17. März 2006
Seit die letzten Hefte der »PERRY-Comics« das Licht der Welt erblickten, sind gut dreißig Jahre vergangen. Um so überraschender kommt es einem vor, dass seit einiger Zeit eine Gruppe von Aktivisten aus Hamburg und Umgebung daran arbeitet, die dank ihres Pop-Layouts seit »damals« bei Fans und Sammlern beliebten Comics fortzusetzen. Da das erste Comic-Heft bereits im April erscheinen soll, wird es Zeit, dass ich dazu ein bisschen etwas schreibe.
Herausgeber des neuen PERRY-Comics ist Karl Nagel, der im Januar 2005 die
Alligator Farm ins Leben rief. Dieses Zeichenstudio mit Sitz in Hamburg-Altona ist für den Inhalt des Comics verantwortlich: Eine Gruppe meist junger Leute bereitet dort gleich mehrere Comic-Projekte vor.
Karl Nagel und ich kennen uns seit 1980: Wir lernten uns auf dem PERRY RHODAN-Weltcon in Mannheim kennen. Wir waren zwei Jugendliche, die mit Feuereifer ihre Fanzines herausbrachten, ich mein kleines Heft namens SAGITTARIUS, er ein großes, sehr schick aussehendes Heft namens FANTASTRIPS. In FANTASTRIPS stellte er in dieser Zeit viele Zeichner vor, aus denen später Profis wurden, die unter anderem für ATLAN, MYTHOR oder andere Serien arbeiteten.
Das ist lange her, und wir beide haben uns in diesen Jahren immer mal wieder getroffen. Was neben anderem blieb, war über all die Jahre hinweg das gemeinsame Interesse an PERRY RHODAN. Schon aus diesem Grund fand ich die Aktivitäten der Alligator Farm von größtem Interesse. Anfangs war nicht abzusehen, welche Dimensionen das Projekt annehmen könnte - aber jetzt ist ein richtiges Comic-Heft entstanden, das demnächst erscheinen wird.
»Es ist ein Traum von mir persönlich«, freut sich Karl Nagel schon jetzt auf die Erstlingsausgabe. Zum Preis von 1,95 Euro soll das Heft an die Kioske kommen, allerdings nicht flächendeckend und bundesweit.
»Wir wollen an früher anschließen, und das in jeder Form«, so argumentiert Karl Nagel. »Aus diesem Grund halten wir den Preis des Heftes sehr niedrig und machen auch nur 28 Seiten.« Das ganze solle sich »anfühlen« wie die alten Hefte, weshalb man auch die klassischen Stories aus den 70er Jahren fortsetzt.
Dabei ist natürlich keine Eins-zu-Eins-Nacherzählung bestehender Heftromane oder Taschenbücher zu erwarten. Nagel sowie seine Zeichner und Autoren greifen Elemente der PERRY RHODAN-Romane auf und gruppieren sie zu den bisher bekannten Elementen der alten PERRY-Comics. »Auch mit dieser Herangehensweise orientieren wir uns an der alten Zeit«, so Nagel, »denn damals hat man sich ständig im gesamten Universum bedient und neue Geschichten geschrieben und gezeichnet.«
Kein Wunder, dass manche Designs der Alligator Farm abweichen von dem, was in den letzten zehn, zwanzig Jahren auf den Titeln der Romane zu sehen war. Möglicherweise wird das den einen oder anderen Puristen abstoßen, vielleicht aber finden gerade dieses »andersartige« viele Fans interessant. Ich habe schon alle Seiten des Comics gesehen und finde, dass dieser originelle Zeichenstil und die andere Herangehensweise an »unser« Perryversum sehr spannend ist.
Im übrigen ist mit dem ersten der neuen PERRY-Comics die Geschichte noch lange nicht zu Ende. Bereits jetzt bereitet die Alligator Farm das nächste Abenteuer vor. »Wir haben die technische Möglichkeit geschaffen, dass verschiedene Zeichner und Autoren gemeinsam an den neuen Seiten arbeiten«, erläutert Karl Nagel das aktuelle Prinzip. »Interessenten für diese Art der Zusammenarbeit können sich gerne per Mail und über unsere Homepage bei uns melden.«
Mit einer eigens gestalteten Seite wird dieser Zugang geschaffen. Mit dieser Form von Teamarbeit betritt der PERRY-Comic auch Neuland für vernetztes Schreiben und Zeichnen - damit wird ein originell gestartetes Experiment, das neben PERRY RHODAN verschiedene andere Projekte erfasst, konsequent fortgesetzt.
Ich bin sicher, dass wir von der Alligator Farm noch viel hören werden. Jetzt können wir uns auf jeden Fall erst einmal auf einen neuen PERRY-Comic freuen. Aktuelle Informationen gibt es alsbald auf der eigens eingerichteten
Comic-Homepage zu sehen.
Und ab Samstag, 18. März, beginnt ein exklusiver Vorabdruck in der
Böhme-Zeitung.