22. Februar 2005

Nach langer Wartezeit erschienen Ende Dezember zwei neue Ausgaben der
PERRY RHODAN-Fan-Edition, ein Ereignis, über das ich mich sehr freute. Immerhin hatten wir vor mehreren Jahren die Fan-Edition aus dem Grund ins Leben gerufen, um besonders talentierte Fan-Autoren zu fördern und ihnen die Chance zu geben, in einem schön ausgestatteten Medium erste größere Veröffentli-chungen zu bekommen.
Mit
Rainer Hanczuk und
Michael Marcus Thurner gibt es auch bereits zwei Autoren, die im Rahmen der Fan-Edition erstmals »richtig« auf sich aufmerksam machen konnten. Umso erfreulicher, dass die Macher der
PERRY RHODAN-FanZentrale diese zwei neuen Hefte herausbringen konnten: beide schön gestaltet, beide professionell gesetzt, beide auf einem Niveau, das über dem der üblichen Fan-Publikationen liegt.
Den neunten Roman schrieb dabei Jörg Isenberg, der mir persönlich unbekannt ist, dessen Kurzgeschichten ich aber schon seit vielen Jahren in Fan-Publikationen lese. Sein Roman »Der Ring der Sternenwale« spielt Ende des dritten Jahrtausends alter Zeitrechnung, zu einer Zeit also, in der im PERRY RHODAN-Universum das Imperium Dabrifa immer gefährlicher wird, während sich die Blues-Nationen in der Eastside der Milchstraße einen verheerenden Bruderkrieg nach dem anderen liefern.
In dieser gefährlichen Zeit kommt es in einem abgelegenen Sonnensystem zu einer Reihe von spannenden Begegnungen, bei denen das Finanzgenie
Homer G. Adams sowie die beiden Mutanten Ras Tschubai und Fellmer Lloyd ebenso eine Rolle spielen wie das geheimnisvolle Volk der Faantan. In schnellen Schnitten und raschen Übergängen erzählt Jörg Isenberg seine Geschichte von faszinierenden Außerirdischen, fehlenden Zellaktivatoren und fiesen Menschen - sehr bunt und sehr unterhaltsam.
Stärker mit der Geschichte der Erde im PERRY RHODAN-Universum verankert ist der zehnte Band der Fan-Edition, den Joachim Stahl geschrieben hat. Der Autor, der in den 80er Jahren einer der beliebtesten Schreiber der Fan-Szene war, bevor er sich ins Berufs- und Familienleben zurückgezogen hat, zeigt in diesem Roman, dass er nach wie vor sein Brot mit der Schreiberei verdient. »Tatort Imperium Alpha« ist ein waschechter Krimi, ein echter Space-Thriller gewissermaßen, der im Jahr 3440 spielt, zu einer Zeit also, in der gerade der Schwarm den Rand der Menschheitsgalaxis erreicht.

Louis Remlow ist der Held dieses Romans, und dabei handelt es sich um einen ganz besonderen Helden - viel Sympathie werden ihm die Leser nicht entgegenbringen können ... Ganz anders Carla Ziche, seine Kontrahentin wider Willen, die zweite Heldin des Romans: Beide gehören, ohne es zu wissen, zu einem ganz besonderen Menschenschlag, der von der ausbrechenden Verdummungswelle nicht betroffen ist; ihre Reaktionen darauf könnten aber nicht verschiedener sein. Ein weiterer Handlungsträger dieses Romans ist
Roi Danton, der Sohn Perry Rhodans, der mit seinen Gefährten versucht, im Chaos des zusammenbrechenden Terrania die Oberhand zu bewahren. Das alles ist sehr spannend geschildert, mit einer Verfolgungsjagd durch Asien und - ich verrate es - sehr viel Schießereien. Wer Action-Thriller liebt, wird diesen Roman sehr gerne lesen; mir hat er auf jeden Fall viel Spaß bereitet.
Genug gelobt, genug gejubelt. Eine Gratulation an die PERRY RHODAN-FanZentrale, die diese toll gestalteten Romane herausgebracht hat. Ein Tusch für die Autoren Joachim Stahl und Jörg Isenberg, den Redakteur Volkmar Kuhnle, den Lektor Alexander Huiskes sowie die Titelbild-Illustratoren Frank Grenda und Franz Miklis. Klasse!