30. September 2003

Logbuch der Redaktion:
Warum Klassiker einfach schön sind

Dieser Tage sind mir erneut zwei Bücher ins Büro geschickt worden, auf die ich mich geradezu »gestürzt« habe. Die Rede ist von den zwei neuen Titeln der PERRY RHODAN-Sammel-Edition, die im Weltbild-Verlag erscheint und von Michael Nagula betreut wird.

Bei der Reihe handelt es sich bekanntlich um Klassiker-Ausgaben, bei denen jeweils in einem Hardcover-Band zwei Taschenbücher eines PERRY RHODAN-Autors neu publiziert werden, die thematisch zusammenpassen. Michael Nagula bearbeitet die Jahrzehnte alten Manuskripte leicht, verändert aber nichts am originalen Charme der Klassiker und fügt kenntnisreiche Vorworte hinzu. So bilden die neuen Bücher für den PERRY RHODAN-Fan eine wirklich schöne Sammlung, die klassische Lese-Erlebnisse neu aufleben lässt.

Als neuntes Buch kam ein Doppelband von Hans Kneifel. Die Taschenbücher Formel des Todes / Der Besessene von Capucinu erschienen im Jahr 1973, trugen die Nummern 110 und 111 und waren jene Art von Planetenabenteuern, für die Hans Kneifel richtiggehend berühmt war: Ein Terraner ist als einziger seiner Art auf einem »Hinterwäldlerplaneten« und muss dort nicht nur um sein Überleben kämpfen, sondern ebenso versuchen, die Einheimischen zu retten. Die 320 Seiten sind echte SF-Unterhaltung, die auch heute noch Spaß machen kann.

Aus den 60er Jahren stammen die zwei PERRY RHODAN-Taschenbücher von Ernst Vlcek, die als zehntes Buch unter den Titeln Planet unter Quarantäne / Irrfahrt in die Vergangenheit in der Sammler-Edition erscheinen: »Planet unter Quarantäne« kam als Planetenroman 46 im Jahr 1968 auf den Markt, und »Irrfahrt in die Vergangenheit« folgte als Band 78 im Jahr 1970. Beides Mal ist Perry Rhodan selbst der Held der Abenteuer, und beides Mal stößt er auf unbekannte Welten, auf denen er ganz auf sich allein gestellt ist.

»Planet unter Quarantäne« ist dabei ein besonderes Juwel: Es handelt sich um den ersten Roman, den Ernst Vlcek der PERRY RHODAN-Serie beigesteuert hat. (Zuletzt erschien der Roman auch in einer Hörbüch-Bearbeitung, als achtes PERRY RHODAN-Hörbuch bei Eins A Medien.)

Die 384 Seiten des Doppelbandes zeigen auch nach über drei Jahrzehnten, warum der aus Wien stammende Autor so schnell zu einem der wichtigsten Autoren der Serie geworden ist: Seine Fähigkeit, Stimmung zu erzeugen und den Leser in eine fantastische Welt mitzunehmen, wurde über all die Jahre hinweg zu einer Art Markenzeichen.

Genug gelobt, genug gejubelt. Ich habe die beiden Bücher mit großem Vergnügen noch einmal durchgeblättert, mich an einigen Szenen festgelesen und mich mit erinnerungsseligem Schmunzeln an die frühere Lektüre zurück erinnert. Und das ist sicher nicht das schlechteste, was man über Klassiker sagen kann.



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