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Kurzinfo
9. Januar 2007

Ein Besuch bei STIL

Ortstermin in Berlin, im Obergeschoss des ehrwürdigen Verwaltungsgebäudes einer nahe gelegenen Kirche: Hier befinden sich die Studios von  STIL, jener Produktionsgesellschaft, die für die  PERRY RHODAN-Hörspiele verantwortlich ist.

Letzte Woche war ich dort, um über die weitere Entwicklung der Hörspiele zu sprechen - über die inhaltliche Weiterführung, um es genauer zu sagen: Es geht darum, den »Sternenozean«-Zyklus zu raffen und zu straffen, um für die Zuhörer das PERRY RHODAN-Erlebnis in ein ganz anderes Medium zu überführen.

Meine Gesprächspartner waren Simon Bertling und Christian Hagitte von STIL sowie  Siegfried Antonio Effenberger, der ab sofort als alleiniger Autor für den Inhalt der Hörspiele verantwortlich ist. ( Frank Böhmert, der sich im Jahr 2007 stärker auf eigene Projekte konzentrieren möchte, hat sich vorerst aus dem Hörspiel-Projekt zurückgezogen. Deshalb nahm er an unserer Runde auch nicht teil.)

Die Besprechung verlief extrem konstruktiv und zielführend; die verschiedenen Ansprüche von Zuhörern und Lesern wurden von allen Beteiligten offen diskutiert. Was einem Romanleser gefällt, kann für einen Hörspielhörer langweilig sein - und andersrum. Kein Wunder, dass unsere Ansichten darüber, was einen guten oder einen schlechten Roman ausmacht, voneinander abwichen. Gut war aber, dass wir uns trotzdem immer wieder einig wurden.

Seit dem Herbst letzten Jahres sind die ersten sechs »Sternenozean«-Hörspiele auf dem Markt. Laut den Auskünften, die wir von Lübbe-Audio erhalten haben, haben sie sich bisher ganz gut verkauft; man ist sehr zufrieden. Auch die Resonanz war bisher positiv, sowohl von den PERRY RHODAN-Fans als auch auf den Hörspiel-Seiten im Internet wurde viel Lob geäußert. Kein Wunder, dass die Reihe fortgesetzt wird.

Im Frühjahr 2007 kommen nun die nächsten sechs Hörspiele heraus. Sie sind weitestgehend fertiggestellt; Ende Januar soll die Abnahme durch  Miriam Hofheinz (PERRY RHODAN-Lizenzen) sowie durch  Lübbe-Audio erfolgen. Und dann geht es bereits mit Hochdruck an die nächsten sechs Hörspiele, die im Frühsommer 2007 aufgenommen werden, damit sie im Herbst 2007 erscheinen können.

»Wir werden hier rascher vorwärtskommen«, so Simon Bertling zum Konzept von STIL. »Anfangs haben wir die Hörer langsam in die Handlung des Zyklus einführen wollen, jetzt drücken wir aufs Tempo.« Grundsätzlich wurde ja das Konzept entwickelt, aus den 100 Heftromanen des Zyklus rund 40 bis 50 Hörspiele zu machen - so ist ein schnellerer Handlungsfortschritt möglich.

Ein ehrgeiziges Ziel, wie ich finde, aber eines, das zu schaffen ist. In unseren Diskussionen legten wir fest, welche Handlungsfäden in einer Hörspielfassung zu vernachlässigen sind: Häufig sind das übrigens genau jene Romane, die mir als Redakteur und Leser gut gefallen haben, die aber für die Hörspielfassung zu komplex oder zu weit weg vom Hauptstrang sind.

Mein Lieblingsbeispiel: Der Roman  2242,  Robert Feldhoffs »Letoxx der Fälscher«, wird in der Hörspielfassung nicht auftauchen. Auch Gisbert Haefs Roman »Der eiserne Finger Gottes« (Band  2289) wird nach bisheriger Planung nicht verarbeitet werden, obwohl ich ihn sehr gut finde.

In der Besprechung wurde mir auch klar, wie anders ein Hörspiel-Studio planen muss. Wo es in einem Roman durchaus sinnvoll sein kann, möglichst viele Nebenfiguren auftauchen zu lassen, ist das für eine Hörspielfassung eher kritisch. Wenn beispielsweise mit  Perry Rhodan und  Atlan und dem Erzähler schon drei Sprecherrollen vergeben sind, kann man vielleicht noch  Zephyda und Rorkhete dauerhaft besetzen - nicht aber weitere vier oder fünf Rollen, sonst mutet man den Hörern zu viel zu.

Bei meinem Ortstermin in Berlin einigten wir uns auf einen sehr ambitionierten Plan. Es wäre, folgen alle diesem Plan, tatsächlich möglich, den »Sternenozean«-Zyklus in einen weit gespannten Handlungsbogen ins Hörspiel zu transferieren und diese Geschichten in einem mehrjährigen, aber dennoch überschaubaren Zeitplan auf den Markt zu bringen.

Wenn die Käufer mitspielen, versteht sich ... Nur wenn es genügend Interesse bei den Käufern gibt, bei den PERRY RHODAN-Fans ebenso wie bei »normalen« Hörspielfreunden, ist ein solches Konzept - das es in dieser Form einer Fortsetzungsgeschichte bislang nicht gibt - überhaupt durchzuhalten. Aber da bin ich optimistisch!