19. August 2003
Den ganzen Abend schon fummelt Paul an seinem Handy herum.
»Ich dachte wir spielen Skat«, sage ich schließlich verärgert, nachdem er bereits zum zweiten Mal nicht mitbekommen hat, dass er mit Austeilen dran ist.
»Spielen wir doch«, gibt Paul zurück. Und nach einem Blick auf den Punktestand fügt er hinzu: »Ich jedenfalls. Soll ich dir noch mal die Sache mit den Bauern erklären?«
»Witzbold! Wie soll ich mich denn auf das Spiel konzentrieren, wenn du die ganze Zeit mit deinem Handy beschäftigt bist?«
»Stört dich das? 'tschuldigung! Aber ich habe es mir heute neu gekauft, da muss ich noch alles einstellen.« Er hält mir den Apparat unter die Nase. »Guck mal. Tolles Logo, oder?« »Wo hast du denn das her?«, frage ich erstaunt.
»Von der Rhodan-Homepage natürlich«, entgegnet Paul. »Du liest die Hefte doch selbst. Schaust du denn nie auf der Website nach, ob's dort was Neues gibt?«
»Doch«, verteidige ich mich. »Aber ein Handylogo ist mir da bisher nicht aufgefallen. « Paul grinst. »Dann solltest du vielleicht noch mal genauer hinsehen.«Fünf Semester lang ist Frank Heineke ohne Mobiltelefon wohlbehalten durch's Informatikstudium gekommen, ehe ihn der Zwang der Zeit oder ähnlich gravierende Umstände doch noch dazu brachten, sich eines der kleinen Klingeldinger zuzulegen. Nicht lange, und er hatte sich am mitgelieferten Standardlogo satt gesehen. Doch das, was im Internet auf den einschlägigen Seiten angeboten wurde, gefiel ihm nicht. Kurz entschlossen machte er sich darauf hin selbst ans Werk.
Mit Band 1600 (»Wenn die Sterne erlöschen« von Ernst Vlcek) stieg Frank in den Rhodan- Kosmos ein, hat inzwischen den Großteil der Serie nachgelesen und verfolgt nun wöchentlich die Abenteuer des unsterblichen Universalerben.
»Besonders gut gefallen mir immer wieder Rückblicke in die Vergangenheit, bei denen große Zusammenhänge ans Licht kommen«, erzählt er. Dabei schätzt er die Komplexität der Serie besonders. Auch dort, wo sich Fiktion und Wirklichkeit ein wenig berühren, macht das Rhodan-Team seiner Meinung nach gute Arbeit. »Die Rechnersysteme der Serie sind überzeugend dargestellt«, findet er, und mitunter sieht er mögliche Entwicklungen nachvollziehbar in eine zukünftige Welt extrapoliert. »Simusense zum Beispiel war eine wirklich abschreckende Vision davon, was sich aus dem Internet entwickeln könnte.«
Seiner Vorliebe für Perry Rhodan ist es zu verdanken, dass er sich bei der Entwicklung seines Handy-Logos für ein Motiv aus der Serie entschied. Doch erste Versuche mit grafischen Elementen, etwa dem in blau-grauem Metallicton gehaltenen Logo zum 35jährigen Serienjubiläum oder dem guten, alten PR-Kopf zeigten schnell, dass er bei der geringen Auflösung seines Handy-Displays schnell auf Grenzen stieß. Daher entschloss sich Frank, den ganz einfachen PR-Schriftzug zu verwenden. Den hat er sich von der PR-Homepage geladen, verkleinert, mit dem Adobe Photoshop nachbearbeitet und die Zeile »Die größte Weltraumserie« darunter gesetzt. Das hat alles in allem knapp einen Nachmittag gedauert. Weil ihm das Ergebnis gefiel, hat er über das Kontaktformular auf der PR-Homepage die Marketing-Abteilung angemailt. Und der gefiel's auch - weshalb ihr es euch jetzt kostenlos auf eure Handys laden könnt.
misc