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Kurzinfo
Gothic 3 für PC/Piranha Bytes/JoWood/Kochmedia

5. Dezember 2006

Gothic 3 - das Abenteuer geht in eine neue Runde

Mit Spannung haben wir das Spiel »Gothic 3« erwartet. Am 13. Oktober war es nun soweit und auch wir konnten pünktlich zum Erstverkaufstag die Vollversion zum Test in unseren Rechner laden. Gut, daß uns Martin Metzler von Koch Media, dem Distributor des Spiels, so zuverlässig per Post versorgt hat, denn bis zum 16. Oktober war die erste Auflage bereits in den meisten Ländern ausverkauft. Die Vorfreude wandelte sich jedoch sehr schnell in arge Frustration, doch dazu später. Das Spiel ist in zwei unterschiedlichen Aufmachungen auf dem Markt verfügbar. Zum Einen als »normale« Version« ohne Schnörkel - zum anderen als »limitierte Collector’s Edition«, die neben einer aufwendig gestalteten Verpackung und dem Spiel auch noch folgende Items exklusive enthält: Übersichtskarte der Welt mit den Regionen Myrtana, Nordmar und Varant aus Stoff; Special Artbook »The Art of Gothic 3«; Halskette mit Lederband und dem Gothic-Symbol als Anhänger; Making of DVD; Soundtrack-CD doch dafür müßt Ihr allerdings € 69,95 hinblättern.

Für all diejenigen, die mit Gothic bis dato noch nichts am Hut hatten, hier ein Schnelldurchlauf über die Teile 1 und 2: Im ersten Teil der Saga wurde Euer Spielavatar und agierender Held in eine Art riesiges Freiluftgefängnis auf der Insel Khorinis geworfen. Geschützt durch eine undurchdringliche, magische Barriere, schien eine Flucht unmöglich. Aber auch die Bewacher und vor allem die fiesen Orks, die die Weltherrschaft übernehmen wollen, kamen nicht mehr raus. Irgend etwas war beim Errichten dieses magischen Schutzes schiefgelaufen. Die Aufgabe des Spielers bestand darin, die Barriere zu zerstören und schlußendlich die Ursache für das magische Fehlverhalten zu beseitigen. Hier begegnet der Spieler auch zum ersten Mal dem Schwarzmagier »Xardas«, der im Verlauf aller drei Teile eine wichtige Rolle spielen wird.
Im zweiten Teil ging es darum nun die gesamte Insel Khorinis zu befrieden, wobei Orks und Piraten die kleineren Übel waren. Ein uralter Bösewicht in Form eines mächtigen Drachens mußte auf die eine oder andere Art um die Ecke gebracht werden. Ein Schiff und eine Reihe von liebgewonnenen Kumpanen, die bereits seit dem ersten Teil immer wieder schlitzohrig zur Verfügung standen, halfen natürlich tatkräftig mit. Zum zweiten Teil erschien auch noch das Ad-on »Die Nacht des Raben«, daß das Hauptspiel um interessante Schauplätze und große Quests erweiterte.

Unsere Helden haben also ein Schiff. Und hier setzt der dritte Teil von Gothic ein. Unser Held und seine Kumpel setzen Segel in Richtung Festland - Ziel: Myrtana, das heimatliche Königreich unter der Herrschaft von König Rhobar. Es scheint, unser Held ist vom Regen in die Traufe gekommen, denn die Orks haben die menschliche Armee von König Rhobar geschlagen und versuchen nun die überlebenden Einwohner zu versklaven. Die einst mächtigen Paladine des Königs sind ihrer Zauberkräfte verlustig gegangen und es sieht wirklich nicht rosig um die wenigen freien Menschen, im eisigen Norden oder in der südlichen Wüstenei, in Myrtana aus.

Wie gesagt, überall in Myrtana verstecken sich Rebellentruppen, die mit gezielten Angriffen gegen die Orks der Versklavung entkommen wollen. Und hier muß der Spieler zum ersten Mal eine Entscheidung treffen, die den folgenden Spielverlauf beeinflussen wird: Entweder hilft unser Held den Rebellen im Kampf um die Freiheit oder er verbündet sich mit den Orks. Auf jeden Fall sollte der Spieler immer eins im Hinterhaupt gespeichert haben: Myrtanas Zukunft liegt in den Händen unseres Haudraufundschluß. Eine tragende Rolle scheint auch diesmal dem Schwarzmagier Xardas zuzukommen.

So latscht unser Avatar also wieder durch die Gegend, falls er noch nicht die erforderlichen Teleportersteine sein Eigen nennt, auf der Suche nach 12 magischen Kelchen - dem Hauptquest in diesem Spiel. Mannigfaltige Nebenquests bereichern das gesamte Spiel und tragen zum Erwerb der erforderlichen Punkte für das upgraden der Fähigkeiten unseres Helden bei. Ein Tip, lernt so schnell als möglich das knacken von Schlössern. In verschlossenen Truhen findet sich meist wertvoller Inhalt, den Ihr entweder gut in Gold umsetzen könnt oder mit dem Ihr Euer Waffenarsenal aufzumotzen vermögt. Das Inventar ist schier unendlich groß und beeinträchtigt im Spiel nicht (etwa durch Gewicht) die Bewegung der Spielfigur. Also sammelt alles, was nicht niet- und nagelfest ist ruhig auf - wer weiß wozu Ihr die Dinge später noch benötigt. Auf jeden Fall kann man sich durch den Verkauf der Sachen ein beruhigendes Goldpolster zulegen.

Aber nun zu den Features bei Gothic 3: In Sachen Grafik hat sich einiges getan. Eine komplett neue Grafik-Engine zeichnet die Spielwelt Myrtana so realistisch wie noch nie auf den Bildschirm. Allerdings sind dazu auch die Anforderungen an die Grafikkarte enorm in die Höhe geschnellt. Ebenfalls neu ist das Kampfsystem mit spektakulären Kampftechniken, u. a. dem Kampf mit zwei Schwertern. Was wir besonders schätzen, ist der nichtlineare Spielablauf in dem jeder selbst entscheidet wann und auf welche Art die Ziele erreicht werden. Dazu trägt auch ein völlig freies Charakter-Entwicklungssystem bei, das dem Spieler alle Möglichkeiten, den Helden nach seinen Vorstellungen zu formen, bietet. Eine hochentwickelte künstliche Intelligenz für Hunderte verschiedener Charaktere, deren Verhalten sich dynamisch an die Aktionen des Spielers anpassen, rundet die Sache wohltuend ab. Übrigens alle Dialoge im Spiel werden von Sprachausgabe begleitet.

Alles in allem ist dieses Spiel das beste »Gothic«, das es je gab. Die Story ist in sich schlüssig und bietet Raum für phantasievollen Spielgenuß bis in die letzte Minute. Dennoch, wir haben es Eingangs bereits erwähnt, gibt es Anlaß zu Verdruß.
Wir haben das Spiel auf einem soliden PC (Pentium 3 Ghz, 1,5 GB RAM, ATI X1600 pro/256 MB Grafikkarte, XiFi-extrem Soundblaster Soundkarte) installiert. Das ist schon mehr, als die empfohlenen Mindestvoraussetzungen der Entwickler. Ergebnis: Das Spiel ruckelte vor sich hin und ließ wirklich keine Freude aufkommen. Erst mit einem Austausch der Grafikkarte gegen eine ATI 1800 pro/512 MB und einer RAM-Aufrüstung auf 2 GB ließ sich das Spiel hardwareseitig flüssig durchspielen. Wir meinen, diese Anforderungen sind für den »normalen« Spieler einfach zu hoch. Es kann doch nicht angehen, daß man sich bei jedem neuen Spiel erst einmal einer Aufrüstungsarie unterziehen muß, zumal solche Aktionen eine deutliche Bresche in den Geldbeutel schlagen. Liebe Entwickler, Eure Gründe für derartige Systemvoraussetzungen in Ehren, nur - der Großteil aller Spieler ist nun mal nicht der Hardcore-Gamer, der seine gesamte Habe in den Super-PC stecken kann, um den ganzen Tag alles daddeln zu können. Die meisten von uns gehen arbeiten, um eine Familie zu ernähren. Da ist der Superdaddel-PC nicht der Lebensinhalt. Wir wollen bei einem Spielchen am PC gern mal für ein paar Stunden entspannen und der Realität entfleuchen aber diese »Realitätsflucht« nicht zum Inhalt unseres Daseins machen. Ach so, wir, das sind die Menschen zwischen 30 und 60, die mitten im Leben stehen… Und hier noch ein kleiner Tip für Euch, liebe Spieleschmieden: Seit vergangener Woche hat sich die Alterspyramide in Deutschland umgekehrt. Nun leben hier mehr Menschen über 50 als darunter. Schreibt Euch das hinter die Ohren.

Ein weiterer, großer Frustpunkt: Kurz nach der Erstinstallation fragte uns ein unaufgeforderter Update-Assistent, ob er denn wohl mal nach Updates suchen solle. Dieser Assistent erscheint dann auch fortfolgend dann und wann und versucht ungefragt Verbindung mit dem Internet aufzunehmen, um nach Updates zu suchen. Das finden wir überhaupt nicht nett. Nun gut, wir haben eine solche Suche gestattet, in der Meinung, daß es am Erstverkaufstag wohl noch keiner Updates bedarf. Weit gefehlt, denn es lag bereits ein Release-Update vor, das mit etwa 60 MB zu Buche schlagen sollte. Mittlerweile ist man beim Update 1.09 angelangt - jeweils mit ca. 60 MB. Wohlgemerkt, die Updates sind wirklich nötig, denn sonst würden die »kleinen bis gravierenden Nervereien« jedweden Spielspaß in Verdruß umwandeln. Auch jetzt nach dem 1.09er Release gibt es noch reichlich Knackpunkte auf die wir hier nicht mehr eingehen wollen.

Es bleibt also der schale Beigeschmack eines Pre-Release Tests, der auch noch mit fast 50 Euro bezahlt werden muß. Im Grunde genommen, sollte man derartige Spiele wieder zum Händler zurücktragen und sein Geld zurück verlangen, denn in der Sache ist der Kaufgegenstand nicht vollständig gebrauchsfähig. Freunde, nicht mit dem Kopf schütteln - wenn Ihr Euch eine Kaffeemaschine kauft, dann verlangt Ihr ja auch, daß diese uneingeschränkt funktioniert und Ihr nicht erst auf Eure Kosten Updates an dieser Maschine vornehmen müßt, um in den erwarteten Kaffeegenuß zu kommen…

Fazit: Übergeht man die Frustpunkte großzügig und ergibt sich seinem Schicksal in der magischen Welt Myrtanas, hat man über Monate Action und Spannung vor Augen und im Denkkasten sowieso. »Gothic 3« ist die wirklich gelungene Fortschreibung der Saga um einen geheimnisvollen, namenlosen Helden und seiner sympathischen Kumpanen. Es gilt eine schier unendliche Welt zu entdecken und das Böse ansich in die Schranken zu weisen. Mit allen Einschränkungen immer noch absolut empfehlenswert!

Und gewinnen könnt Ihr auch: Wir haben für Euch drei wertvolle Preise ergattert, wenn Ihr die Frage des Gewinnspiels richtig beantwortet. Mit etwas Glück könnt Ihr dann entweder den ersten Preis in Form der limitierten Collector’s Edition einheimsen oder aber als zweiten Preis die fast lebensechte Figur eines Nordmarkkriegers (fast 40 cm hoch und oben abgebildet) in die Sammlervitrine stellen. Als dritten Preis gibt es die normale Version von »Gothic 3« zu gewinnen.

Beantwortet uns folgende Frage bis zum 20. Dezember 2006:
Wer spricht den Namenlosen Helden in »Gothic 3«?
Hier geht's zum  Gewinnspielformular.