7. Dezember 2007
Arndt Ellmer berichtet von seiner Reise nach Luxemburg.
 | |
| Hugo Gernsback - Erinnerungen |
Es ist schon ein paar Monate her, seit
Arndt Ellmer nach Luxemburg reiste. Hier ein Auszug seines Berichtes dazu, der in kompletter Länge auf der Leserkontaktseite in Heft
2420 im Januar 2008 erscheint.
Der Cercle Philatélique Mamer in Luxemburg veranstaltete am Wochenende des 27. bis 28. Oktober 2007 eine große Ausstellung zum Thema »Philatelistische Literatur«. Das Wochenende stand darüber hinaus ganz im Zeichen von Hugo Gernsback, dem Begründer des modernen Begriffes Science Fiction.
Im Jahr 1926 hob er das Magazin »Amazing Stories« aus der Taufe; im Jahr 1929 prägte Gernsback den Begriff »Science Fiction«. Zuvor hatte man allgemein von utopischer Literatur oder Zukunftsromanen gesprochen (»Captain Future«und anderes). Gernsbacks eigenes Werk wird allgemein aufgrund der Vielfalt seiner Ideen als lesenswert angesehen.
Darüber hinaus war Gernsback ein wichtiger Namensgeber: Jedes Jahr verleihen die Mitglieder der World Science Fiction Society den Science-Fiction-Achievement-Preis an verschiedene Werke. In Erinnerung an Gernsback wurde er »Hugo« genannt; bis heute ist er der wohl bedeutendste Preis des Genres.
Kein Wunder, dass der Cercle Philatélique Mamer nun den 40. Todestags des in Luxemburg geborenen Autors, Herausgebers und Redakteurs Hugo Gernsback zum Anlass nahm, auf das Thema Science Fiction hinzuweisen. Im großen Saal des C.I.P.A. präsentierten in sechs Reihen Aussteller aus ganz Europa ihre gesammelten Raritäten; unter anderem stellte Dieter Wegenmayr seine komplette Dokumentation über PERRY RHODAN vor.
Octavie Modert, die Staatssekretärin für Kultur, Hochschulwesen und Forschung, eröffnete die Veranstaltung im Schloss, in dem die zahlreichen Vorträge stattfanden. Es folgten Grußworte von Gilles Roth, dem amtierenden Bürgermeister, sowie von Jos Wolff, dem Präsidenten des philatelistischen Verbandes. Ralph Letsch, der Präsident des Cercle Philatélique Mamer, führte durch das Programm. Im Foyer gab es Getränke, in den Pausen wurden kleine Snacks gereicht.
Entsprechend der Internationalität, der sich Luxemburg auf immer charmante und sehr gastfreundliche Art verschrieben hat, gab es Vorträge in Letzeburgisch (der multilingualen Sprache der Einheimischen), in Französisch, Englisch und Deutsch. Den Reigen eröffnete am Samstag Abend Gerard Kraus mit seinem Vortrag »Eine Reise durch die Welt des Science-Fiction-Films«.
Am Sonntag ging es weiter mit dem Autor und Herausgeber René Oth und sein em Vortrag »Sciencefiction - Begriff und Themenvielfalt«, gefolgt von Guy Simon mit »un futur optimiste dans un universe de science-fiction«. Weitere Vorträge über »Amazing Origins - Hugo Gernsback and Luxembourg« von Paul Lesch, »Hugo Gernsback et le debut des magazines de SF aux USA« von Jean-Luc Rivera (einigen von diversen PERRY RHODAN-Events in Nordfrankreich kein Unbekannter), »Hugo Gernsback und die Anfänge der deutschen Science Fiction« von Prof. Dr. Rainer Eisfeld, Politologe und SF-Fan von der Uni Osnabrück, und natürlich »PERRY RHODAN - die erfolgreichste Sciencefiction- und Heftromanserie der Welt« von Arndt Ellmer.
Alles in allem eine runde Sache, ein Symposium, das sich sehen lassen konnte und zu dem zahlreiche Besucher den Weg nach Mamer fanden. Die Medien waren da - wie könnte es anders sein, und der Veranstalter zeigte sich ausgesprochen zufrieden.
Ein Dank an dieser Stelle an Ralph Letsch, der trotz all dem Trubel die Ruhe selbst blieb und für jeden Gast Zeit fand, sowie an seine Eltern, das Ehepaar Letsch aus Mamer, das uns in Empfang nahm, uns zum Hotel lotste und bei der Orientierung im Mamer behilflich war.
Die zwei Tage in Mamer waren ein echtes Erlebnis. Bliebe zu wünschen, dass angesichts des wissenschaftlichen und literarischen Potentials gerade aus dem Bereich der Referenten eine solche Veranstaltung auch einmal in größerem Rahmen stattfinden könnte, zum Beispiel in der Hauptstadt Luxemburg oder einer anderen Metropole.