12. Dezember 2006
Jaja, es ist mal wieder soweit: Das Weihnachtsfest steht vor der Tür. Viele von Euch werden sich den Streß des Umherirrens durch überfüllte Kaufhäuser gar nicht mehr geben. Es gibt ja schließlich die Möglichkeit virtuell einzukaufen. Aber aufgepaßt, nach einer Studie der D21-Projektgruppe »Effektive Betrugsbekämpfung« ist der Warenbetrug (bezahlte Ware wird nicht geliefert) beim Online-Einkauf mit 41,8 Prozent das häufigste Delikt. Wer also beim Weihnachtseinkauf keine böse Überraschung erleben will, sollte ein paar Vorsichtsmaßnahmen beachten. Der Shop-Prüfer
»Trusted Shops« aus Köln hat die 10 wichtigsten Regeln für den sicheren Weihnachtseinkauf zusammengestellt:1. Ein leicht auffindbares Impressum ist wichtig, falls Ihr Fragen zu Produkten habt oder es zu Abwicklungsproblemen kommt. Neben Vertretungsberechtigten des Unternehmens sollten auch Ansprechpartner für Kundenanfragen und eine Telefonnummer angegeben sein.
Tipp: Achtet unbedingt auf eine Anschrift mit Straße, Hausnummer und Ort. Wird nur eine Postfachanschrift angegeben, ist größte Vorsicht geboten.
2. Vollständige Preisangaben sind ein Muß. Jeder Online-Händler ist verpflichtet, vor Abgabe Eurer Bestellung Endpreise inklusive aller Versand- und Zusatzkosten (zum Beispiel Steuern oder Zölle) zu nennen. Die Kosten müssen in den Preis eingerechnet oder einer leicht verständlichen Versandkostentabelle zu entnehmen sein.
Tipp: Prüft, ob das vermeintliche Schnäppchen auch nach Einbeziehung der Versandkosten noch günstig ist.
3. Angaben zur Lieferzeit sollten leicht auffindbar, präzise und widerspruchsfrei sein. Werden auf Produktseiten keine besonderen Lieferzeiten angegeben, muß der Händler laut Bundesgerichtshof die Ware sofort liefern.
Tipp: Bei Unklarheiten solltet Ihr im Vorfeld eine schriftliche Bestätigung des Liefertermins verlangen, damit das Weihnachtsgeschenk nicht erst zu Ostern eintrifft.
4. Beim Online-Einkauf ist finanzielle Sicherheit besonders wichtig. Am sichersten ist die Zahlung erst nach Erhalt der Ware, d.h. auf Rechnung oder per Nachnahme. Viele Anbieter verlangen jedoch Vorkasse durch Überweisung oder Kreditkartenzahlung.
Tipp: Eine Vorkassezahlung sollte immer durch einen Drittanbieter abgesichert sein, zum Beispiel durch den »eBay-Treuhandservice«, »PayPal« oder die »Geld-zurück-Garantie« von Trusted Shops.
5. Je nach Zahlungsart spielt die technische Sicherheit eine große Rolle. Werden die Bankverbindung oder Kreditkartendaten übertragen, muß dies SSL-verschlüsselt geschehen.
Tipp: Die Verschlüsselung erkennt Ihr an dem »https« vor der Internetadresse und an dem Schloß- oder Schlüsselsymbol in der Browser-Statusleiste.
6. Achtet auf klare Aussagen zum Datenschutz. Eure Daten dürfen nur für die Bestellabwicklung verwendet werden. Eine Nutzung zu anderen Zwecken ist nur mit Eurer ausdrücklichen Einwilligung zulässig, die Ihr jederzeit widerrufen könnt.
Tipp: Gegen unerwünschte E-Mail-Werbung könnt Ihr Euch mit Hilfe des Anti-Spam-Projekts der
Verbraucherzentralen zur Wehr setzen.
7. Übersichtliche AGB und ein klar formuliertes Widerrufsrecht zeigen, daß der Händler Kundenrechte ernst nimmt. Das Widerrufsrecht gilt für alle Internet-Einkäufe (auch bei gewerblichen eBay-Verkäufern), ohne daß ein Grund genannt werden muß.
Tipp: Findet sich im Bestellverlauf kein Hinweis oder werden Angaben in den AGB versteckt, sind Probleme bei Umtausch oder Rückgabe vorprogrammiert.
8. Der Kundenservice läßt sich im Vorfeld nur schwer überprüfen, wenn der Händler nicht mit einem anerkannten Gütesiegel zertifiziert ist. Neben dem 14-tägigen Widerrufsrecht habt Ihr immer die Möglichkeit, falsche oder defekte Waren umzutauschen oder den Kaufpreis zurückzuverlangen.
Tipp: Ruft beidem Anbieter ruhig einmal an, um die Erreichbarkeit zu testen, oder überprüft, wie schnell auf eine Frage per E-Mail geantwortet wird.
9. Die Veröffentlichung von Kundenbewertungen gibt in einigen Fällen Aufschluß darüber, ob andere Kunden mit dem Händler zufrieden waren. Aber Vorsicht: Hier gibt es ganz verschiedene Bewertungssysteme, und positive Bewertungen können auch bewußt zu Täuschungszwecken aufgebaut werden.
Tipp: Überprüft, welche Art von Produkten der Verkäufer bislang verkauft hat und welche Käufer ihn bewertet haben.
10. Achtet auf Gütesiegel, denn diese zeigen, daß der Händler geprüft wurde und Kundenrechte einhält. Eine Aufstellung anerkannter Gütesiegel findet Ihr unter
www.internet-guetesiegel.de.
Tipp: Das Siegel Trusted Shops bietet sogar eine kostenlose Geld-zurück-Garantie und kümmert sich in Problemfällen um die Abwicklung mit dem Händler. Eine Liste aller 1.500 geprüften Händler findet Ihr unter
www.trustedshops.de.