospektoren

 
Spätestens seit den 90er Jahren zählt der PERRY RHODAN- und ATLAN-Autor Hans Kneifel zu den beliebtesten deutschsprachigen Schriftstellern im Genre des historischen Romans. Dass er für diese Beliebtheit schon in den sechziger Jahren die Grundlagen erarbeitete, beweist der Roman »Nemesis von den Sternen«, der erstmals 1966 als TERRA-ROMANHEFT erschien.

Die Handlung ist klar strukturiert: Eine aus Terranern und Denebern bestehende Gruppe von Prospektoren erforscht einen unbekannten Planeten. Als in der Nähe ein unbekanntes Raumschiff abstürzt, kommen die vier Männer gegen ihren Willen in Kontakt zu einem Außerirdischen. Dieser erweist sich als tödliche Gefahr, als Abgesandter eines fremden Volkes, das die terranische Menschheit unterdrücken möchte. Zwischen den Prospektoren und dem Alien, der zu allem Überfluss auch noch Gestaltwandler ist, beginnt ein gnadenloser Wettkampf ...

Der Roman erschien bereits im Jahr 2006 als Paperback in der Reihe »Utopische Welten Solo« des kleinen aber feinen Mohlberg-Verlages; der Autor bearbeitete das Werk vor dieser neuerlichen Veröffentlichung ein wenig, beließ aber die grundsätzliche Ausrichtung. Bei mir dauerte es jetzt seine Zeit, bis ich dazu kam, mich genauer auf die Lektüre einzulassen. Der unterhaltsame Roman machte mir dann auch prompt Spaß.

Auf 72 Seiten erzählt Hans Kneifel ein spannnendes Planetenabenteuer, wie man es in den 60er Jahren zu Hauf bekam - ein heutiger Autor müsste aus derselben Idee ein Garn von mehr als 500 Seiten spannen. Personen werden kurz charakterisiert, Handlungen finden im Schnelldurchlauf statt. Heute wäre eine Odyssee entlang eines Flusses auf einem fremden Planeten das Thema für hundert Seiten; bei Hans Kneifels Roman war das 1966 und ist es das 2006 in der Bearbeitung auch »nur« ein Stoff für drei Seiten.

Selbstverständlich gibt es einige Punkte, die heutigen Geschmäckern größtenteils nicht positiv auffallen werden: Die Handlung ist unterm Strich sehr vorhersehbar, und die Idee wird heute niemand mehr als originell betrachten. Dass weibliche Charaktere komplett fehlen und sich die Handlung auf Männer sowie einen Außerirdischen beschränkt, würde heute kein Lektor mehr »durchlassen«. Ähnliches gilt für die klare Schwarz-Weiß-Malerei: Die Guten sind gut, und der Böse ist böse - alles sehr überschaubar.

Gleichzeitig aber erweist sich der Roman als ökologisch orientiert, für das Jahr 1966 beileibe nicht normal. Die Protagonisten machen sich über ihre Umwelt Gedanken, sie stellen auch ihre eigene Handlung in Frage. Dies geschieht nicht in seitenlangen Gesprächen, sondern wird in überschaubarer Länge angerissen; im Jahr 1966 war dies ausgesprochen modern.

»Nemesis von den Sternen« ist kein Meisterwerk der Science Fiction, und als solches sollte man den Roman nicht betrachten: Hierbei handelt es sich um ein Frühwerk Hans Kneifels, der aber hier bereits seine typischen Stärken in punkto Beschreibungen und Dialoge zeigt. Vor allem für Fans, die nur die Romane des »reifen« Autors der 90er Jahre kennen, ein sehr interessanter Einblick!

Das Buch kostet 7,90 Euro; mit Hilfe der ISN 978-3-936229-72-1 können es Interessierte in jeder Buchhandlung bestellen. Selbstverständlich gibt es das Buch auch bei einschlägigen Versandhändlern wie Amazon.de.

 Klaus N. Frick