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Kurzinfo
5. April 2006

Der mysteriöse Außenlektor

Über Jahrzehnte hinweg war das System bei PERRY RHODAN recht einfach: Es gab die Autoren, die nach Exposés der Exposé-Autoren ihre Romane schrieben. Diese Romane wurden von Günter M. Schelwokat redigiert und an den Verlag geschickt; dort wurden sie »abgesetzt«, es gab einen Korrekturlauf, und dann gingen sie in die Druckerei. Alles ganz einfach.

1992 änderte sich das schlagartig, nachdem der langjährige Lektor Günter M. Schelwokat gestorben war. Der Verlag stellte einen Redakteur ein, der vor allem darauf achten sollte, dass sich die Zahl der stilistischen und grammatikalischen Fehler in den Heftromanen, Taschenbüchern und Silberbänden in Grenzen halten. Diese Person war ... ich.

Soweit zur Vorgeschichte. Gut ein Dutzend Jahre wurde die PERRY RHODAN-Serie von mir redigiert, also auf Fehler inhaltlicher und grammatiklischer Art korrigiert - während sich die Anforderungen an zusätzliche Aktionen, an Marketing und neue Produkte häuften, blieb dieser »Job« weiterhin bei mir. Kein Wunder, dass mir immer wieder Fehler durchrutschten, die vermeidbar gewesen wären.

Glücklicherweise fand sich mit  Michael Thiesen ein kritischer Leser, der die Romane noch einmal überprüfte und vor allem sachliche Fehler ausfilterte. Dank seiner Hilfe ließ sich die Zahl der Widersprüche drastisch verringern. Trotzdem blieb zu viel an Detailarbeit bei mir - auf Dauer war das ein Zustand, der nicht mehr tragbar war.

Vor allem ein Fan kritisierte viele Grammatik- und Stilfehler: Er hieß  Alexander Huiskes und schrieb im Diskussionsforum der PERRY RHODAN-Homepage sehr kritische und gleichzeitig sehr fundierte Beiträge, bei deren Lektüre mir jedesmal die Schamröte ins Gesicht stieg.

Wir trafen uns anlässlich einer Frankfurter Buchmesse zum ersten Mal. Dabei unterbreitete er mir seine Idee, ein  PERRY RHODAN-Rollenspiel zu publizieren, eine Idee, die mir sehr gut gefiel und die mittlerweile auch verwirklicht wurde.

Und irgendwann fragte ich ihn, ob er nicht seine Blickrichtung ändern wollte: weg vom kritischen Fan hin zu der Person, die dafür sorgt, dass die Fans weniger zu kritisieren haben. Seit zwei Jahren ist  Alexander Huiskes nun der PERRY RHODAN-Lektor, der von »außen« als freier Mitarbeiter die Romane der Autoren »in Schuss« bringt, der dafür sorgt, dass sich die Zahl der Grammatikfehler und inhaltlichen Schwächen - die es bei einem solchen Langzeitprojekt immer gibt - in Grenzen halten.

Ich hielt den Namen relativ lange zurück, auch deshalb, weil ich nicht wollte, dass Alexander derjenige ist, der den Zorn mancher Kritiker auf sich zieht. Wenn die Leser etwas zu kritisieren haben, bin ich letztlich der Ansprechpartner, nicht ein »Außenstehender«.

Mittlerweile aber können wir es bekannt geben.  Alexander Huiskes ist die Person, die im Hintergrund wirkt. Ich bin extrem froh, dass es ihn gibt. (Und wer mehr über ihn wissen will, der liest einfach  hier weiter.)