26. Juni 2006
Als ich mit
Frank Böhmert zum ersten Mal über den zweiten Heftroman sprach, den er für die PERRY RHODAN-Serie schreiben sollte, sagte ich ihm: »Stell dir so was wie Bruce Willis vor, der sich allein gegen eine Armee von Bösewichten behaupten muss - und das ganze mit allerlei privaten Problemen, wie sich das so gehört.«
Als wir das zweite Mal über den Roman sprachen, nachdem ich den Anfang bereits gelesen hatte, lobte ich ihn dafür. Es sei ja eigentlich »nur« ein Zwei-Personen-Stück geworden, aber das habe mir sehr gut gefallen. Das Rezept sei ja einfach, aber er habe es sehr gut umgesetzt: »Wir stecken zwei Leute zusammen, die ihre gemeinsamen Probleme haben, und setzen sie in eine stressige Situation. Dann kracht es nur noch zwischen den beiden ...«
In wenigen Tagen erscheint der zweite Böhmert-Heftroman: »Die Ratten der JERSEY CITY« kommt als Band
2341 der PERRY RHODAN-Serie auf den Markt. Selbst ohne große Vorkenntnisse der Serie ist der Roman leicht zu verstehen - wer sich in der Serie auskennt, wird natürlich ein anderes Lese-Erlebnis haben als jemand, der seinen ersten PR-Heftroman liest.
Dass das so gut funktioniert, liegt meiner Ansicht nach an den zwei sehr gelungenen Hauptfiguren des Romans: Cleo Yelvington ist Technischer Leutnant an Bord des
terranischen Raumschiffes JERSEY CITY, eine durchtrainierte, sehr sportlich und »taff« auftretende Frau. Ihr Kamerad ist Vabian F. Baertling, im Rang eines Captains stehend und deshalb eigentlich ihr Vorgesetzter. Bei dem Auftrag, in den die beiden
Terraner geraten, geht es aber nicht um Rangordnungen, sondern um den mehr oder weniger anstrengenden Aufenthalt in den Lüftungsschächten und Reinigungsgängen eines Raumschiffes.
Tatsächlich kommt
Frank Böhmert mit diesen zwei Figuren so gut wie ausschließlich aus - langweilig wird diese Erzählperspektive zu keiner Zeit. Das liegt unter anderem daran, weil die beiden »Helden« eine gemeinsame Vergangenheit verbindet, die für den Leser nicht gleich ersichtlich wird, die aber etwas mit der jüngsten Vergangenheit der PERRY RHODAN-Serie zu tun hat.
Viel mehr kann und will ich an dieser Stelle nicht über diesen Roman verraten. Der Autor schwitzte auf jeden Fall ordentlich, als er ihn verfasste (soviel darf ich ausplaudern), weil das Thema schließlich nicht so einfach umzusetzen ist. Ich finde aber, dass das Ergebnis absolut lesenswert ist ... vor allem für jene Leser, die ein besonderes Vergnügen daran haben, zwei gut ausgearbeitete Charaktere in Aktion zu erleben.
Was wir uns jetzt noch intern überlegen müssen (aber wirklich nicht ernsthaft), ist der Status von
Frank Böhmert: Nach zwei Heftromanen und zwei Taschenbüchern - das dritte ist bereits in Arbeit - kann man ihn kaum noch als Gastautor bezeichnen.
»Dann nenn mich halt einfach einen Stammgastautor«, meinte
Frank Böhmert. Das klingt in der Tat vernünftig. Vielleicht greifen wir diesen Vorschlag einfach auf.
Schauen wir mal ...