26. Juni 2007
Mit Word formatierte Texte sehen gut aus, sind aber noch ein ganzes Stück vom typographischen Standard professionell gesetzter Texte entfernt. Als Michael Lenz mit seiner Dissertation begann, ärgerte ihn dieser Umstand dermaßen, daß er beschloß dies zu ändern. Nur, guter Rat ist enorm teuer und so begann der Autodidakt (nach eigenen Aussagen) desnächtens mit der Programmierung eines ergänzenden Programms für professionelle Textgestaltung in Word. Das Ergebnis ist das Adon »TypoTools«.
Mittlerweile ist Lenz bereits bei Version 3 angekommen und aus dem »Progrämmchen« für den Eigenbedarf ist längst ein professionelles Werkzeug für die fast perfekte Textverarbeitung geworden. Und fast perfekt auch nur, weil Word als Mengensatzprogramm vieles einfach nicht kann oder zuläßt.
So schlägt TypoTools letztendlich eine Brücke zwischen den überaus teuren professionellen DTP-Programmen und dem überaus verbreiteten Textverarbeitungsprogramm Word und bietet die typographischen Funktionen an, die der Textverarbeitung bislang noch fehlen.
Natürlich lassen sich in Word erfaßte Texte anschließend auch gleich umfassend formatieren. Der Anwender entscheidet sich etwa für eine bestimmte Schriftart, setzt vielleicht auch noch einen Blocksatz um und sorgt mit einer guten Gliederung, hervorgehobenen Überschriften und mit abgesetzten Kopf- und Fußzeilen für ein angenehmes Layout des Textes. Allerdings: Vom Aussehen professionell gesetzter Dokumente sind die eigenen Word-Dokumente trotzdem meist noch ein ganzes Stück weit entfernt. Das ist kein Wunder. Typographisch bewanderte Experten werten ihren Text noch mit vielen zusätzlichen Formatierungen auf, die Word von Hause aus so nicht anbietet - und die das Aussehen eines Buchs, eines Berichts, einer Seminararbeit, einer Examens- oder Diplomarbeit oder einer Dissertation doch entscheidend verbessern und professioneller erscheinen lassen.
Die »TypoTools 3« verpassen einem beliebigen Word-Dokument den typographischen Turbo. Zu diesem Zweck richtet die Werkzeugsammlung in Word ab der Version 2000 automatisch neue Symbolleisten ein, über die auch Anwender ohne detaillierte typographische Fachkenntnisse alle benötigten Textoptimierungen leicht aufrufen können. Das Programm ist außerdem bereits fit für Word 2007, in das es sich dank der neuen Ribbon-Technologie nahtlos integriert. Hier werden die TypoTools-Funktionen in einer eigenen Registerkarte zusammengefaßt.
Die TypoTools korrigieren zahllose kleine Layout-Fehler, die unkorrigiert dafür sorgen, daß der Text viel zu »luftig« aussieht. Ganz in diesem Sinn greift das Programm erst nach der Fertigstellung des Textes, wenn das Dokument nicht mehr inhaltlich verändert werden soll und auch der Korrekturlauf bereits erfolgt ist. Dann startet das Programm eine automatische Konvertierung, die in einem Rutsch das gesamte Dokument analysiert und alle erforderlichen Änderungen durchführt.
Dabei formatieren die »TypoTools 3« Abkürzungen mit verminderten Leerzeichen, kümmern sich um einen Laufweitenausgleich und bereinigen häufige typographische Probleme wie falsche Anführungszeichen und zu kurze Bis-Striche. Möglich ist es auch, auf ein Blocksatz-Tool zur manuellen Optimierung von Laufweiten und der Silbentrennung zuzugreifen und benutzerdefinierte Ligaturen einzusetzen. Die »TypoTools« unterstützen auch OpenType-Schriftarten und können mit ihnen echte Kapitälchen und Mediävalziffern umsetzen. All das spart Platz und läßt den Text enger zusammenrücken.
Wir haben dieses Programm für Euch getestet und waren schier begeistert von den Möglichkeiten. Aus diesem Grund haben wir mit Michael Lenz auch einen
»Plausch am Telephon« geführt und mal so richtig ausgefragt.