15. Februar 2008
Ich bin doch immer wieder verdattert wieviel kleine Softwareschmieden so in Deutschland existieren. Beileibe keine kruden Garagenfraggels, die abstruse Programme für andere Fraggels schreiben, sondern gestandene Mittelständler, die für Privatanwender und eben für das »Small Business« nützliche Programme entwerfen und vertreiben. Dabei werden oft die Lücken sinnvoll ausgefüllt, die Windows & Co leider immer wieder aufweisen.Vor einigen Wochen erhielt ich zwei Programme der Firma
»Ascomp« aus dem Stuttgarter Raum, die mich aufgrund von Pressemitteilungen angesprochen hatten. Es handelt sich hier bei um den
»BackUp Maker 5.3«, der professionelle Datensicherung mit wenigen Mausklicks verspricht und dem
»Secure Eraser 2.1«, der meine Daten ohne Wiederkehr löschen soll.
Beide Programme lud ich auf meinen Testrechner (XP mit SP 2, 3 GHz Intel-CPU, 2 GB RAM) und probierte mit immer größerem Wohlgefallen aus. Das Endergebnis: Laufstabil, ungemein hilfreich und zudem auch noch für den schmalen Geldbeutel ausgelegt. Beide Programme landeten nach dem Test auf dem Redaktionsrechner, mit dem ich gerade diese Zeilen schreibe.
Übrigens, wer keine Lust hat sich die ganze Kolumne durchzulesen, der hat
hier die Gelegenheit einem »Plausch am Telefon« zu lauschen, den ich mit Andreas Ströbel, dem Chef und Chefprogrammierer der Firma Ascomp geführt habe. Herr Ströbel gibt in diesem Plausch genauestens Auskunft über beide Programme.
Beginnen möchte ich nun mit de Beschreibung des »BackUp Maker 5.3«:Nichts wird so gern auf die lange Bank geschoben wie der Backup aller wichtigen PC-Dateien. Der BackUp Maker nimmt dem Anwender die lästige Pflicht ab, regelmäßig selbst eine Sicherheitskopie der wichtigsten Daten anzulegen. Einmal »programmiert«, legt das Tool ganz von selbst los und bringt die ihm anvertrauten Dateien in einer neuen ZIP-Sicherung unter. Im Falle eines Falles können die Sicherungen dann leicht mit der programmeigenen Restore-Funktion (oder mit einem beliebigen ZIP-Programm) wieder ins System zurückgespielt werden.
Das kompakte Tool legt beliebig viele Backup-Aufträge an, die sehr übersichtlich im Programmfenster gelistet werden, und die sich auch manuell per Mausklick auslösen lassen. Ein Schritt-für-Schritt-Assistent hilft dabei, einen neuen Sicherungsauftrag zu formulieren. Dabei steht sogar ein Expertenmodus bereit, der es dem Anwender erlaubt, selbst ausgefallene Wünsche zu äußern, wenn es um einen neu zu planenden Backup geht. Im Expertenmodus muß der Anwender elf Entscheidungen treffen, bis der neue Backup-Auftrag steht.
Drei Versionen gibt es vom BackUp Maker 5.3, zwei davon sogar kostenfrei. Von der Homepage läßt sich zunächst die Standard Edition herunterladen (4,5 MB). Sie darf von allen Privatanwendern dauerhaft kostenfrei eingesetzt werden, sichert aber nur Dateien bis zu einem Umfang von 1 MB. Wer sich kostenfrei registrieren läßt, erhält per Mail ein Update auf die Standard Edition PLUS. Sie sichert auch Dateien, die bis zu 3 MB groß sein dürfen. Alle Anwender, die eine Sicherung ohne Limit verwenden möchten, bestellen die Professional Edition. Sie kostet in der Privatlizenz 25 Euro und in der Firmenlizenz 50 Euro. Das Programm arbeitet unter Windows 9x, 2000, XP, 2003 und Vista.
Wie bereits geschrieben, ich bin vollauf zufrieden, genau wie mit dem Secure Eraser 2.1.Die Secure Eraser verhindert äußerst effektiv, daß bereits gelöschte Dateien von unbefugten Anwendern heimlich wiederhergestellt und dann gestohlen werden. Zusätzlich ist das Programm auch dazu in der Lage, die Festplatte zu bereinigen oder die Registry zu säubern.
Was viele Anwender nicht wissen: Gelöschte Dateien sind nicht wirklich gelöscht, sondern bleiben so lange vollständig auf der Festplatte bestehen, bis sie von neuen Dateien überschrieben werden. Gewitzte Datendiebe wissen um diesen Umstand und nutzen immer wieder gern die Gelegenheit, gelöschte Dateien mit sensiblen Inhalten wieder herzustellen, um sie dann heimlich zu kopieren. Firmengeheimnisse gelangen so leicht in die falschen Hände.
Secure Eraser erlaubt es, Dateien und Ordner zu markieren, um sie dann im nächsten Schritt sicher zu löschen. In der Vollversion stehen fünf verschiedene Verfahren zur sicheren Datenvernichtung zur Verfügung. Sie sorgen dafür, daß die Inhalte der zu vernichtenden Dateien vor dem Löschen mit redundanten Daten überschrieben werden. Bei Verwendung der Löschfunktion mit der höchsten Sicherheitsstufe werden die Dateien nach dem Peter Gutmann Standard vernichtet, der auch vom amerikanischen Geheimdienst eingesetzt wird.
Der Secure Eraser hilft auch gern dabei, die Festplatte aufzuräumen. Mit der entsprechenden Funktion ist es möglich, temporäre Dateien, Internet-Spuren und den Inhalt des Papierkorbs zu vernichten - so, daß niemand später mehr dazu in der Lage ist, die Daten wieder herzustellen. Das ist vor allem bei den Surfspuren des Web-Browsers von großer Bedeutung. Ansonsten könnte ein Unbeteiligter leicht anhand des Caches und der Adressliste nachvollziehen, welchen Weg ein Anwender durch das Internet genommen hat.
Zudem ist es auch möglich, die Registry zu scannen, um alle überflüssigen Einträge zu löschen. Nach einer Prüfung werden alle aufgespürten Treffer vorgestellt, um dann nach Rücksprache mit dem Anwender gelöscht zu werden.
Secure Eraser 2.1 wird in drei Editionen angeboten. Von der Homepage läßt sich zunächst die Standard Edition herunterladen (2,4 MB). Sie darf von allen Privatanwendern dauerhaft kostenfrei eingesetzt werden. Sie weist nur eine einzige Einschränkung auf: Es steht nur die schwächste der verfügbaren Methode zum Löschen der Daten zur Verfügung. Wer sich kostenfrei registrieren läßt, erhält sofort per Mail ein Update auf die Standard Edition PLUS. Sie erlaubt es, zwei weitere international anerkannte Standards zur sicheren Datenlöschung zu nutzen.
Alle Anwender, die das Programm mit fünf Löschverfahren und darüber hinaus auch noch im gewerblichen Umfeld einsetzen möchten, bestellen die nicht eingeschränkte Professional Edition. Sie kostet in der Privatlizenz 20 Euro und in der Firmenlizenz 40 Euro. Das Programm arbeitet unter Windows 9x, 2000, XP, 2003 und Vista.