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Geschenktipps: Highlights aus der Welt der bunten Bilder

15. Dezember 2006

Geschenktipps: Highlights aus der Welt der bunten Bilder

Bei Geschenken ist immer das schwierigste den Geschmack des Beschenkten zu treffen. Insofern ist es für uns naturgemäß sehr schwer eine Auswahl zu treffen. Nun, wir sind einfach von unserem Geschenkgeschmack ausgegangen, wobei wir natürlich auch das beschenkt werden im Hinterkopf hatten. Hauptsächlich wollen wir Euch in diesem Teil der Geschenktipps DVD Boxen ans Herz legen. Aber nun hinein in die Welt der bunten Bilder…

 »Firefly - Der Aufbruch der Serenity«
Den Anfang macht eine Serie von Joss Wheadon (»Buffy«, »Angel«), die eine außergewöhnliche Mischung aus SF und Western in sich vereinte: »Firefly - Der Aufbruch der Serenity«. In dieser Box sind alle 14 Episoden von Firefly enthalten - also die komplette Serie, die bereits nach der ersten Staffel leider eingestellt wurde. Die Serie war einfach zu ambitioniert und entsprach nicht dem amerikanischen Durchschnittsgeschmack.

Die Serie ist etwa 500 Jahre in der Zukunft angesiedelt, in der sich die Menschheit in der Galaxis bereitgemacht hat. Ein besonders nettes Gimmick sei hier gleich erwähnt: Die neue Weltsprache, eine Mixtur aus Englisch und Chinesisch, basierend auf der Existenz der beiden Supermächte der Zukunft. Apropos Sprache, die Dialoge sind durchweg charmant bis spritzig und überaus humorvoll, ohne in Slapstick abzugleiten.

Die Serie dreht sich um die Crew eines maroden Raumschiffs der »Firefly«-Klasse unter dem Kommando von Captain Malcolm Reynolds. Selbiger ist ein Veteran aus dem Krieg der Unabhängigen Fraktion gegen die übermächtige Allianz der Planeten und hält sich und seine Crew mit nicht immer legalen Geschäften über Wasser. Aber auch Passagierbeförderung bringt Geld in die leeren Kassen. Durch die Aufnahme eines Arztes und seiner Schwester als Passagiere beginnt das eigentliche Abenteuer. Wer dann von den »Firefly«-Geschichten noch immer nicht genug bekommen kann, dem sei hier noch der Spielfilm »Serenity - Flucht in neue Welten« anempfohlen, der mehr auf die eigentlichen Hintergründe der Serie eingeht und ein verblüffendes Ende zeigt.
 
 »Crusade«
Bleiben wir doch der Einfachheit halber gleich im Weltraum. Genauer gesagt bei einem Ableger der genialen Serie »Babylon 5« mit dem Titel »Crusade«. Nach der Beendigung von B5 wurde Joe Michael Straczynski vom Sender TNT gebeten vier abendfüllende Spielfilme zu produzieren, die aber auch gleichzeitig auf die neue Serie hinleiten sollten. Leider kam »Crusade« aber nicht über die erste Staffel hinaus, denn JMS verweigerte sich der Forderung nach reichhaltigen Sex&Crime-Elementen, um den Geschmack auch wirklich jeder amerikanischen Dumpfbacke Genüge zu tun. Dennoch, die gesamte »Miniserie« gibt es nun komplett in einer wundervollen Box.

Die Story der Serie beginnt eigentlich mit dem letzten Spielfim der B5-Serie, »Waffenbrüder«, in dem die Erde durch die Drakh von einem unbekannten Virus verseucht wird. Und dieses Virus wird innerhalb von 5 Jahren die gesamte Bevölkerung der Erde auslöschen. Einem Gerücht zufolge soll irgendwo in der Galaxis ein Heilmittel existieren - aber wo und ob überhaupt, diese Frage muß dringend geklärt werden. Und dies obliegt nun Captain Matthew Gideon, der sich mit seiner Besatzung an Bord des Raumschiffs Excalibur auf eine verzweifelte Suche macht, denn die Excalibur ist zweifelsohne der letzte Strohhalm der Menschheit. »Crusade« erzählt die Geschichte einer verzweifelten Suche, die durch das vorzeitige Ende der Serie aber nie zum Abschluß kommen kann.

 »Agatha Christie's Hercule Poirot«
Zurück auf der guten alten Erde machen wir uns auch sogleich auf in die Zeit der roaring 30’s, genauer gesagt in die feinere englische Gesellschaft. Basierend auf den Romanen von Agathe Christie um den exzentrischen Meisterdetektiv Hercule Poirot, begann das britische Fernsehen 1989 die Abenteuer des belgischen Detektivs in der britischen Diaspora in Serienform zu verfilmen.

Mittlerweile sind bereits mehr als 60 Folgen der Serie angedreht aber noch immer ist kein Ende abzusehen. Dies ist sicherlich nicht zuletzt dem Schauspieler David Suchet, der in der Rolle des Belgiers Poirot (der es haßt für einen Franzosen gehalten zu werden) eine perfekte Verkörperung des literarischen Vorbilds spielt. Suchet ist Poirot mit Haut und Haaren und weiß die vielen Marotten des Meisterdetektivs unauffällig gekonnt in seine Darstellung einzubeziehen, ohne das es dabei zu einer peinlichen Komödie kommt.

Poirot selbst ist ein charmanter Meister der Kombinationsgabe und hervorragender Beobachter selbst kleinster Details. Und mit eben diesem messerscharfen Verstand löst er die schier unmöglichsten Fälle ohne »Haudraufundschluß«-Action und ohne Waffengewalt. Dabei greift er durchaus auf die Hilfe seiner Freunde und Partner zurück. Zum einen wäre da der langjährige Freund und Partner Captain Hastings, sowie der unvermeidliche Chief Inspektor Japp von Scotland Yard. Abgerundet wird die illustre Gesellschaft von der Sekretärin Poirots, Miss Lemon, die im Gegensatz zu den geschrieben Geschichten hier eine tragende Rolle ausfüllt und eigentlich immer ein wenig in Poirot verliebt zu sein scheint.

Zwei DVD Boxen sind mit den Geschichten um Hercule Poirot bereits in Deutschland erschienen neben Teil 1 auch  »Agatha Christie's Hercule Poirot Collection - Vol. 2«. Die beiden Boxen beinhalten zusammen 21 Episoden der Serie. Als weiteres Schmankerl können wir noch die DVD  »Agatha Christie: Poirot - Eine Familie steht unter Verdacht« empfehlen. In diesem Fernsehfilm erfahren wir eigentlich den Beginn der Freundschaft zwischen Hastings und Inspektor Japp.

 »Wächter der Nacht: Nochnoi Dozor« 
Unsere nächsten beiden Flimmerschmankerl stammen aus dem Bereich gänsehautmachender Phantastik. Beginnen wir doch mit dem hierzulande wenig beachteten Meisterwerk des Russen Timur Bekmambetow: »Wächter der Nacht: Nochnoi Dozor« nach dem gleichnamigen Buchbestseller von Sergej Lukianenkos. Und der gilt mit seiner Romantrilogie (»Wächter der Nacht«, »Wächter des Tages«, »Wächter des Zwielichts«) als der russische Kultautor. Mehr noch, seine Bücher sind in Rußland schlicht erfolgreicher »Harry Potter« und »Der Herr der Ringe« zusammen.

Hier nun der erste Teil der Trilogie auf DVD. Erzählt wird von dem ewigen Kampf von Gut und Böse, der nun in eine entscheidende Phase eintritt. Nein, nicht in der hellen Hierwelt, sondern direkt daneben im Schatten, der von den »Anderen« bevölkert wird. Und diese anderen sind Vampire, Seher, Hexen und Formwandler. Und der Kampf findet auch nicht in einem fiktiven Raum statt, sondern im Hier und Jetzt, genauer gesagt in einer real existierenden, maroden Kulisse Moskaus, den verkommenen Plattenbauten, eiskalt und leblos vom sozialistischen Planziel verlassen und entmenschlichte Zuflucht für die Lebenden und Toten gleichermaßen.

Die Regie des ehemaligen Werbefilmers Timur Bekmambetov geht dabei eigene Wege der Bildführung mit Reminiszenzen an Action à la »Blade« und »Matrix«, erinnert aber dennoch an die großartige blasse Dunkelheit der »Underworld«-Verfilmungen. Mehr noch, es ist eigentlich dieses hilflose Gefühl der unheimlichen Art, die den Zuschauer im Bann zu halten vermag und dennoch die eigentlich komplexe Geschichte der Romanvorlage bravourös vermittelt. So reißt das abrupte Ende den Zuschauer brutal aus diesem Bann des Unheimlichen und läßt ihn doch recht verdattert mit vielen offenen Fragen allein. Aber dies ist gewollt, sollen doch noch zwei Fortsetzungen folgen. Wir warten darauf…

 »Shadow Of The Vampire«
Unser zweiter Film ist »Shadow Of The Vampire«. Der Plot ist einfach und schnell erzählt: Es geht um die Verfilmung des Stummfilmklassikers »Nosferatu« durch den deutschen Regisseur Friedrich Wilhelm Murnau (hier gespielt von John Malkovich), bei dem es wohl nicht mit rechten Dingen zugeht. Der vom Perfektionswahn besessene Murnau hat für die Rolle des Nosferatu den bis dato vollkommen unbekannten Max Schreck (hier genial gegeben von Willem Dafoe) engagiert und dieser schreckliche Schreck ist denn auch ein reinblütiger Vampir, der seinen Blutdurst nicht mehr zügeln kann, obgleich ihm eine fürstliche Belohnung versprochen wurde.

Das Verhängnis nimmt seinen Lauf, zunächst werden einige Teammitglieder von einer Art Unwohlsein (Blutarmut) heimgesucht. Darsteller Schreck bleibt außerhalb jeglichen Verdachts, hält man in doch für einen äußerst exzentrischen Method-Acting-Darsteller. Die Situation eskaliert und Murnau selbst kann sich des Vampirs nur mit Mühe vom Halse halten und Schreck immer wieder bändigen, indem er auf die Gage verweist. Und die besteht aus Greta Schröder, der weiblichen Hauptrolle in Nosferatu, von der Schreck unendlich besessen ist und die er in der Schlußszene versprochenermaßen Leersaugen darf…
 
Das war’s für heute. In den nächsten Geschenktipps werden wir uns dem »anderen«Buch widmen.