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Neues aus dem »Compuversum«
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28. Dezember 2007
USB 2.0 war gestern und warum der Rechner ein Zombie werden kann
»FireWire beschleunigt auf vierfache Durchsatzrate! Spezifikation S3200 bedeutet 3,2 Gigabit pro Sekunde«, diese Meldung flatterte mir aus Dallas von der »1394 Trade Association (1394 TA)« vergangene Woche auf den Schreibtisch. Da war ich erst einmal platt. Gerade hatte man sich von FireWire komplett getrennt und alles auf USB 2.0 umgestellt, die olle Webcam durch ein »Video Class High-Speed USB 2.0«-Modell ersetzt und die externen Festplatten um- oder aufgerüstet - und nun das.
Wir Computeraffinen sollten das aber eigentlich aus Erfahrung kennen, denn was wir heute beim Computerhändler erstehen, ist morgen meist schon wieder veraltet. Und mal ehrlich, die Zeiten in denen wir »Aufrüstsklaven« waren, sind wohl vorbei und auch unbezahlbar angesichts der kaum noch erschwinglichen Grundbedürfnisse wie Nahrung, Wohnung und vor allem Energie, die das sauer Verdiente entschwinden lassen. Ich bitte natürlich schon präventiv um Entschuldigung, sollte ich den Abgeordneten der Länderparlamente, des Bundesparlaments oder gar einem Topmanager eine gewisse monetäre Insolvenz unterstellt haben …
Nur diesmal soll alles anders sein, denn die neue Spezifikation baut laut 1394 TA auf dem normalen FireWire-Standard IEEE 1394b auf. Und dies hat zufolge, dass S3200 mit den derzeit vorhandenen FireWire-Kabeln und Verbindungen durchaus funktionieren soll. Na klasse, endlich mal Geschwindigkeiten beim Datentransfer auf die externe Festplatte und dies auch wesentlich schneller als das angekündigte USB 3.0 und auch noch ein Stückchen rasanter als External SATA.
Nur einen Haken hat die Zukunftsmusik noch: die S3200 muss erst noch ratifiziert werden und dann ist dieser neu gültige Standard auch noch industriell umzusetzen, denn die 1394 TA ist nicht für die technische Umsetzung verantwortlich. So werden entsprechende Gerätschaften wohl erst ab 2009 das Licht der Welt erblicken.
Eine andere Geschichte, die mein Schreibtisch erobert hat, ist keine Zukunftsmusik, sondern passiert hier in Deutschland tagtäglich. Es geht um so-genannte »Zombierechner«, die ohne das Wissen ihrer Besitzer zu einem kriminellen Werkzeug gemacht wurden. Stellt Euch doch bitte mal vor: » Der Staubsauger setzt sich selbständig in Bewegung, das Auto braust ohne Fahrer los und rammt Passanten, das Telefon bestellt eigenständig eine Pizza …«
Klingt wie ein schlechter Horrorfilm, ist es glücklicherweise auch. Die Angst, dass die Dinge um uns herum urplötzlich wie Roboter ein Eigenleben entwickeln könnten, ist Stoff für unzählige Filme und Romane. Nur Fiktion? Nicht ganz, es gibt eine Ausnahme - und die steht in der Computerecke.
Tatsächlich kann sich der eigene PC in einen ferngesteuerten Roboter verwandeln und Unheil anrichten, ohne dass der Besitzer davon etwas mitbekommt. Verantwortlich dafür sind Programme, in der Fachwelt Bots (= Robots) genannt. Werden mehrere solcher Rechner zusammengeschlossen, spricht man von einem Botnet oder Bot-Netz.
Natürlich wird ein Computer nicht von ungefähr von einem Bot heimgesucht, er wird gezielt gekapert. »Internet-Kriminelle schleusen entsprechende Programme in den Rechner. Diese nisten sich ein und warten auf externe Befehle - zum Beispiel zum massenhaften Versand von Spam, zum Lahmlegen fremder Internetanschlüsse im Rahmen so-genannter Denial-of-Service-Angriffe oder zum Herunterladen von Schadsoftware«, erklärt Candid Wüest, Virenexperte bei Symantec.
Harmlos sind solche gekaperten Rechner bzw. Bot-Netze also keineswegs - im Unterschied zu Viren, Würmern und Phishing-Mails jedoch weitgehend unbekannt. Wie eine von Symantec initiierte Umfrage ergab, haben 62 Prozent der Menschen keine Ahnung, was die Begriffe Bot oder Botnet bedeuten. Unwissenheit schützt in diesem Fall jedoch keineswegs: Die Zahl von »Roboterrechnern«, auch »Zombies« genannt, nimmt unaufhaltsam zu. Laut dem aktuellem Internetsicherheitsbericht
von Symantec gehört gerade Deutschland aufgrund seiner hohen Zahl an Breitbandanschlüssen zu den Bot- bzw. Botnet-Hochburgen in Europa. Dabei kann ein Kaperversuch theoretisch fast jeden treffen. Besonders vorsichtig sollte man auf Seiten sein, auf denen verschiedene Dateien runtergeladen oder ausgetauscht werden können.
Schnell schleicht sich so ein Trojaner ein und öffnet die Tür für Schadprogramme. Ausreichend Anlass, die Gefahr ernst zu nehmen, hat allerdings jeder Computernutzer - wer möchte schon zum unfreiwilligen Helfer von Spam-Versendern werden. Und wer lebt schon gerne mit einem Roboter unter einem Dach, über den er keine Kontrolle hat …
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