10. Juni 2009
Die Redaktion empfiehlt:
Alternder Rockstar trifft fiesen Geist
Dass Joe Hill der Sohn von Stephen King ist, hat sich mittlerweile wahrscheinlich herumgesprochen. Der junge Autor erwarb sich durch seine Kurzgeschichten einen hervorragenden Ruf; mit »Blind« legte er seinen ersten eigenständigen Horror-Roman vor. Hierzulande ist er zuerst als Hardcover mit Schutzumschlag, dann als Taschenbuch bei Heyne erschienen. Um's vorwegzusagen: Der Roman hat seine Schwächen, unterhält jedoch hervorragend; als Autor von Kurzgeschichten halte ich Joe Hill noch für besser.
Nur: Wer mit einem solchen Debüt aufschlägt, der wird sich garantiert weiter steigern ... Dabei hat sich Hill als Helden keinen sonderlich sympathischen Menschen ausgesucht. Judas Coyne ist nämlich ein Rockstar, allerdings einer, der den Zenit seines Erfolgs schon hinter sich hat und der sich Mitte der fünfzig längst auf alten Erinnerungen ausruht. So wohnt er auf dem Land, verbringt seine Zeit mit wechselnden Gespielinnen und seinen Hunden Angus und Bon, die er nach AC/DC-Mitgliedern benannt hat.
Wenn er noch ein Hobby hat, dann ist es das Sammeln obskurer Gegenstände. So empfindet er es als gute Gelegenheit, als ihm über das Internet tatsächlich ein getragener Anzug angeboten wird, in dem angeblich ein Geist lebt. Das findet Coyne extrem ansprechend, und er lässt seinen Assistenten den Geist bestellen ...
Ganz klar: Wir haben es hier mit einem Horror-Roman zu tun, da passen Geister und andere Dinge wunderbar hinein. Denn dieser Geist, den Coyne nun besitzt, kommt im Prinzip aus seiner eigenen Vergangenheit, er ist ein Abgesandter einer höchst persönlichen Rache, und die lässt sich weder durch Ignoranz noch durch allerlei Tricks vertreiben oder verdrängen. Coyne und seiner Freundin Georgia bleibt nichts anderes übrig, als die Flucht nach vorne anzutreten: Sie müssen von der Ranch verschwinden, auf der sie bislang gelebt haben, und sie müssen den Urheber der geisterhaften Rache finden.
»Blind« ist ein Roman, wie ich ihn liebe: Es geht nicht nur um einen thriller-mäßigen Horror-Roman, der sich immer weiter steigert, sondern es ist zugleich ein Roman über Rockmusik und Aussteiger, über Menschen, die sich an den Rand der Gesellschaft begeben haben und dort ihr Überleben suchen. Judas Coyne ist kein positiver Held, er selbst ist ein Mensch voller Probleme, die er nach außen »bewältigt«, und er wird selbst gegen Ende nicht zu einem positiven Helden - wer klassischen Horror mit ebenso klassischem Happy End mag, wird das nicht unbedingt mögen, kommt aber durch einen ziemlich blutigen Showdown trotzdem auf seine Kosten ...
Joe Hills Roman ist über alle 430 Seiten hinweg spannend; eine zeitweise sehr hektische Spannung, die an Intensität immer dann gewinnt, wenn es auf die persönliche Ebene geht, eine eher gemächliche Spannung, wenn die beiden »Helden« unterwegs sind und sich »einfach nur« unterhalten. Ich fand das Buch extrem unterhaltsam; es gibt nebenbei einen interessanten Einblick in das »normale« Leben vieler gewöhnlicher Amerikaner, und das empfand ich zusätzlich als lesenswert.
Die Hardcover-Ausgabe des Buches kostet 19,90 Euro; sie ist mit Hilfe der ISBN 978-3-453-26546-2 in allen Buchhandlungen und über Versender wie amazon.de zu erhalten. Ähnliches gilt für den Bezug der Taschenbuch-Ausgabe: Sie kostet nur 8,95 Euro und hat die ISBN 978-3-453-56512-8. Letztlich ist es jetzt eine Frage des Buchgeschmacks, für welche Ausgabe man sich entscheidet - wer spannende Romane mag, ist auf jeden Fall bestens bedient.
Nur: Wer mit einem solchen Debüt aufschlägt, der wird sich garantiert weiter steigern ... Dabei hat sich Hill als Helden keinen sonderlich sympathischen Menschen ausgesucht. Judas Coyne ist nämlich ein Rockstar, allerdings einer, der den Zenit seines Erfolgs schon hinter sich hat und der sich Mitte der fünfzig längst auf alten Erinnerungen ausruht. So wohnt er auf dem Land, verbringt seine Zeit mit wechselnden Gespielinnen und seinen Hunden Angus und Bon, die er nach AC/DC-Mitgliedern benannt hat.
Wenn er noch ein Hobby hat, dann ist es das Sammeln obskurer Gegenstände. So empfindet er es als gute Gelegenheit, als ihm über das Internet tatsächlich ein getragener Anzug angeboten wird, in dem angeblich ein Geist lebt. Das findet Coyne extrem ansprechend, und er lässt seinen Assistenten den Geist bestellen ...
Ganz klar: Wir haben es hier mit einem Horror-Roman zu tun, da passen Geister und andere Dinge wunderbar hinein. Denn dieser Geist, den Coyne nun besitzt, kommt im Prinzip aus seiner eigenen Vergangenheit, er ist ein Abgesandter einer höchst persönlichen Rache, und die lässt sich weder durch Ignoranz noch durch allerlei Tricks vertreiben oder verdrängen. Coyne und seiner Freundin Georgia bleibt nichts anderes übrig, als die Flucht nach vorne anzutreten: Sie müssen von der Ranch verschwinden, auf der sie bislang gelebt haben, und sie müssen den Urheber der geisterhaften Rache finden.
»Blind« ist ein Roman, wie ich ihn liebe: Es geht nicht nur um einen thriller-mäßigen Horror-Roman, der sich immer weiter steigert, sondern es ist zugleich ein Roman über Rockmusik und Aussteiger, über Menschen, die sich an den Rand der Gesellschaft begeben haben und dort ihr Überleben suchen. Judas Coyne ist kein positiver Held, er selbst ist ein Mensch voller Probleme, die er nach außen »bewältigt«, und er wird selbst gegen Ende nicht zu einem positiven Helden - wer klassischen Horror mit ebenso klassischem Happy End mag, wird das nicht unbedingt mögen, kommt aber durch einen ziemlich blutigen Showdown trotzdem auf seine Kosten ...
Joe Hills Roman ist über alle 430 Seiten hinweg spannend; eine zeitweise sehr hektische Spannung, die an Intensität immer dann gewinnt, wenn es auf die persönliche Ebene geht, eine eher gemächliche Spannung, wenn die beiden »Helden« unterwegs sind und sich »einfach nur« unterhalten. Ich fand das Buch extrem unterhaltsam; es gibt nebenbei einen interessanten Einblick in das »normale« Leben vieler gewöhnlicher Amerikaner, und das empfand ich zusätzlich als lesenswert.
Die Hardcover-Ausgabe des Buches kostet 19,90 Euro; sie ist mit Hilfe der ISBN 978-3-453-26546-2 in allen Buchhandlungen und über Versender wie amazon.de zu erhalten. Ähnliches gilt für den Bezug der Taschenbuch-Ausgabe: Sie kostet nur 8,95 Euro und hat die ISBN 978-3-453-56512-8. Letztlich ist es jetzt eine Frage des Buchgeschmacks, für welche Ausgabe man sich entscheidet - wer spannende Romane mag, ist auf jeden Fall bestens bedient.





