15. Januar 2008
Kaum ist das Mini-Notebook (ich hatte in einer der
letzten Kolumnen darüber berichtet) auf dem Markt, bekommt ASUS eine Desktop-Antwort vom Mitbewerber
VIA Technologies um die Ohren geschlagen: Den VIA ARTiGO als Bastelsatz - den Schraubern unter Euch besser als Barebone bekannt. Allerdings ist das »A1000 Pico-ITX Builder-Kit« so »bare« denn doch nicht.
Normalerweise besteht ein Barebone lediglich aus Gehäuse, Mainboard und Netzteil, den Rest muss sich der enthusiastische Bastelfreak selbst zusammenstoppeln. VIA Technologies geht mit dem »VIA ARTiGO A1000 Pico-ITX Builder-Kit« aber über diese Minimallösung einen entscheidenden Schritt weiter, denn hier werden alle wesentlichen Komponenten zum Selbstbau des nur 150×110x45mm großen Do-it-yourself-Computers gleich mitgeliefert.
Der Bastler muss lediglich für Arbeitsspeicher (bis zu ein Gigabyte DDR2-RAM) und Festplatte im 2,5-Zoll-Format Sorge tragen. Wer es denn noch energiesparender haben möchte, der verbaut einfach einen Flashspeicher (z. B. Solid State Disk mit 8GB Speicherkapazität) statt der Festplatte. Als Betriebssystem ist fast alles Gängige geeignet. Allerdings sollte man darauf achten, dass bei der Verwendung von Flashspeichermedien, Betriebssysteme, bei denen der permanente Schreibzugriff nicht unterbunden werden kann, nicht die erste Wahl sind (Windows XP oder 2000).
In der Tat könnte dieser Bastel-PC durchaus der Renner in Sachen »Green IT« werden Das Herz des Bausatzes ist ein VIA EPIA PX10000 Pico-ITX Mainboard, das bereits mit CPU und Prozessor-Kühlung ausgestattet ist und mit einer Leistungsaufnahme von unter 13 Watt deutlich unter den festgeschrieben Energy-Star-4.0-Richtlinien bleibt. Als Prozessor kommt ein aktiv gekühlter 1GHz C7 zum Einsatz. Auf dem Board befindet sich der 1x-Sockel für SO-DDR II 533. Ein Einbaurahmen für HHD 2,5““ DIE vervollständigt die Innenausstattung des Minis. Übrigens, auch in punkto Werkzeug und benötigte Kabel braucht man sich keine Sorgen zu machen, denn das alles wird gleich mitgeliefert.
Klar, dass bei diesen winzigen Abmessungen von 150×110x45mm ein optisches Laufwerk keinen Platz mehr findet. Auch das 60 Watt Netzteil (mitgeliefert) muss draußen vor der Tür bleiben.
Übrigens, das Gehäuse ist in wohltuendem schwarz gehalten und weist auf der Vorderseite lediglich einen Ein-/Ausschalter, sowie vier 2.0 USB Ports und zwei Audiobuchsen (High-Definition) für Line-out und Mikrophon auf. Auf der Rückseite ist es ebenfalls spartanisch, denn hier befinden sich lediglich ein VGA-Ausgang, eine 10/100 LAN-Buchse. Damit dürfte wohl jedem klar sein, dass wir damit ein prima internetbasiertes oder Thin Client System aufbauen können. Ich denke, dass dieser Miniatur-PC auch bestens in das Wohnzimmer passt und via Netzwerk und TV-Adapter einen enormen Mehrwert für Multimedia- und Daddelfreaks bringt.
Der von VIA empfohlene Verkaufspreis wird mit rund 300 Euro angegeben. Nimmt man die Kosten für Festplatte (wahlweise Flashspeicher) und Arbeitsspeicher dazu, so kommt man doch schnell auf einen Endpreis zwischen 400 bis 500 Euro.