23. Oktober 2006

Die Auslieferung von PERRY 131 an die Bahnhofskioske in diesen Tagen ist ein guter Anlaß, um Euch Einblick in ein paar Hintergründe zu geben. Und für uns vielleicht die Möglichkeit, viele Leser für die Unterstützung von PERRY und der ALLIGATOR FARM zu gewinnen.
Denn ein PERRY-Comic herzustellen, das ist kein reines Zuckerschlecken! Natürlich wäre es schön, sich aufs Zeichnen und Schreiben der Hefte zu konzentrieren, aber am Ende dieser ungemein aufwendigen Arbeit zählen die harten Fakten: Wo kommt das Geld her, um - nicht nur - die Miete zu bezahlen?
Dieses Geld ist mit PERRY nicht leicht zu verdienen - wenn überhaupt!
Das fängt schon mit dem Vertrieb an. Immer wieder bekommen wir Anfragen, weshalb PERRY nicht an ganz normalen Kiosken zu haben ist. Schöne Idee, aber für uns unbezahlbar: Um überhaupt in bundesweit ausliefernde Vertriebe hineinzukommen, müßten wir einfach auf Verdacht die Auflage enorm aufblasen und den Vertrieben zudem knackige Garantiesummen hinblättern - Geld, das ein kleines Comic-Unternehmen nicht aufbringen kann! Bleibt also nur der Vertrieb über Comicläden und Bahnhofskioske.
Aber auch dort ist PERRY häufig nicht zu kriegen, wie mancher Kaufwillige schon verärgert feststellen mußte. Dort legt man nämlich gerade von neuen Titeln sicherheitshalber lieber ein paar Hefte weniger ins Regal, und selbst im Verkaufsfalle wird meist nicht nachbestellt. Ärgerlich für Euch, ärgerlich für uns!
Wir können da auch wenig dran drehen, weil wir ja nicht jeden einzelnen Händler in die Mangel nehmen können - Ihr schon! Je mehr Ihr nervt, quengelt und nachhakt, desto größer die Chance, daß er sich bewegt und schließlich bei unseren
Vertriebspartnern bestellt. Bahnhofskioske, die PERRY nicht führen, solltet Ihr unbedingt
direkt an uns melden - wir kümmern uns dann darum!
Zu all diesem Vertriebsärger hinzu kommt noch die leidige Tatsache, daß man als Verlag sehr, sehr lange auf Geld aus Kioskverkäufen warten muß. Und irgendwann kann einem da als Kleinverlag schon mal die Luft ausgehen - besonders wenn man wie wir viel Zeit und Geld in den Zeichner-Nachwuchs stecken. Da ist dann irgendwann kein Weiterkommen mehr.
Diese bittere Erfahrung haben auch wir machen müssen. Es schmerzt, aber wir müssen die Talentförderung für eine Weile auf Eis legen, und aus dem ursprünglich geplanten zweimonatlichen Erscheinen PERRYs wird auch erst mal nichts. Jetzt heißt es erst mal Geld verdienen, auch in anderen Jobs, was unsere Verlagsaktivitäten zwangsläufig verlangsamen wird. Aber der Verkauf der PERRY-Hefte allein spielt halt nicht genug ein.
Aber wir bleiben am Ball: Um die Finanzierung von PERRY und der ALLIGATOR FARM wieder auf Vordermann zu bringen, müssen wir uns neue Einnahmequellen erschließen. So haben wir z.B. einen
Ebay-Shop eröffnet, in dem wir unsere Comics, Comic-Kurse sowie Originalbilder anbieten.
Dazu haben wir uns einen echten Hammer ausgedacht, der manchen Fan der alten Pop-Art-PERRYs den kalten Schweiß auf die Stirn treiben wird: Wir werden uns nämlich eine Reihe von PERRY-Heften der Originalserie der 70er vorknöpfen und jeweils eine NEUE Zeichnung passend zum Inhalt des jeweiligen Heftes anfertigen! Das könnte dann etwa bei Heft 38 »Die Millies kommen« heißen, daß wir diese gemeinen Biester noch einmal in die Schlacht schicken - und zwar in einer Mini-Auflage von 25 handkolorierten Exemplaren!
Diejenigen Fans also, denen es gelingen wird, eines dieser wunderschönen DIN A3-Unikate zu ergattern, werden sich glücklich schätzen können - und gleichzeitig einen wichtigen Beitrag dazu leisten,daß es mit PERRY weitergeht!