15. März 2006
Es waren die wilden Jahre der Serie, die Zeit des Ausprobieren und der Experimente: die frühen Sechziger.
Die Autoren tobten sich in den Heften bis 199 so richtig aus. Niemand hatte jemals mit dem überwältigenden Erfolg von PERRY RHODAN gerechnet. Aus der Miniserie war unversehens eine fortlaufende Serie geworden, statt vielleicht 30 oder 50 Heften stand den Autoren plötzlich das ganze Universum offen - und die Autoren stürzten sich mit grenzenloser Begeisterung in das Abenteuer!
Die
Arkoniden, Individualverformer,
Ferronen,
Springer,
Swoons, Druuf,
Topsider,
Aras,
Akonen,
Naats,
Blues ... die Aufzählung ließe sich beinahe beliebig fortsetzen. Mit jedem neuen Heft wuchs das Perryversum spürbar, wurden neue Völker, neue Konzepte, neue Techniken eingeführt. Und auch das Arbeiten selbst war neu: Noch nie hatte ein Autorenteam ein derartig komplexes fiktives Universum erschaffen. Fehler und Widersprüche schlichen sich ein, und immer wieder schlug die Handlung überraschende Kapriolen - das Konzept der Großzyklen hielt erst mit Band 200 und dem Sprung nach
Andromeda Einzug.
Für
William Voltz, der die Serie für die Silberbände in Buchform brachte, keine leichte Aufgabe. Immer wieder stand er vor der Frage »Streichen oder Lassen?« und immer wieder war
Voltz, um eine straffe, stringente Handlung zu ermöglichen, gezwungen zu streichen. Am entschlossensten griff
Voltz am Ende des Zyklus »Das zweite Imperium« zur Schere. Die Hefte 180 bis 199 fielen komplett aus der Silberbandreihe.
Damit geriet ein Abschnitt der Serie in Vergessenheit, der nach wie vor zu meinen Favoriten zählt: die Plophos-Abenteuer. Abenteuer, die es spielend mit dem Besten aufnehmen kann, was PERRY RHODAN zu bieten hat: ein junger
William Voltz in Hochform, das Debüt von
H.G. Ewers, Mausbiber, wo man nur hinschaut, ein wahrlich finsterer Gegenspieler für
Perry Rhodan (der Diktator von Plophos, Iratio Hondro), eine Odyssee der wichtigsten Helden, die Maßstäbe setzte und - ein früher, schockierender Höhepunkt der Serie - der Untergang von
Arkon III.
Vor einigen Jahren wurden die Romane des Plophos-Zyklus im Rahmen der Bertelsmann-Clubausgabe publiziert. Dadurch waren sie nur einem begrenzten Publikum zugänglich. Jetzt stehen sie endlich dem allgemeinen Buchmarkt zur Verfügung - in Gestalt modern gestalteter Paperbacks. Wieder hat
Dirk Schulz neue Titelbilder sowie ein gemeinsames Rückenbild gestaltet.
Alle vier Paperbacks kommen im Herbst diesen Jahres auf den Markt. Nach dem Schwarm-Zyklus nun also der Plophos-Zyklus in ganz neuem Gewand ... ich freue mich schon jetzt darauf!