8. Mai 2007
Neulich telephonierten Klaus Bollhöfener und ich miteinander und kamen irgendwie auf die gepflegte Krimiunterhaltung, die Klaus’ Meinung hier in Deutschland wohl am Boden läge. Dem konnte ich nur beipflichten. Krimis, die sich mehr um die Depressionen des Kommissars drehen oder Produktionen in denen man schon innerhalb der ersten Minuten den Täter präsentiert bekommt oder zumindest weiß: »Das isser!« Schluß, Ende, Aus? Mitnichten, denn dann sind wir auf eine Reihe der BBC gestoßen, die die phantastischen Krimis von Elizabeth George um »Inspector Lynley« filmisch umgesetzt hat.Inspector LynleyPsychologische Raffinesse, präziser Spannungsaufbau und ein unfehlbarer Sinn für Dramatik charakterisieren die Bücher der amerikanischen Bestsellerautorin. Elizabeth George wurde mit dem »Anthony Award«, dem »Agatha Award« sowie dem »Grand Prix de Litérature Policière« ausgezeichnet. Und einige ihrer Bestseller wurden von der BBC verfilmt und auch im deutschen Fernsehen beim ZDF mit größtem Erfolg ausgestrahlt, und sind auch als DVD-Boxen im Handel erhältlich.
»The Inspector Lynley Mysteries« kommen über Edel Records/Edel motion und gehen bereits in die dritte Ausgabe. Jede Box enthält vier DVDs mit jeweils einer 90-minütigen Folge. Und die haben es in sich. Hier wird außergewöhnliche Spannung bis zum Schluß geboten und manchmal rätselt man wirklich bis zur Auflösung am Ende wer denn nur der Täter war. So mancher mutmaßliche Schurke entpuppt sich dann als Opfer oder gar als Unschuldslamm.
Dabei sind Inspector Thomas Lynley (gespielt von Nathaniel Parker) und Sergeant Barbara Havers (gespielt von Sharon Small) weder die typischen Heldencharaktere, noch integre Glattlinge. Das Duo lebt von charakterlichen Gegensätzen. Während Lynley, ein smarter Blaublütler mit Oxfordvergangenheit, vordergründig als Überflieger daherkommt ist seine Partnerin Havers eine ironische, disziplinlose, hochintelligente Frau, der man anmerkt, daß sie sicherlich nicht mit einem goldenen Löffel im Mund zur Welt gekommen ist. Und hier bietet sich auch genug Stoff für innerdienstliche Kontroversen und verschiedene Ermittlungsansätze.
Aber bitteschön, es sind ausgeprägte Charaktere, die sich nicht im Dschungel irgendwelcher Ermittlungen verlieren und kein Privatleben haben. Und dieses Privatleben vermischt sich in den Filmen zu einer gekonnten Melange aus »Dienst und Schnaps«, nicht ohne tragische Komik und teils als wichtiger Bestandteil von Ermittlung und Anlaß.
Es ist gerade die persönliche Anteilnahme/Stellungnahme des absolut nicht unfehlbaren Duos, die einen Spannungsbogen schaffen, der realistischer nicht sein kann. Natürlich wird der Leser der Romane die eine oder andere literarische Figur vermissen oder an der Besetzung herummäkeln können, doch die Essenz der Romane bleibt erhalten: Intelligente, kriminalistische Unterhaltung mit enorm hoher Spannung!
Waking The DeadUnd mit dieser Lobeshymne kommen wir auch schnell zu einer zweiten Serie der gepflegten Krimiunterhaltung aus den BBC Studios. »Waking The Dead«, ebenfalls über Edel Rec./Edel motion, liegt in der zweiten Staffel neu in den Regalen der einschlägig bekannten Dealer. Leider nur die zweite Staffel, denn die erste Staffel ist Hierzulande nie gelaufen und demnach wurde diese auch nie veröffentlicht.
Worum geht es: Eine fünfmenschige Londoner Spezialeinheit »Cold Case Unit« (Abt. für ungelöste Fälle, Anmerk. d. Red.) um Superintendent Peter Boyd erhält ihr Mandat »Im Auftrag der Toten« und schließt einen Fall erst dann ab, wenn ein vermeintlich nicht mehr aufzuklärender Mordfall gelöst und der Täter einen Namen bekommen hat.
Das Team geht akribisch jedem Indiz nach, durchsucht alle Aspekte und Irrwege eines Lebens, taucht ein in die Vergangenheit und findet, was niemals gefunden werden sollte - wenn es nach den Tätern gehen würde. Die Ermittlungstechnik ist vom Feinsten und die forensische, sowie psychologische Verfahrensmethodik ist nicht nur realistisch dargestellt sondern hält jeder Überprüfung auf Wahrheitsgehalt stand. Und mit dieser wissenschaftlich basierten Methodik kratzt die Spezialeinheit an den Geheimnissen der Vergangenheit bis diese bloßliegt. Aber auch hier gilt: Wer die Toten erzählen läßt, lebt auf gefährlichem Fuße, denn die Täter, die sich noch auf freiem Fuß befinden, lassen nichts unversucht, um ihre Tat zu verschleiern...
Da mag sich so manch einer von Euch denken: »Hallo, das kennen wir doch aber aus den vielen amerikanischen Produktionen zur genüge«! Stimmt schon, nur hierbei handelt es sich eben nicht um oberflächliche, Ami-Massenware. Ausgefeilte Charaktere und in sich spannende Handlungsstränge mit intelligenten Dialogen heben diese Serie von der Massenware wohltuend ab. Zumal die Serie außerdem noch auf Tatsachen beruht, denn Scotland Yard hat extra dafür Einblick in seine Archive gewährt. Die Serie hat es bis dato in Großbritannien bereits auf sechs Staffeln gebracht und erhielt bereits 2004 International Emmy Award als beste Krimiserie. Ich meine: Einschwenken!
Und wenn ich schon so voller Lobeshymnen bin, dann möchte ich auch noch einen drauflegen. Man hat uns je eine DVD Box »Inspector Lynley« und »Waking The Dead« zum verlosen geschenkt, die wir natürlich hiermit ausloben wollen.
Beantwortet uns folgende Frage bis zum 28. Mai 2007:
Wer spielt die Rolle von Peter Boyd?
Schickt Eure Antwort einfach per EMail an
gewinnspiel@perry-rhodan.net