22. September 2006
Das Wörtchen »Kult«, liebe Rhodanauten, wird allzu häufig überstrapaziert. Klar, Perry ist Kult, ohne Zweifel aber sind es auch die »Hits der …«? Nun, in den folgenden Fällen habe ich den Kultbegriff für, mir liebgewonnene, DVDs bewußt gesetzt und ich hoffe bei Euch damit nicht falsch zu liegen.Beginnen möchte ich mit dem wirklich spannenden Science-Fiction-Thriller
»Pale Blue Moon - Moonie«, dem US-Indie-Hit auf den Spuren von »Donnie Darko« mit Johnny Sneed (»CSI«, »CSI: New York«, »Navy CIS«) in einer Hauptrolle.
Na ja, so richtig Thriller nun auch wieder nicht, denn ich habe selten einen so schrägen Streifen in Roadmoviemanier mit einer Mischung aus Akte X und SF gesehen. Der Film ist wirklich kurios, versponnen und teilweise auf eine verdrehte Art fast schon psychedelisch zu nennen.
Und das ist die Handlung in aller Kürze:
Der gewöhnliche Mondmann (oder Mor-gon) kommt stets zu Dritt, kontrolliert Erdlinge mittels Blickkontakt und atmet durch den rechten Nippel. Und Simon Applewhite weiß dies, denn er ist überzeugt, daß er als Kind von den Mondbewohnern »Moonies« entführt wurde, die nun eine Invasion planen. In seinen Bemühungen, die Menschheit zu retten, macht er sich an einer Radiostation zu schaffen, um die Kommunikation der Aliens zum Mond abzufangen. Keiner glaubt Simons Visionen, auch nicht der Provinz-Sheriff John Lefsburg, der ihn in die psychiatrische Anstalt bringen soll. Verunsichert durch Simons Beharrlichkeit versucht Lefsburg Licht ins Dunkel zu bringen …
Als nächstes Highlight habe ich mir den »Rächer der Enterbten« ausgesucht. Aber hier in einer besonderen Fassung. Erinnert Ihr Euch noch an diese geniale TV-Serie aus den anfänglichen Achtzigern. Genau - der Robin Hood überhaupt und die wohl meistbegehrte unveröffentlichte TV-Serie! Freunde, jetzt kommt nach wirklich langer Wartezeit diese Serie gleich komplett auf DVD.
»Robin Hood - Die 1. Staffel« wird von Koch Media zum ersten Mal in der ungeschnittenen Fassung, deren längere Szenen untertitelt wurden, auf den Markt gebracht. Die 2. Staffel soll dann bereits Ende Oktober zu erhalten sein.
Die 80er-Jahre-Kultserie wurde von »Catweazle«-Autor und -Produzent Richard Carpenter geschaffen und wurde nicht zuletzt auch durch den legendären Soundtrack der irischen Formation Clannad, zu der auch »Enya« gehörte, berühmt. Die Serie galt und gilt auch heute noch als die ultimative Umsetzung der Legende um den charmanten »Räuber« aus dem Sherwood Forest. Der damals schon fast revolutionäre Ansatz, Abenteuer und Action mit Mystik und Zauberei zu vermischen, bescherte dieser sehr aufwendig produzierten Saga einen rasanten Aufstieg in den Olymp der außergewöhnlichen Serien. Abgerundet wird das Ganze durch wirklich schöne Extras, als da sind: The Making of »Robin Hood« (ca. 60 Min.), drei Audiokommentare von Autor Richard Carpenter und Regisseur Ian Sharp, Outtakes (ca. 9 Min.), »Electric Theatre Show« - Featurette von 1983 (ca. 26 Min.), »Electric Theatre Show« - unveröffentlichte Aufnahmen (ca. 68 Min.), Promo-Aufnahmen von Clannad (ca. 12 Min.), Bildergalerie, Booklet mit Episodenguide.
Die nächste Box ist wahrscheinlich eine der unterbewertetsten Serien aus jüngster Vergangenheit:
»Stockinger« ist ein Spin-Off der gruseligen Serie »Kommissar Rex« um den kauzigen Kollegen von Rex und Moser. Bezirksinspektor Stockinger (Karl Markovics) ist der Urtyp eines chaotischen Anti-Kommissars und wandelt auf den Spuren des legendären »Kottan«. Seinen ehemaligen Kollegen hat er den Rücken zugekehrt (gut getan!), um im ruhigen Salzburg eine neue, entspannte Existenz aufzubauen. Aber er hat die Rechnung ohne die furiose Mozartkugel-Mafia gemacht, denn kaum angekommen, geschieht der erste Mord.
Stockinger wurde 1996 von SAT.1 ins Rennen geschickt. Doch die unkonventionellen Krimis lösten unter den eher schlichten Sehern von SAT.1-Krimis vehementes Kopfschütteln und Unverständnis aus. Bereits nach der ersten Staffel wurde Stockinger in Fernsehrente geschickt. Schade, denn diese Serie hob sich wohltuend vom gängigen Massenbrei seichter Unterhaltung ab. Stockinger war urkomisch und besaß einen exzellenten Schwarzen Humor. Nun aber nur noch auf DVD, dafür aber die komplette Staffel und ohne Werbepausen.
Zuguterletzt aber nicht das Letzte:
»Out of the blue« in einer Special Edition mit einem 90minütigem Interview mit Dennis Hopper. Nicht umsonst gilt dieser Klassiker des neuen amerikanischen Kinos als der Kultfilm der Punk-Generation, von und mit Dennis Hopper - von dem Kollege Jack Nicholson sagte: »Dieser Film ist ein Meisterwerk«!
Nur zehn Jahre nach »Easy Rider« drehte Dennis Hopper dieses unbequeme Porträt einer fünfzehnjährigen Teenagerin der Punk-Generation, die als einzigen Erwachsenen nur noch Johnny Rotten akzeptiert. Sie heißt Cindy »CeBe« Barnes (Linda Manz) und ist eine Verlorene, ohne Hoffnung und »No Future«. Ihr Vater Don (Dennis Hopper), ein Trucker, sitzt seit Jahren im Knast, weil er mit seinem Laster im Suff einen Schulbus gerammt hat und dabei etliche Kinder zu Tode kamen. Ihre heroinsüchtige Mutter Kathy (Sharon Farrell) arbeitet als Bedienung in einem Diner, mit dessen Besitzer sie eine Affäre hat. Als sich CeBes Leben scheinbar zum Guten wendet, explodieren ihre Träume endgültig und sie holt aus zu einem letzten schockierenden Akt der Verzweiflung…