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Kurzinfo
Vom Bild der Musik

2. Mai 2007

Vom Bild der Musik

Mensch, innerhalb kurzer Zeit geht es schon wieder über Musike los. Diesmal beschäftigen wir uns aber nicht mit Tönen, sondern mit Bildern. Genauer gesagt mit Photographien. Es geht dabei - mit einer Ausnahme - um die weltberühmte »REX COLLECTION« aus der führenden, unabhängigen britischen Presseagentur für Photographie, Rex Features. Diese Agentur liefert seit 1954 Aktuelles in Wort und Bild aus dem Showbiz an britische und internationale Medien und verfügt über ein enormes Bildarchiv, speziell im Bereich der gesamten Rockmusik-Geschichte. Britische und internationale Photographen lieferten großartiges Bildmaterial und bildeten so einen einzigartigen Fundus an photographischen Zeitdokumenten aus der Rockgeschichte der vergangenen Jahrzehnte. Kein Wunder, daß dieser Fundus förmlich nach thematischer Veröffentlichung heischt. Im Herbst 2006 erschienen bereits die beiden Bände »A Tribute to Queen« und »A Tribute to Sex Pistols«.

Aktuell hat man sich zur Herausgabe von »A Tribute to The Who« und »A Tribute to The Jimi Hendrix Experience« entschlossen und diese beiden Schmankerl möchten wir Euch heute vorstellen.

A Tribute to The Jimi Hendrix Experience
Beginnen wir doch mit dem posthumen Tribut an Jimi Hendrix, dem Gitarrengott, der auf seinem Instrument Spacesound kreierte als Chris Franke gerade den Windeln entstiegen war. Erinnern wir uns doch bitteschön an das legendäre Album »Axis: Bold As Love«, das uns die musikalische Begegnung der dritten Art bescherte, und uns gedanklich in einen wundervollen Kosmos der psychedelischen Art reisen ließ.

Jimi Hendrix war Mitte der Sechziger die schillerndste Figur der psychedelischen Bewegung und der wohl am häufigsten fotografierte Rockstar der Welt. Natürlich gab er dem Trio, das er gemeinsam mit John »Mitch« Mitchell und Noel Redding 1966 gründete, nicht nur den Namen sondern auch das Gesicht. Gemeinsam veränderte man althergebrachte, musikalische Strukturen und revolutionierte die bis dato starren Strukturen des Rock’n’Roll.

Die unglaublichen Liveauftritte von Jimi Hendrix sorgten für Aufsehen: »Jimi kam auf die Bühne und stahl uns die Show«, erinnert sich Eric Clapton an ein gemeinsames Konzert mit The Jimi Hendrix Experience 1966 in London. »Er spielte die Gitarre, während er sie hinter seinem Kopf hielt oder zwischen seinen Beinen, spielte mit den Zähnen und wälzte sich auf dem Boden herum.«

Am 18. September 1970 starb Hendrix im Schlaf an einem Gemisch aus Alkohol und Schlaftabletten.

Der Bildband »A Tribute to The Jimi Hendrix Experience« dokumentiert die Geschichte dieses außergewöhnlichen Trios zwischen 1967 und 1970 in rund 200 meist großformatigen Fotografien. Die teilweise bis dato unveröffentlichten Bilder zeigen die Band auf der Bühne, bei offiziellen Sessions im Fotostudio, zusammen mit berühmten Kollegen, aber auch in privaten Momenten. Seltene Bilder, auf denen Jimi Hendrix beim Frisieren oder als Weihnachtsmann verkleidet zu sehen ist, sind ein Höhepunkt dieses Prachtbandes.

A Tribute to The Who
Ein weiterer Meilenstein der Rockgeschichte sind zweifelsohne »The Who«! Die Ursprünge der Band liegen im Jahr 1961, als Roger Daltrey (Gesang), Pete Townshend (Gitarre) und John Entwistle (Bass) The Detours gründeten. Erst 1964, mit neuem Management, Keith Moon am Schlagzeug und unter dem Namen »The Who« gelang ihnen der Durchbruch. 1965 erschien das erste Album »My Generation«, die gleichnamige Single wurde zur Hymne für die Beat-Generation und wurde später von Patti Smith, Iron Maiden oder Oasis gecovert. Die Rockoper »Tommy« und zahlreiche Alben, vor allem die Doppel-LP »Quadrophenia« (1973), machten »The Who« zu einer der erfolgreichsten britischen Bands aller Zeiten.

Keith Moon starb 1978 an einer Überdosis Medikamente, doch die Band arbeitete für einige Auftritte und zwei Alben weiter zusammen. In den achtziger Jahren folgten vermehrt Soloprojekte. 2002 starb John Entwistle überraschend während der Reunion-Tour an einem Herzinfarkt. Nach einer kreativen Pause von 24 Jahren arbeiteten Roger Daltrey und Pete Townshend erneut zusammen: Im November 2006 erschien das Album »Endless Wire«.

»A Tribute to The Who« ist der erste Bildband über die Band, der in Deutschland veröffentlicht wird. Er zeigt alle Phasen von »The Who«, vom rasanten Aufstieg bis zur Reunion 2006. Die Bilder des ungarischen Fotografen Dezo Hoffman, der auch Dusty Springfield und Jimi Hendrix abgelichtet hat, zeigen Auftritte von »The Who« bei der britischen Rock-Pop-Musikshow »Ready, Steady, Go!« und bei »A Whole Scene Going«. Auf Bildern weiterer Fotografen werden Daltrey, Townshend, Moon und Entwistle zu Beginn ihrer Karriere als schick gekleidete Mods gezeigt, mit »tollen Frisuren, tollen Klamotten und einer tollen Einstellung«. Der Bildband zeigt auch Aufnahmen von den legendären Auftritten beim Monterey Pop Festival (1967), in Woodstock (1969) oder beim letzten gemeinsamen Konzert mit Keith Moon und natürlich auch Photographien der Reunion-Ära. Mit den meist großformatigen Fotografien und den Texten des britischen Musikjournalisten Marcus Hearn wird eine komplette Retrospektive der Karriere von »The Who« geboten.

Patti Smith - American Artist
Weiter oben hatten wir ja bereits das Reizwort »Patti Smith«, dieser unbestreitbar grandiosen Ausnahmekünstlerin aus New York. Mit dem Bildband »Patti Smith - American Artist« wird eine intime Hommage an die Wegbereiterin und »Hofdichterin des Punkrock«, die laut Rolling Stone zu den hundert größten Künstlern aller Zeiten gehört, zelebriert.

Die Rocksängerin, Dichterin und Malerin wird als Patricia Lee Smith am 30. Dezember 1946 in Chicago geboren. Anfang der 70er Jahre beginnt sie, ihre Gedichte in New Yorker Clubs zu E-Gitarrensoli von Lenny Kaye vorzutragen. Ihr 1975 erschienenes und von John Cale produziertes Debütalbum »Horses« macht Patti Smith zur bekannten Rock-Poetin. Ihr zweites Album »Radio Ethiopia« beeindruckt mit rauem Rock. Mit »Easter« und dem darauf enthaltenen legendären Song »Because The Night«, den sie zusammen mit Bruce Springsteen aufgenommen hatte, gelingt ihr der weltweite Durchbruch.

Nach ihrer 1979 veröffentlichten vierten Scheibe »Wave« beendet Patti Smith zunächst ihre Musikkarriere. Sie zieht mit ihrem Ehemann Fred Sonic Smith (genau: MC 5) in die Provinz bei Detroit. 1988 erfolgt das Comeback der beiden mit »Dream Of Life«. Sechs Jahre später trifft sie ein schwerer Schicksalsschlag: Ihr Mann stirbt an einem Herzinfarkt. Wenig später verliert sie ihren Bruder Todd und zwei enge Freunde: den Fotografen Robert Mapplethorpe und ihren Pianisten Richard Sohl. Im Jahr 2000 erschien »Gung Ho«, von Kritik und Publikum gleichermaßen gefeiert. Das bis dato letzte Album »Trampin’« erschien im Frühjahr 2004. Die Sängerinhat bis heute außerdem vierzehn Bücher mit Gedichten und Prosa veröffentlicht.

»Patti Smith - American Artist« nimmt den Leser mit auf eine Reise von den Wurzeln der rätselhaften Künstlerin im verschlafenen New Jersey bis hin zu ihrem Aufstieg in New York City. Der Photoband von Frank Stefanko, mit einem Geleitwort von Patti Smith und einem Vorwort ihres Gitarristen Lenny Kaye, ist aber nicht nur ein einfaches photographisches Porträt. Zusätzlich gewähren Erinnerungsstücke und Notizen aus Smiths privater Sammlung einen intimen Blick auf eine der angesehensten Künstlerinnen Amerikas. Stefanko hat den Photographien beeindruckende Texte beigestellt, in denen er die Vergangenheit wieder auferstehen läßt: Er erinnert sich an seine erste Begegnung mit Patti Smith im College, an seinen ersten Besuch bei ihren Eltern, an das New York Anfang der 70er Jahre, als im Hotel Chelsea Bob Dylan, Janis Joplin und Jimi Hendrix wohnten ...