19. November 2009

Die Redaktion empfiehlt:
Ein Kalender mit Retro-Futurismus

Visionen 2010
von Klaus Bürgle
ISBN: 978-3838410036
Einen Kalender haben wir auf der PERRY RHODAN-Homepage bislang noch nicht empfohlen - im November aber, wenn sich die meisten Menschen überhaupt erst Gedanken über einen Kalender fürs nächste Jahr machen, bietet es sich an, ein brillantes Werk zu präsentieren. Der Titel des großformatigen Kalenders ist »Visionen 2010«, und er zeigt beeindruckende Bilder des Grafikers und Illustrators Klaus Bürgle.

In den fünfziger und sechziger Jahren schuf Bürgle seine bekannten Grafiken, die unter anderem in der Reihe »Das Neue Universum« erschienen. Sie zeigten eine Welt der Zukunft, wie sie damals durchaus glaubhaft erschien: Techniken zur Stromerzeugung, der Verkehr der nahen Zukunft, Siedlungen auf dem Mond oder auf dem Grund der Ozeane, generell die Kultur und die Arbeitswelt einer Zeit, die in der Ferne lag.

(Kurzer biografischer Einschub: Ich erinnere mich selbst noch gut an die Zeit, in der ich diese Bücher in der örtlichen Bibliothek ausleihen konnte. Die Bücher enthielten Artikel und Kurzgeschichten, richteten sich an Jugendliche wie mich, wurden aber auch gerne von den Erwachsenen gelesen. Ein Bürgle-Bild, von dem ich heute nicht mehr weiß, woher ich es hatte, hing damals in meinem Kinder- und Jugendzimmer - ich erkannte es aus der Erinnerung wieder, als ich auf Basis des hier präsentierten Kalenders recherchierte.)

Der Zeichner war 1926 in Stuttgart geboren worden. Nach einer künstlerischen und akademischen Ausbildung machte er sich bereits 1953 als Grafiker selbständig. Seine Werke wurden in einer Vielzahl von populärwissenschaftlichen Büchern und Zeitschriften publiziert; er war sowohl für Covers als auch für Poster und Innenillustrationen verantwortlich. In den letzten Jahren war es ruhig um ihn geworden, und es ist unter anderem der Homepage »Retro-Futurismus« zu verdanken, dass man mehr über ihn weiß.

Der jetzt vorliegende Kalender zeigt Visionen der sogenannten Welt von Morgen, wie man es sich in der damaligen Wirtschaftswunderzeit vorstellte. Die Technik schien damals keine Krisen zu kennen; zumindest konnte man sich keine vorstellen, und man schien von einem technischen Triumph zum nächsten zu eilen. Entsprechend positiv wirken die Graphiken, die im Großformat 50 auf 44 Zentimeter hervorragend zur Geltung kommen.

Der Kalender enthält zwölf Monatsblätter sowie ein Foliendeckblatt; hinzu kommen erläuternde Texte, die den Vergleich zwischen damaliger Voraussicht und der tatsächlichen Entwicklung von Wissenschaft und Technik erlauben. Ich empfehle ihn vor allem jenen Science-Fiction-Fans, die ein Herz für Nostalgie und den bewussten Blick in die Vergangenheit haben. Klaus Bürgles Bilder lassen sich auch heute mit Genuss betrachten; sie haben einen hyperrealistischen Anstrich, der zu ihrer Zeit sicher auch Zeichner wie Johnny Bruck beeinflusste.

Wer ein bisschen mehr von den Motiven sehen will, dem empfehle ich, sich durch die Homepage des Ackermann-Kalenderverlages zu klicken. Dort können die einzelnen Kalenderblätter angesteuert und in Vergrößerung betrachtet werden; allein das sollte schon ein wenig Spaß bereiten.

Der empfohlene Preis liegt bei 24,95 Euro. Da es bei Kalendern nicht unbedingt eine Preisbindung gibt, wird der Kalender beispielsweise bei amazon.de für 16,95 Euro angeboten. Man kann ihn aber in jeder Buchhandlung kaufen; mit der ISBN 978-3-8384-1003-6 kann er überall bestellt werden.