16. Juni 2009

Die Redaktion empfiehlt:
Phantastik-Magazin im Taschenbuch-Format

Phase X - Magazin für Phantastik 6: Außerirdische, Fabelwesen und Dämonen
von Ulrich Blode und Michael Schmidt
ISBN: 978-3941258105
Mit der aktuellen sechsten Ausgabe hat sich »Phase X« erneut gesteigert. Das »Magazin für Phantastik«, so der Untertitel, das im kleinen, aber feinen Atlantis-Verlag erscheint, wurde von mir bislang als gut gemachtes Fanzine betrachtet; künftig werde ich es wohl als Magazin bezeichnen. Die vorliegende Ausgabe wirkt professionell im positiven Sinn und überzeugt sowohl inhaltlich als auch optisch.

Doch erst mal der Reihe nach: Das Team um die beiden Chefredakteure Ulrich Blode und Michael Schmidt hat eine Ausgabe zum übergreifenden Thema »Außerirdische, Fabelwesen und Dämonen« zusammengestellt, in dem sich Artikel, Interviews und eine Kurzgeschichte zu einem harmonischen Ganzen fügen. So gibt es Artikel, die sich mit dem »Antlitz der Phantastik« beschäftigen, sprich, mit dem Aussehen von allerlei Fabelwesen, oder Artikel, die »Fabelwesen aus 1001 Nacht« oder die insektoiden Wesen in Alan Dean Fosters Romanen vorstellen.

Ein umfangreicher Artikel widmet sich dem großen Schriftsteller Ray Bradbury, und es gibt einen Nachruf auf den unlängst verstorbenen Michael Crichton. Das Interview mit dem Comic-Künstler Mike Mignola, der unter anderem »Hellboy« geschaffen hat, ist nicht sehr umfangreich; detaillierter verläuft hingegen das Gespräch mit dem amerikanischen SF- und Fantasy-Schriftsteller Alan Dean Foster. Auch das Interview mit dem deutschen Fantasy-Bestsellerschreiber Wolfgang Hohlbein fand ich interessant, weil es auf andere Themen einging - so war mir seine Heavy-Metal-Verbindung nicht bekannt.

Spannend und lesenswert ist die Kurzgeschichte »Ein Spion auf Europa« des britischen Schriftstellers Alastair Reynolds, die Dirk van den Boom übersetzt hat. Die Story erscheint in »Phase X« als deutsche Erstveröffentlichung, ein Beleg für das gewachsene Selbstbewusstsein des Magazins. Unterm Strich ist es eine Krimi-Geschichte, die auf Basis einer komplexen Science-Fiction-Idee sehr gut funktioniert.

Dazu kommen Buchbesprechungen, in diesem Fall vor allem aus kleinen Verlagen. Wie alle anderen Texte dieses Magazins sind diese sachkundig geschrieben und machen auf die vorgestellten Romane neugierig.

Das Layout ist sauber und korrekt; ich persönlich fand die sogenannte Randspalte manchmal zu stark eingesetzt. Aber das ist Geschmackssache. Letztlich ist »Phase X« ein Magazin im Taschenbuch-Format, dessen Zweispalten-Layout für eine gute Lesbarkeit sorgt; die schwarzweiß gestalteten Innenseiten weisen viele Fotos und Abbildungen auf.

Nach der Lektüre von »Phase X« war ich sehr zufrieden: Das Magazin ist unterhaltsam und informativ zugleich. Manche Artikel, wie die über die Fabelwesen, sind eher Zusammenfassungen bekannter Themen, während andere Beiträge stärker in die Tiefe gehen. Man verzichtet erfreulicherweise auf zu viele literaturwissenschaftliche Einblendungen, so dass das Magazin für jeden Fan der phantastischen Literatur gut lesbar ist.

Die sechste Ausgabe von »Phase X« ist 116 Seiten stark und kostet 6,90 Euro. Mit der ISBN 978-3-941258-10-5 kann es überall im Buchhandel bestellt werden, ebenso über Versender wie amazon.de oder selbstverständlich direkt über den Verlag. Wer sich für Hintergründe zur phantastischen Literatur interessiert, wird sein Vergnügen an dem Magazin haben!


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