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Kurzinfo
Gepflegt auf die Ohren

5. Dezember 2007

Gepflegt auf die Ohren

In unseren Gefilden weitverbreitet ist das Verschenken von Tonträgern. Dabei ist es mittlerweile unerheblich, ob es sich um Hörbücher, Hörspiele, oder Musik. Eine schöne Idee ist auch die »selbstproduzierte MP3-Sammlung«. Nein, damit meine ich nicht die x-te MP3-Sammlung aus dem Netz gesaugter Hitparaden-Eintagsfliegen. Ich meine wirklich selbst erstelltes Programm. So bekam ich zum Geburtstag eine wunderschöne Hörspiel-CD von meiner Nichte, die zusammen mit Ihren Freunden ein Hörspiel aus der Welt des berühmten Zauberlehrlings erdacht, gesprochen und aufgenommen hatte. Wohingegen mein Freund Alex mich mit selbstgemachter Musik erfreute. Aus seinem Küchen-Heimstudio gab es Dark-Elektro vom Feinsten.

Nun, nicht jeder hat Zeit, Muse oder die Technik, um etwas selbstgebasteltes zu produzieren. Hier hilft nur der Gang zum Plattendealer oder der Sesselkauf im Internet. Und denjenigen, die letzteres für sich in Anspruch nehmen, helfen vielleicht die folgenden Tipps.

Gerade in Sachen Musik-Tipps tue ich mich immer schwer. Es gibt so wenig Gutes und das eigene Gusto ist auch immer vor. Eigentlich wollte ich Euch die neue Scheibe von »Vanilla Fudge« ans Herz legen, die nach ihrer Reunion wieder aktiv produzieren. Nur das neue Album ist eine Katastrophe und transportiert aber auch nicht ein Quäntchen des magischen Charmes der Vorgängeralben. Durch Zufall stieß ich aber auf eine respektable, deutsche Formation, die sich  »Coppelius« nennt und bei mir in Dauerrotation läuft.

Aufmerksame Literaturkenner werden sich natürlich an E. T. A. Hoffmanns schwarzromantische Geschichte »Der Sandmann« erinnern, in der ein Furcht einflößender, grober Kerl namens »Coppelius« sein Unwesen treibt und in der Geschichte das Böse an sich verkörpert. Nun, nicht gerade böse, wohl aber boshaft geht es in den Texten der Band schon zu. Gesungen wird in einem Gemisch aus Deutsch und Englisch und die Musik kommt gänzlich ohne Gitarren aus.

Ehrlich, fünf Herren bedienen aufs trefflichste zwei Klarinetten, Kontrabass, Cello, Schlagwerk, während ein sechster Herr - das Faktotum »Bastille« - für das Wohlergehen der Herrschaften sorgt, auch mal bei Instrumentierung und Gesang einspringt und live für das Anheizen der Audienz sorgt. Wer jetzt an »Klassik meets Klezmer« denkt, liegt gänzlich falsch, denn soundmäßig geht die Post in Richtung metallischer Härte ab. Da wird auch mal ein Song von Iron Maiden gecovert und auf neue, zeitgemäße Härte gebracht. Ansonsten ist die Musik aber selbstgemacht und gnadenlos gekonnt dargeboten. Das erste Album  »Time-Zeit« kam unlängst auf den Markt und ist mein persönlicher, musikalischer Geschenktipp.

Übrigens hat man auch eine wirklich ausgefeilte Hintergrundgeschichte erdacht und die ist es Wert einmal genauer betrachtet zu werden. Auch die CD-Box »Frühe Werke«, eine Zusammenstellung aller drei bislang erschienen Maxis, sind für mich ein absolutes Muss. Wer sich ein Bild von den Herren machen möchte, der klicke doch wohlgeneigt auf  diesen Videolink.

Klassisch geht es bei meinem nächsten »Verschenk-doch-mal-Musik« Tipp zu. Nur diesmal geht es nicht um einzelne Werke, sondern gleich um z. B.  »Die 100 schönsten Konzerte« oder  »Die 100 schönsten Sinfonien«. Keine Bange, dazu muss man nicht die Box mit jeweils 100 CDs kaufen, denn die Meisterwerke passen im MP3-Format auf je eine DVD.

Bei Samplingraten zwischen 240 und 320 KB/sec. ist die Qualität absolut hochwertig. Dabei handelt es sich durchweg um gute Aufnahmen von ausgezeichneten Orchestern. Hier finden sich neben Werken von Bach, Beethoven, Mozart, Liszt auch Werke von Berlioz, Bizet, Borodin, Saint-Saëns und Stamitz, um nur einige zu nennen. Angeboten werden diese DVDs von der Digitalen Bibliothek, über die ich schon häufiger berichtet habe.

Neben diesen Musik-DVD-Samplern im MP3-Format findet man hier auch einzelne Klassiker, wie z. B. Dvorak, Mozart und viele andere mehr, deren Werke jeweils komponistenbezogen über vierzig Stunden Hörgenuss bieten.

Zuguterletzt noch ein Tipp aus dem Bereich Hörbuch. Voller Spannung habe ich mir Arno Strobels  »Magus - Die Bruderschaft« von Heikko Deutschmann vorlesen lassen. Dabei handelt es sich um einen wirklich spannenden Thriller, dessen Untertitel wohl auch »Der Papst ist tot - lang lebe die Bruderschaft!« heißen könnte: Wer steckt hinter dem tödlichen Attentat auf den neu gewählten Papst?

Geheimnisvolle Tagebücher führen Bischof Corsetti auf die Spur einer mächtigen und mysteriösen Bruderschaft, die seit dem Zusammenbruch des Dritten Reiches im Verborgenen ein gefährliches Komplott gegen die katholische Kirche schmiedet. Bald schon stehen sich mächtige und ebenso machtgierige Institutionen in einem Spiel voller Intrigen und skrupelloser Machenschaften gegenüber, in dem es scheinbar keinen Gewinner geben kann...

Ich wollte mir dieses Hörbuch mal immer wieder so als Bettlektüre gönnen aber nix wahr, denn ich habe jede freie Minute atemlos gelauscht und ganz nebenbei auch noch die eine oder andere historische Information mitgenommen.