7. Juli 2006
In der letzten Kolumne haben wir Euch per PC in das Reich der unheiligen Kreaturen aus den unheiligen Tiefen des Universums geschickt. Höhö! Nun, nicht jeder ist der unbedingte Spielefreak. Mit dieser Kolumne wollen wir die Leserattern unter Euch süchtig machen. So! Fündig geworden sind wir im Basilisk Verlag. Selbiger hat eine Hommage an H.P. Lovecraft mit einem ungewöhnlichen Buch
»Arkham - Ein Reiseführer« dieser Tage veröffentlicht.
Zur Erinnerung: H.P. Lovecraft gehört neben Edgar Allan Poe zu den großen Klassikern der Gruselliteratur - nur daß Lovecraft mit seinem Cthulhu-Mythos noch bedrohlicher, beängstigender und schockierender war. Lovecraft nannte sie Cthulhu, Yog-Sothoth und Shub-Niggurah - grauenhafte Götter aus einem anderen Universum, denen sich sogar die Naturgesetze unterwerfen müssen. Ihr grauenhaftes Tun und schändliches Streben nach Tod und Verderben wird im »Necronomicon« beschrieben, einem ungeheuer gefährlichen Buch. Das liegt in der fiktiven Miskatonic-Universität in der ebenfalls fiktiven amerikanischen Ostküstenstadt Arkham. Arkham ist denn auch nicht umsonst der Schauplatz vieler Horrorgeschichten von H.P. Lovecraft, der über seine Großen Alten schrieb: »Das ist nicht tot, was ewig liegt, bis daß die Zeit den Tod besiegt.«
Der Basilisk Verlag huldigt den Großen Alten und bat viele zeitgenössische Autoren der Phantastik, eine eigene Geschichte passend zum Lovecraft-Mythos zu schreiben. Sie sind im Buch "Arkham - Ein Reiseführer" versammelt.
Die Horrorgeschichten von Lovecraft ziehen noch heute viele Leser in ihren Bann. Sie inspirieren Hollywood, nehmen Einfluß auf Computerspiele und locken moderne Autoren der Phantastik dazu, selbst zur Feder zu greifen, um eine neue Gruselgeschichte zu schreiben, die in Arkham spielt. Patrick J. Grieser vom Basilisk Verlag hat diesen Eifer nicht gebremst, ganz im Gegenteil: »Wir haben eine Karte von Arkham anfertigen lassen und hier alle bekannten Schauplätze aus den Lovecraft-Geschichten vermerkt. Diese Karte haben wir an viele bekannte Autoren geschickt und sie gebeten, sich einen Ort für eine eigene Geschichte auszudenken. Auf diese Weise kamen 14 ziemlich gruselige Kurzgeschichten zusammen.«
Die Autoren, die bei »Arkham - Ein Reiseführer« mitgemacht, und den Cthulhu-Mythos mit ihren Ideen neu belebt haben, sind keine Unbekannten. Sie haben durch die Bank bereits mehrere Geschichten und Romane veröffentlicht, darunter auch in großen Verlagen wie Heyne, Bastei und Festa. Zu den Autoren gehören Talente wie Michael Marrak, Markolf Hoffmann, Uwe Voehl, Markus K. Korb, Christian von Aster, Andreas Gruber,
Nicole Rensmann, Marc Alastor-E.E., Günter Suda, Rainer Innreiter, Sören Prescher, Martin Hoyer und Michael Siefener.
Zu den Highlights der Anthologie gehört sicherlich auch die originale H.P-Lovecraft-Geschichte »Träume im Hexenhaus«, die von Patrick J. Grieser und Brigitte Marliani-Hörnlein neu ins Deutsche übertragen wurde. So gehört denn auch Lovecraft selbst zu den Autoren, die in »seiner« Anthologie vertreten sind. Passend zu jeder einzelnen Geschichte hat der Künstler Timo Kümmel eine phantastische Zeichnung angefertigt. Das Cover des Buchs stammt von Mark Freier.
Und weil’s denn doch sooo schön ist, hier zur Einstimmung der Klappentext des Reiseführers:
»Nachts, wenn sich die braven Bürger der verrufenen Stadt Arkham in die scheinbare Sicherheit ihrer schiefgewachsenen Häuser verkriechen, wenn die fischgesichtigen Händler aus Innsmouth die Stadt verlassen haben, der Marktplatz leer ist und nur noch ein letzter Hauch des Gestanks fauliger Fische über dem fleckigen Kopfsteinpflaster schwebt, dann taumeln Reisende orientierungslos durch die Straßen, stets auf der Suche nach Halt in dieser Stadt des Verfalls und der geistigen Dekadenz. All jenen sei dieser Reiseführer an die Hand gegeben, auf daß ihr Schritt nicht straucheln möge auf den vielen Schwellen dieses Ortes, wo merkwürdig geformte Dinge ihrer harren. Dinge, die wie zusammengeschrumpfte Wachsfiguren aussehen, es aber nicht sind, da sie die Reisenden mit stammelnden, kaum menschlich zu nennenden Lauten ansprechen und ihnen dürre Knochenfinger entgegenstrecken..."«