23. April 2008
Nachruf: Ernst Vlcek
9. Januar 1941 - 22. April 2008
Die Nachricht kam für alle unerwartet: Am Vormittag des Dienstags, 22. April 2008, starb der ehemalige PERRY RHODAN-Chefautor Ernst Vlcek in seiner Wohnung in Brunn, einer Kleinstadt außerhalb von Wien, an einem plötzlichen Herzversagen. Nicht nur seine Familienangehörigen, auch Autoren- und Redaktionskollegen waren völlig schockiert.
Ernst Vlcek, geboren am 9. Januar 1941 in Wien, Österreich, erlernte einen kaufmännischen Beruf, in dem er jahrelang tätig war. Bereits in seiner Jugend las er Science-Fiction-Romane, verfasste Kurzgeschichten und zeichnete Illustrationen. Seine ersten Veröffentlichungen hatte er in den 60er Jahren in verschiedenen Zeitschriften von Science-Fiction-Fans, den sogenannten Fanzines; bereits Mitte der 60er Jahre folgten professionelle Publikationen.
Ende der 60er Jahre entwickelte sich Ernst Vlcek zu einem der beliebtesten Science-Fiction-Autoren des deutschsprachigen Raumes; zahlreiche Romane erschienen, darunter seine ersten PERRY RHODAN-Taschenbücher. Seit 1970 war Vlcek als freiberuflicher Schriftsteller tätig.
In den 70er Jahren schrieb er Heftromane für die Serien ATLAN und PERRY RHODAN, wo er sich einen Namen als origineller Autor mit einem Sinn für exotische Handlungsträger erwarb. Dabei zeigte der Autor schon immer eine Vorliebe für zwei gegensätzlich wirkende Stile: einerseits humorvoll, andererseits kosmisch.
So liebten die Fans beispielsweise die Figur des Walty Klackton, genannt der »schreckliche Korporal«, der in Vlceks Taschenbüchern von einer Fehlaktion in die nächste stolpert, oder auch den jugendlichen Michael Rhodan, der sich in humorvollen Abenteuern aus dem Schatten seines Vaters löst. Ebenso mochte Vlcek die tragischen Figuren wie etwa Kershyll Vanne, einen Menschen mit sieben Bewusstseinen, oder das Mädchen Baya Gheröl, das zur Botschafterin der Erde wird.
Generell aber schätzte der Autor Themen, die auf den ersten Blick nicht nach Science Fiction aussehen. Uralte Prophezeiungen erfüllten sich in seinen Romanen, Gestalten aus der Mythologie erwachten zu schrecklichem Leben - kein Wunder, dass sein Herz auch für den Grusel- und den Fantasy-Roman schlug.
Er konzipierte die Horror-Serie »Dämonenkiller«, in den 70er Jahren die beste dieses Genres und bis heute beliebt, und schrieb für die Fantasy-Serie »Dragon«. Anfang der 80er Jahre steuerte er die »Mythor«-Serie, bis heute das umfangreichste deutschsprachige Fantasy-Epos, bevor er ab Mitte der 80er Jahre die Exposé-Tätigkeit bei PERRY RHODAN übernahm.
Als Chefautor führte er die größte Science-Fiction-Serie der Welt zu neuen Höhenflügen. Von ihm stammen so ungewöhnliche Völker wie die maschinenhaften Cantaro, die schrillen menschenähnlichen Ennox und das fremdartige Spinnenvolk der Arcoana; seine Romane spiegeln die »andere Seite des Universums« oder die träumende Intelligenz Jii'Nevever wieder. Mit dem durchtriebenen Stalker, einem Abgesandten der Superintelligenz ESTARTU, und der mörderischen Ayindi-Kriegerin Moira schuf er - neben vielen anderen Wesen - wichtige Figuren, die aus der Serie nicht wegzudenken sind.
Im Dezember 1999 zog er sich während des PERRY RHODAN-WeltCons in Mainz von der Exposé-Arbeit zurück, 2004 verfasste er seinen letzten PERRY RHODAN-Roman. Ein Gastroman wurde immer wieder diskutiert, passte jedoch nie ins zeitliche Gefüge. Seinen ehemaligen Kollegen und der Redaktion blieb er aber in all den Jahren freundschaftlich verbunden.
Ernst Vlcek war ein ruheloser Mensch, voller Ideen und Inspiration, der immer ein vergnügtes Funkeln in den Augen trug. Als Autor verblüffte er seine Leser mit ungewöhnlichen Betrachtungen und Sprachspielereien, als Mensch und Kollege beeindruckte er durch Gelassenheit und sympathisches Auftreten. Wer das Glück hatte, den österreichischen Schriftsteller kennenzulernen, schloss ihn auf Anhieb ins Herz. Wenn er auf einem Science-Fiction-Con oder einem Fan-Treffen auftauchte, saß er gern bei seinen Lesern und diskutierte mit ihnen - er war herzlich und aufgeschlossen, schlagfertig und wach.
Mit Ernst Vlcek verliert die PERRY RHODAN-Serie einen Autor, der sie über Jahrzehnte hinweg geprägt hat und dessen Ideen zahlreiche Bausteine zum »Perryversum« erbrachten. Mit Ernst Vlcek verlieren wir aber auch einen guten Freund, dessen Ideen und Lebensfreude, dessen Gedanken und Ratschläge uns fehlen werden.
Wir werden ihn immer in unserer Erinnerung bewahren.
Das PERRY RHODAN-Team
Im Internet wurde mittlerweile ein elektronisches Kondolenzbuch eingerichtet. Wer sich darin ein-tragen möchte: http://ernstvlcek.fabylon-verlag.de/.
Die Nachricht kam für alle unerwartet: Am Vormittag des Dienstags, 22. April 2008, starb der ehemalige PERRY RHODAN-Chefautor Ernst Vlcek in seiner Wohnung in Brunn, einer Kleinstadt außerhalb von Wien, an einem plötzlichen Herzversagen. Nicht nur seine Familienangehörigen, auch Autoren- und Redaktionskollegen waren völlig schockiert.
Ernst Vlcek, geboren am 9. Januar 1941 in Wien, Österreich, erlernte einen kaufmännischen Beruf, in dem er jahrelang tätig war. Bereits in seiner Jugend las er Science-Fiction-Romane, verfasste Kurzgeschichten und zeichnete Illustrationen. Seine ersten Veröffentlichungen hatte er in den 60er Jahren in verschiedenen Zeitschriften von Science-Fiction-Fans, den sogenannten Fanzines; bereits Mitte der 60er Jahre folgten professionelle Publikationen.
Ende der 60er Jahre entwickelte sich Ernst Vlcek zu einem der beliebtesten Science-Fiction-Autoren des deutschsprachigen Raumes; zahlreiche Romane erschienen, darunter seine ersten PERRY RHODAN-Taschenbücher. Seit 1970 war Vlcek als freiberuflicher Schriftsteller tätig.
In den 70er Jahren schrieb er Heftromane für die Serien ATLAN und PERRY RHODAN, wo er sich einen Namen als origineller Autor mit einem Sinn für exotische Handlungsträger erwarb. Dabei zeigte der Autor schon immer eine Vorliebe für zwei gegensätzlich wirkende Stile: einerseits humorvoll, andererseits kosmisch.
So liebten die Fans beispielsweise die Figur des Walty Klackton, genannt der »schreckliche Korporal«, der in Vlceks Taschenbüchern von einer Fehlaktion in die nächste stolpert, oder auch den jugendlichen Michael Rhodan, der sich in humorvollen Abenteuern aus dem Schatten seines Vaters löst. Ebenso mochte Vlcek die tragischen Figuren wie etwa Kershyll Vanne, einen Menschen mit sieben Bewusstseinen, oder das Mädchen Baya Gheröl, das zur Botschafterin der Erde wird.
Generell aber schätzte der Autor Themen, die auf den ersten Blick nicht nach Science Fiction aussehen. Uralte Prophezeiungen erfüllten sich in seinen Romanen, Gestalten aus der Mythologie erwachten zu schrecklichem Leben - kein Wunder, dass sein Herz auch für den Grusel- und den Fantasy-Roman schlug.
Er konzipierte die Horror-Serie »Dämonenkiller«, in den 70er Jahren die beste dieses Genres und bis heute beliebt, und schrieb für die Fantasy-Serie »Dragon«. Anfang der 80er Jahre steuerte er die »Mythor«-Serie, bis heute das umfangreichste deutschsprachige Fantasy-Epos, bevor er ab Mitte der 80er Jahre die Exposé-Tätigkeit bei PERRY RHODAN übernahm.
Als Chefautor führte er die größte Science-Fiction-Serie der Welt zu neuen Höhenflügen. Von ihm stammen so ungewöhnliche Völker wie die maschinenhaften Cantaro, die schrillen menschenähnlichen Ennox und das fremdartige Spinnenvolk der Arcoana; seine Romane spiegeln die »andere Seite des Universums« oder die träumende Intelligenz Jii'Nevever wieder. Mit dem durchtriebenen Stalker, einem Abgesandten der Superintelligenz ESTARTU, und der mörderischen Ayindi-Kriegerin Moira schuf er - neben vielen anderen Wesen - wichtige Figuren, die aus der Serie nicht wegzudenken sind.
Im Dezember 1999 zog er sich während des PERRY RHODAN-WeltCons in Mainz von der Exposé-Arbeit zurück, 2004 verfasste er seinen letzten PERRY RHODAN-Roman. Ein Gastroman wurde immer wieder diskutiert, passte jedoch nie ins zeitliche Gefüge. Seinen ehemaligen Kollegen und der Redaktion blieb er aber in all den Jahren freundschaftlich verbunden.
Ernst Vlcek war ein ruheloser Mensch, voller Ideen und Inspiration, der immer ein vergnügtes Funkeln in den Augen trug. Als Autor verblüffte er seine Leser mit ungewöhnlichen Betrachtungen und Sprachspielereien, als Mensch und Kollege beeindruckte er durch Gelassenheit und sympathisches Auftreten. Wer das Glück hatte, den österreichischen Schriftsteller kennenzulernen, schloss ihn auf Anhieb ins Herz. Wenn er auf einem Science-Fiction-Con oder einem Fan-Treffen auftauchte, saß er gern bei seinen Lesern und diskutierte mit ihnen - er war herzlich und aufgeschlossen, schlagfertig und wach.
Mit Ernst Vlcek verliert die PERRY RHODAN-Serie einen Autor, der sie über Jahrzehnte hinweg geprägt hat und dessen Ideen zahlreiche Bausteine zum »Perryversum« erbrachten. Mit Ernst Vlcek verlieren wir aber auch einen guten Freund, dessen Ideen und Lebensfreude, dessen Gedanken und Ratschläge uns fehlen werden.
Wir werden ihn immer in unserer Erinnerung bewahren.
Das PERRY RHODAN-Team
Im Internet wurde mittlerweile ein elektronisches Kondolenzbuch eingerichtet. Wer sich darin ein-tragen möchte: http://ernstvlcek.fabylon-verlag.de/.



