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Kurzinfo
 »Kampfstern Galactica«
von Idee: Ronald D. Moore


 »Battlestar Galactica«
von Idee: Ronald D. Moore




4. Juli 2008

Björn Berenz empfiehlt:
Helden meiner Kindheit im neuen Gewand

 
Schon als Kind habe ich im Fernsehen alles geliebt, was den Science-Fiction-Stempel aufgedrückt bekam. Neben »Star Wars«, »Star Trek« und »Captain Future« gehörte natürlich auch der »Kampfstern Galactica« zu meinem Favoritenkreis. Zu jeder sich bietenden Gelegenheit schaute ich mir diese Serie an, schmunzelte über den Roboter-Hund, wunderte mich über die Helme ohne Visier und war beeindruckt von den Katapultstarts der Raumgleiter, die eine verblüffende Ähnlichkeit mit den X-Wing-Fightern aus »Star Wars« hatten.

Zwei Jahrzehnte später schwebte der Kampfstern nur noch als verschwommene Kindheits-Erinnerung vor meinem geistigen Auge. Umso überraschter war ich von dem TV-Remake, neudeutsch »Battlestar Galactica« getauft, das in den USA mit fantastischen Einschaltquoten ausgestrahlt wurde.

Bereits die ersten Minuten des Pilotfilms haben mich völlig von den Socken gehauen. Story, Charaktere und die Kulisse fesseln einen sofort! Vieles erinnert an die Original-Serie, und doch ist nichts wie damals: Starbuck ist jetzt eine Frau, Captain Adama eine richtig coole Haut, und die Zylonen sind nun tatsächlich furchterregende Zerstörungsmaschinen, die sich mit immenser Geschwindigkeit fortbewegen. Auch die Weltraumschlachten sind eine Wucht: Bildgewaltige Szenen, unterlegt von einem japanischen Trommel-Gewitter, und sonst völlige Stille. Passt, schließlich kann sich im luftleeren Raum kein Schall ausbreiten - aber wem sag ich das…

»Battlestar Galactica« ist kein Prequel und auch keine Fortsetzung. Es handelt sich hierbei um eine eigenständige Serie mit neuen Charakteren und Handlungssträngen. Lediglich der Hauptplot mit den Zylonen und die Suche nach einer neuen Welt werden beibehalten. Zwar erinnern hin und wieder einige Namen an das Original, die Protagonisten jedoch sind kaum noch mit ihren Vorgängern vergleichbar. Der heimliche Star der Neuauflage ist Gaius Balter, der als Wissenschaftler an Bord der Galactica ist und von den Illusionen einer unglaublich hübschen Zylonin heimgesucht wird. Welche Rolle Gaius wirklich spielt, wird im Pilotfilm und in der ersten Staffel nicht ersichtlich. Gerade dieser Umstand gibt der Serie eine unerwartete Tiefe. Ein klassisches Gut und Böse gibt es hier nicht.

Zur Story

Seit dem großen Krieg mit den Zylonen sind 40 Jahre vergangen. Einen Gewinner gab es nicht, die letzte Schlacht brachte nur einen Waffenstillstand, und seitdem fehlt von den Zylonen jegliche Spur. Im Laufe der Jahre ist die einstige Bedrohung immer mehr ins Hintertreffen, fast schon in Vergessenheit geraten. Doch der Schein trügt, ihren Rückzug haben die künstlichen Intelligenzen genutzt, um Klone zu entwickeln, die in Nichts von Menschen zu unterscheiden sind. Mit ihnen haben sie Laufe der Zeit die Gesellschaft aller von Menschen bewohnten Planeten infiltriert, um zum finalen Schlag gegen ihre verhassten Schöpfer auszuholen, der nun bevorsteht.

Zunächst machen die Zylonen mit einem Computervirus die gesamte Raumflotte der Menschen kampfunfähig. Derart ungeschützt werden kurz darauf die Bewohner aller zwölf Kolonien in nur wenigen Momenten ausgelöscht. Zur gleichen Zeit tritt das alte, ausgediente Schlachtschiff, die »Battlestar Galactica«, ihre letzte Reise zur endgültigen Stilllegung an. An Bord befinden sich lediglich die Notbesetzung sowie eine ausgewählte Delegation von Journalisten und Politikern, die dem legendären Schiff die letzte Ehre erweisen.

Glück im Unglück: Da die Galactica aufgrund ihres betagten Alters nicht an das zentrale Computersystem des Raumflottenkommandos angeschlossen ist, bleibt sie als einziger Kampfstern vom Virusangriff verschont. Gemeinsam mit anderen Überlebenden macht sich die Galactica nun auf die Suche nach einer neuen Heimat - stets auf der Flucht vor den Zylonen. Doch die Bedrohung ist ganz nah, denn zylonische Klone haben sich bereits unter die Crew der Galactica gemischt …

»Battlestar Galactica« ist eine intelligente, tiefgehende Science-Fiction-Serie, die völlig zu Unrecht im deutschen TV unterging. Jeder Freund von gepflegter Science-Fiction-Unterhaltung wird in dem Pilotfilm sowie der ersten Staffel hervorragende Unterhaltung finden. Deshalb lautet meine Wertung für die imposante Neuauflage: vier von fünf Kampfsternen!

Die DVD zum Pilotfilm der Serie hat eine Länge von 196 Minuten (!) und ist für 7,95 Euro bei Versendern wie amazon.de erhältlich. Die erste Staffel umfasst 13 Episoden mit einer Gesamtspieldauer von 545 Minuten und ist für 29,95 Euro ebenfalls über Versender wie amazon.de erhältlich.

 Björn Berenz