8. Juni 2007
Vielen Lesern gelten sie noch heute, vierzig Jahre später, in puncto PERRY RHODAN als das Maß aller Dinge: die Meister der Insel. Und das zurecht: Die Hefte 200 bis 299 machten die Serie wahrhaft kosmisch. Der Sprung nach Andromeda, das Konzept der Ersten Menschheit, die langen Handlungsbögen - das war sozusagen PERRY RHODAN XXL.
Aber wie kam es eigentlich zu dieser kreativen Explosion? Kam sie aus dem Nichts? Die Sechste Auflage der Serie gibt darauf eine Antwort. Dort hat vor einigen Wochen mit Band 150 der Zyklus »Das Zweite Imperium« begonnen. Und wer in den Zyklus hineinliest, erlebt eine Überraschung. Schnell wird klar, dass die Meister der Insel nicht das Ergebnis eines spontanen Urknalls, sondern konsequenter Fortentwicklung sind. Und dass vieles von dem, was wir heute als selbstverständlichen Teil des Perryversums empfinden, bereits in der Zeit vor den »Meistern« seinen Anfang nahm.
Wer könnte sich beispielsweise PERRY RHODAN ohne
Ertruser und
Siganesen vorstellen?
K. H. Scheer führt sie gleich in Band 150 ein - und treibt das Konzept der umweltangepassten Menschen auf die Spitze, indem er den Riesen Melbar Kasom und den Zwerg Lemy Danger als ungleiches Paar in gemeinsame Einsätze schickt.
Und das ist nur der Anfang - es folgen: Die Jagd nach Zellaktivatoren, die
USO, Hornschrecken und Schreckwürmer, Molkex, natürlich die blaupelzigen
Blues, das geheimnisvolle Observatorium auf dem Mond Impos, das Suprahet, Plophos ... die Liste ließe sich noch lange fortsetzen.
Dazu kommen Autoren in Hochform:
Kurt Brand, der mit dem phlegmatischen Till Leyden schon den zweiten handlungstragenden Wissenschaftler in Folge prägt und jede Gelegenheit nutzt, seiner Phantasie freien Lauf zu lassen. Brand schreibt gewissermaßen seine eigene Serie - was in seinem Ausscheiden mit Band 204 und schließlich in die Konkurrenzserie »Ren Dhark« münden sollte. Der junge
Voltz, dessen Vorliebe für vorgebliche Außenseiter immer deutlicher zu tragen kommt.
Kurt Mahr, der kompetente Naturwissenschaftler, der immer neue solide Planetenabenteuer liefert.
Clark Darlton, der unbeirrt seinem Pazifismus und seinem Hang zum Kosmischen nachgeht. Und schließlich
K. H. Scheer, der den übrigen (und auch uns heutigen Autoren) vormacht, wie man Lesern lange, durchwachte Lesenächte beschert, und bei dem eigentlich nur der Wunsch bleibt, er hätte sich etwas damit zurückgehalten, die Terraner über den grünen Klee zu loben ...
Mein Fazit: Die Meister der Insel bleiben ungeschlagen, aber sie machen noch mehr Spaß, kennt man die Vorgeschichte ...
PS: Die
Sechste Auflage erscheint im ebook-Format bei unserem Partner
Readers Planet. Einen Überblick über alle ebooks aus dem Perryversum findet ihr
hier.