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Kurzinfo
2. November 2007

Ein Abschied

Es war im Januar 2001.
Die erste Hürde war genommen. Mein erster längerer Roman im Perryversum, der ATLAN-Band »Fluchtpunkt Schemmenstern«, war fertig. Jetzt erwartete mich die zweite Hürde: das Gespräch mit Chefredakteur  Klaus N. Frick, der mir, so meine feste Überzeugung, das Manuskript um die Ohren hauen würde.

Aber es geschah ein Wunder. Klaus tat es nicht. Er lobte den Roman sogar. Also kratzte ich meinen ganzen Mut zusammen und fragte: »Klaus, wie schaut es mit weiteren Aufträgen aus?«
Klaus druckste rum. Sagte, dass ich als Autor für die Serie noch nicht reif sei (womit er Recht hatte), dass er gerade nichts außerhalb der Serie anzubieten habe (womit er leider ebenfalls Recht hatte), dass er aber unbedingt weiter mit mir zusammenarbeiten wolle (womit er Recht behalten sollte) - und irgendwann ließ er in einem Nebensatz fallen, dass der Verlag gerade einen Redakteur für PERRY RHODAN suchte.
Hatte ich richtig gehört? »Moment!«, hakte ich nach. »Ihr sucht was?«
Ich hatte richtig gehört: einen Redakteur.

Ab diesem Moment ging alles sehr schnell. Wir stellten fest, dass Freiburg (wo ich wohnte und wohne) nicht sooo weit weg von Rastatt ist, dass wir uns beide vorstellen könnten, dass ich zwei Tage die Woche in den Verlag komme ... und noch in derselben Woche setzte ich mich in den Zug nach Rastatt. Dort angekommen warteten bereits der amerikanische Comic-Zeichner Karl Altstaetter samt Agent, um die Möglichkeiten eines gemeinsamen PERRY RHODAN-Comics mit dem zuständigen Redakteur (= mir) zu diskutieren. Anschließend ging es zum Personalchef. Wir einigten uns auf das Gehalt, (damals-)Verlagsleiter Eckhard Schwettmann schüttelte mir die Hand - und ich war PERRY RHODAN-Redakteur.

Ich habe es nie bereut. Ich bin mit PERRY RHODAN aufgewachsen, die Serie hat mich zum Leser gemacht. PERRY RHODAN bedeutet mir viel und wird es immer tun - ganz zu schweigen von der Freude, die mir die Arbeit macht. Das ist zu einem guten Teil den Kollegen und Kolleginnen zu verdanken, die mit Herz und Verstand bei der Sache sind, und dem offenen, kreativen Geist, der in der Redaktion herrscht: Sie gehört zu den wenigen Orten, die ich kenne, an denen es weder Rede- geschweige denn Denkverbote gibt.

Ich werde ihn vermissen. Denn meine Zeit als PERRY RHODAN-Redakteur neigt sich dem Ende zu. Der Abschied fällt mir schwer, aber es muss sein. Viel hat sich in den letzten sechs Jahren getan. Ich habe zunehmend für die Serie geschrieben, ich bin Vater geworden, schließlich habe ich mit der Trilogie »Alien Earth« begonnen, eigenständige Romane zu schreiben. Alles zusammengenommen bedeutet eine Menge Arbeit - und wie sich an der Zahl meiner Romane für die Serie in den letzten drei Jahren (einem, dem Heft  2328) ablesen lässt, viel zu viel Arbeit.

Etwas musste ich loslassen - und den PR-Redakteur  Frank Borsch hat es getroffen.
Schade um ihn. Aber mal sehen, was der Autor  Frank Borsch daraus macht ...