1. Februar 2007
Logbuch der Redaktion:
Die Weigerung des Helden
Wenn ich gelegentlich gefragt werde, worin sich die PERRY RHODAN-Serie eigentlich grundlegend von anderen Serien unterscheidet, vor allem von entsprechenden Science-Fiction-Produkten aus den Vereinigten Staaten, verweise ich meist auf den ersten PERRY RHODAN-Roman. »Unternehmen STARDUST« endet nämlich damit, dass Perry Rhodan, seines Zeichens Major in der amerikanischen Armee, aus der Spaceforce desertiert: Er nimmt die Schulterklappen ab, die seinen Dienstgrad belegen, und wirft sie buchstäblich in den Staub.
Ein solches Verhalten war für einen Roman, der im Jahr 1961 erschien, sicher sehr ungewöhnlich - und ein klarer Beleg dafür, wie sehr die Autoren jener Zeit sich von militärischen Vorbildern verabschieden wollten.
Eine weitere Zäsur der Serie kam fast ein Vierteljahrhundert später, und der entsprechende Roman erscheint dieser Tage in der fünften Auflage. Ein Grund für mich, darauf einmal hinzuweisen: den Altlesern zum Nachschauen, den jüngeren Lesern, um ihnen mal wieder einen Blick in die Nachauflagen zu empfehlen.
Gemeint ist Band 1271, geschrieben von Kurt Mahr, der 1985 erstmals publiziert wurde. Unter dem Titel »Finale in der Tiefe« geht es hier noch einmal um die Tiefe, jene Schicht »zwischen den Universen«, und um den Frostrubin, jenes Kosmonukleotid, um das es letztlich im Zyklus zwischen den Bänden 1250 und 1299 ging. Der Untertitel des Romans zeigt schon das Geschehen an: »Der Frostrubin kehrt zurück - und Perry Rhodan trifft die Totgeglaubten«.
Der Terraner erhält die Chance, für die Menschheit - und eigentlich für das gesamte Universum ... - entscheidende Fragen zu stellen und Antworten darauf zu erhalten. In der sogenannten Grube steht er letztlich auf dem Gipfel des Berges der Schöpfung. Hier könnte Perry Rhodan selbst die Antwort auf die Dritte Ultimate Frage erhalten, jene nach dem GESETZ. Für diese Frage und die Antwort darauf wurden seit Jahrmillionen unglaubliche Anstrengungen unternommen, und ein Terraner könnte die Antwort bekommen - doch Perry Rhodan weigert sich einfach.
Und das ist die eigentliche Zäsur, die dieser Roman innerhalb des PERRY RHODAN-Kosmos hat: Über Jahrzehnte hinweg bauten die Autoren ein Geheimnis nach dem anderen auf, das von den Terranern gelöst werden musste. Auf planetare und stellare Konflikte kamen galaktische Kriege; später folgten Superintelligenzen, Kosmokraten und Ultimate Fragen. Mit seiner Weigerung am Berg der Schöpfung lehnte Perry Rhodan ein weiteres Vordringen in dieser Richtung ab - und die Autoren gaben den Lesern damit das Zeichen, dass es hier nicht mehr weiter gehen könne.
Schon damals wurde von manchen Lesern kritisiert, dass es sich bei diesem Roman um einen »Degrader« handle, um einen bewussten Rückschritt der Serie, damit die Dimensionen nicht komplett außer Kontrolle geraten. Mit der Weigerung des Titelhelden gewann die PERRY RHODAN-Serie aber einen Teil ihrer Beweglichkeit zurück - die Entscheidung des damaligen Autorenteams war auch aus heutiger Sicht absolut richtig.
Die gigantischen Dimensionen innerhalb des Romans verblüffen übrigens nach wie vor: Da wird die BASIS, das damalige Flaggschiff Perry Rhodans, mal kurz innerhalb von fünf Stunden über die Entfernung von 198 Millionen Lichtjahren versetzt, da tauchen die Kosmokraten Taurec und Vishna in Person auf, und zudem hat die Wesenheit Si kitu einen Auftritt - ein Wesen, das außerhalb des bekannten »Zwiebelschalenmodells« steht. Raum und Zeit werden bei Si kitu wirklich zur Nebensache; dieses Wesen bezeichnete sich selbst als Hüterin der Entropie.
Mit dem Doppelband 1270/71 greift die Fünfte Auflage auf jeden Fall tief in die Schatzkiste der PERRY RHODAN-Historie. Ich empfehle den Lesern dieses Logbuches den Blick in den betreffenden Roman - ein Blick, der sich meiner Ansicht nach im Jahr 2007 erneut lohnt.
Ein solches Verhalten war für einen Roman, der im Jahr 1961 erschien, sicher sehr ungewöhnlich - und ein klarer Beleg dafür, wie sehr die Autoren jener Zeit sich von militärischen Vorbildern verabschieden wollten.
Eine weitere Zäsur der Serie kam fast ein Vierteljahrhundert später, und der entsprechende Roman erscheint dieser Tage in der fünften Auflage. Ein Grund für mich, darauf einmal hinzuweisen: den Altlesern zum Nachschauen, den jüngeren Lesern, um ihnen mal wieder einen Blick in die Nachauflagen zu empfehlen.
Gemeint ist Band 1271, geschrieben von Kurt Mahr, der 1985 erstmals publiziert wurde. Unter dem Titel »Finale in der Tiefe« geht es hier noch einmal um die Tiefe, jene Schicht »zwischen den Universen«, und um den Frostrubin, jenes Kosmonukleotid, um das es letztlich im Zyklus zwischen den Bänden 1250 und 1299 ging. Der Untertitel des Romans zeigt schon das Geschehen an: »Der Frostrubin kehrt zurück - und Perry Rhodan trifft die Totgeglaubten«.
Der Terraner erhält die Chance, für die Menschheit - und eigentlich für das gesamte Universum ... - entscheidende Fragen zu stellen und Antworten darauf zu erhalten. In der sogenannten Grube steht er letztlich auf dem Gipfel des Berges der Schöpfung. Hier könnte Perry Rhodan selbst die Antwort auf die Dritte Ultimate Frage erhalten, jene nach dem GESETZ. Für diese Frage und die Antwort darauf wurden seit Jahrmillionen unglaubliche Anstrengungen unternommen, und ein Terraner könnte die Antwort bekommen - doch Perry Rhodan weigert sich einfach.
Und das ist die eigentliche Zäsur, die dieser Roman innerhalb des PERRY RHODAN-Kosmos hat: Über Jahrzehnte hinweg bauten die Autoren ein Geheimnis nach dem anderen auf, das von den Terranern gelöst werden musste. Auf planetare und stellare Konflikte kamen galaktische Kriege; später folgten Superintelligenzen, Kosmokraten und Ultimate Fragen. Mit seiner Weigerung am Berg der Schöpfung lehnte Perry Rhodan ein weiteres Vordringen in dieser Richtung ab - und die Autoren gaben den Lesern damit das Zeichen, dass es hier nicht mehr weiter gehen könne.
Schon damals wurde von manchen Lesern kritisiert, dass es sich bei diesem Roman um einen »Degrader« handle, um einen bewussten Rückschritt der Serie, damit die Dimensionen nicht komplett außer Kontrolle geraten. Mit der Weigerung des Titelhelden gewann die PERRY RHODAN-Serie aber einen Teil ihrer Beweglichkeit zurück - die Entscheidung des damaligen Autorenteams war auch aus heutiger Sicht absolut richtig.
Die gigantischen Dimensionen innerhalb des Romans verblüffen übrigens nach wie vor: Da wird die BASIS, das damalige Flaggschiff Perry Rhodans, mal kurz innerhalb von fünf Stunden über die Entfernung von 198 Millionen Lichtjahren versetzt, da tauchen die Kosmokraten Taurec und Vishna in Person auf, und zudem hat die Wesenheit Si kitu einen Auftritt - ein Wesen, das außerhalb des bekannten »Zwiebelschalenmodells« steht. Raum und Zeit werden bei Si kitu wirklich zur Nebensache; dieses Wesen bezeichnete sich selbst als Hüterin der Entropie.
Mit dem Doppelband 1270/71 greift die Fünfte Auflage auf jeden Fall tief in die Schatzkiste der PERRY RHODAN-Historie. Ich empfehle den Lesern dieses Logbuches den Blick in den betreffenden Roman - ein Blick, der sich meiner Ansicht nach im Jahr 2007 erneut lohnt.


