13. November 2008
Über PERRY RHODAN & Alien Earth
Ein umfassendes Interview mit Frank Borsch

Gabi Neumayer, die Chefredakteurin des Autoren-Newsletters »The Tempest«, hat sich im August mit PERRY RHODAN-Autor Frank Borsch zu einem ausführlichen Interview getroffen und ihm dabei interessante Einblicke aus dem Autorenalltag entlocken können. Neben vielen Anekdoten aus dem Perryversum erzählt Frank über die Entstehungsgeschichte seiner Science-Fiction-Trilogie »Alien Earth« und wie sich ein derartiges Mammutprojekt logistisch bewerkstelligen lässt.
Wir möchten uns herzlich beim autorenforum.de-Team bedanken, insbesondere bei Gabi Neumayer, die das Interview freundlich zur Verfügung stellte. Wer mehr über dieses Forum wissen möchte, sollte sich einmal die Onlineseite anschauen. Der dort abonnierbare Newsletter »The Tempest« versorgt Autorinnen und Autoren mit aktuellen Tipps und Infos aus der Schriftstellerszene.
Aufgrund des Umfangs teilen wir dieses Interview in zwei Segmente auf. Die Fortsetzung wird morgen hier zu finden sein.
"Man darf den Lesern niemals zu viel verraten"
Interview mit Frank Borsch (geführt Anfang August 2008)
- Teil 1 -
Gabi Neumayer: "Es ist das Jahr 2065. Seit sieben Jahren hängt ein fremdes Raumschiff in einem geostationären Orbit über der Erde. Es reagiert nicht auf Kontaktversuche, sondern sendet nur den immer gleichen Funkspruch in 372 Sprachen: 'Fürchtet euch nicht!'" So beschreibt Frank Borsch selbst die Ausgangssituation seiner fesselnden Science-
Fiction-Trilogie "Alien Earth". Wer mehr über den Inhalt erfahren möchte, sollte die Trilogie am besten selbst lesen - kann sich aber auch in Franks Blog ausführlich informieren:
http://www.alienearth.de/blog/. Da der Autor auch schon in zahlreichen Interviews Auskunft darüber gegeben hat (die sind ebenfalls in seinem Blog zu finden), konzentrieren wir uns hier auf das, was AutorInnen am meisten interessiert: Fragen zum Schreiben und Veröffentlichen.
Lieber Frank, der letzte Teil deiner Trilogie, "Alien Earth - Phase 3" (mehr unter http://www.alienearth.de), ist im Juni erschienen. Der enorme Erfolg und Nominierungen für alle wichtigen SF-Preise zeigen, dass ich nur eine von wenigen bin, die drei Bände mit Begeisterung verschlungen haben - und auch Größen wie der SF-Bestseller-Autor Andreas Eschbach sind voll des Lobes. Auch wenn man schon unzählige SF in seinem Leben gelesen hat, begeistert deine Trilogie durch ihr originelles Konzept, die außergewöhnlichen Charaktere, die über all die vielen hundert Seiten aufrechterhaltene Spannung und das enorme Tempo. Deshalb hier die ganz einfache Frage, damit wir es alle nachmachen können: Wie schreibt man einen solchen Pageturner?
Frank Borsch: Einen Augenblick, ich muss erst noch rot anlaufen ... danke für dein überschwängliches Lob! Also, wie man einen "Pageturner" schreibt? Darauf gibt es zwei Antworten. Die kurze lautet: Man zieht sich für beinahe drei Jahre von der Welt zurück und sitzt (beinahe) Tag für Tag am Computer, während der Hinterkopf unablässig und die meiste Zeit unbemerkt arbeitet.
Und die lange: Man schreibt und schreibt und schreibt (bei mir hat das viel "PERRY RHODAN" bedeutet), und mit den Jahren stellt man fest, dass man besser wird. Schreiben ist zu großen Teilen Handwerk, und das erlernt man eben nur durch Übung. Und natürlich darf man den Lesern niemals zu viel verraten! Der Reiz von "Alien Earth" besteht darin, dass man als Leser nie genug Antworten bekommt. Sie kommen zwar, aber meist an den Stellen, an denen man sie nicht vermutet hätte - und jede Antwort wirft neue Fragen auf ...
GN: Du hast viele SF- und Comic-Übersetzungen gemacht und bist als Autor vor "Alien Earth" vor allem durch deine PERRY RHODAN-Romane aufgefallen. Der Sprung scheint gewaltig: Wie kam es dazu, dass dein erstes davon unabhängiges Werk gleich eine dreibändige Trilogie geworden ist?
FB: Ich denke, der Sprung scheint nur von außen so gewaltig. Der Kontakt zu Heyne kam über "PERRY RHODAN" zustande. Von 2001 bis vor gar nicht allzu langer Zeit habe ich ja als Teilzeit-Redakteur bei der Serie gearbeitet. Eine meiner Aufgaben war es, die "Perry-Rhodan-bei-Heyne-Taschenbücher" zu betreuen. Dadurch hatte ich regelmäßigen Kontakt zu Sascha Mamczak, dem zuständigen Lektor für Science-Fiction bei Heyne. Gleichzeitig habe ich auch regelmäßig selbst Taschenbücher in diesen Reihen geschrieben. Im Lauf der Zeit ist daraus eine gegenseitige Wertschätzung gewachsen, und schließlich hat Sascha mich gefragt, ob ich nicht Lust hätte, einen eigenständigen SF-Roman für Heyne zu schreiben ... und wieso dann gleich eine Trilogie daraus wurde, verrate ich zwei Fragen weiter!
GN: Was hast du durchs Übersetzen fürs Schreiben gelernt?
FB: In erster Linie Disziplin. Das "Sich-jeden-Tag-aufs-Neue-hinsetzen-und-Weitermachen". Zuhause zu arbeiten und dazu an Projekten, die nicht in sich zusammenstürzen, wenn man mal einen Tag blau macht (aber zum Alptraum werden, wenn man der Versuchung öfters nachgibt ...), ist eine ziemlich vertrackte Beschäftigung. Da ist das Übersetzen die perfekte Übung.
Und man lernt Formulieren. Eine gute Übersetzung in der Belletristik ist eine freie Übersetzung. Das gilt insbesondere bei Comics. Ich habe bestimmt über hundert Superheldencomics ins Deutsche übersetzt - und musste damit klarkommen, dass Deutsch nun mal viel mehr Buchstaben und damit wertvollen Platz in Sprechblasen braucht als Englisch. Ohne den Mut, sich freizuschwimmen, ist man da verloren. Außerdem ist das Übersetzen von Comics vielleicht die beste Schule für knappe und treffende Dialoge.
GN: Abgesehen vom Wichtigsten, der außergewöhnlichen Qualität deiner Geschichte: Wie hast du deinen Verlag überzeugt, nicht nur einen einzelnen Roman, sondern direkt eine Trilogie zu veröffentlichen? Und was hast du vor Vertragsunterzeichnung vorgelegt: Exposé und Textprobe? Oder hattest du bereits große Teile des Textes fertig?
FB: Von Sascha kamen keinerlei Vorgaben, ich hatte völlige Freiheit - was mir sehr entgegenkam, denn ich hatte in diesem Augenblick nicht mehr als die vage Idee, einen Roman auf der Erde und in der nahen Zukunft anzusiedeln. Nun, die Idee hat sich innerhalb kurzer Zeit zu dem "Aliens-kommen-und-verflucht-noch-mal-sie-tun-nichts!"-Szenario verdichtet. Ich habe ein Konzept auf knapp zwei Seiten eingereicht, Sascha hat es kommentiert, ich habe es nachgebessert und präzisiert - und das war es. Später habe ich auch noch Probekapitel an Sascha geschickt, aber das war nicht vom Verlag verlangt, sondern von mir gewollt, um Feedback zu bekommen. Und das hat auch geklappt: Ursprünglich hatte ich den Roman nur zwanzig Jahre in der Zukunft angesiedelt. Sascha hat mich dann darauf hingewiesen, dass das Szenario sich zu futuristisch für diesen Zeitpunkt anfühlt. Und er hatte Recht: Ich habe daraufhin die Handlung fünfzig, sechzig Jahre in die Zukunft verlegt - und plötzlich fühlte sich die Sache richtig rund an.
Gleich eine Trilogie statt eines Romans kam auf Wunsch von Sascha zustande. Ein paar Wochen, nachdem ich das Konzept eingereicht hatte, rief er an und schlug vor, eine Trilogie daraus zu machen. Ich war mir, ehrlich gesagt, unsicher, ob ich das will. Aber am Ende habe ich mir einen Ruck gegeben und es gemacht. Und im Rückblick war es die richtige Entscheidung. Eine der Säulen, auf denen "Alien Earth" ruht, ist das Breitwandpanorama unserer Zukunft - und das braucht eben Platz.
Natürlich spielten bei der Entscheidung auch wirtschaftliche Gründe eine Rolle. Man muss das ganz nüchtern sehen: Die Konkurrenz auf dem Buchmarkt ist riesig, und ein einsames SF-Taschenbuch landet unter Umständen schneller auf dem Ramschtisch, als man es geschrieben hat ... Eine Trilogie dagegen hält die Bände länger in den Regalen.
GN: Wie lief die Zusammenarbeit mit dem Verlag und deiner Lektorin im Besonderen? Welche Tipps würdest du angehenden AutorInnen für den Umgang mit Verlagen geben?
FB: Die eigentliche Lektoratsarbeit machte Angela Kuepper - und sie machte sie ausnehmend gut. Mit einem Autor an seinem Manuskript zu arbeiten braucht viel Fingerspitzengefühl. Als Lektor hat man die Aufgabe, dem Autor die schlechten Nachrichten zu überbringen: "Das Kapitel hier funktioniert leider nicht", "Hier ist noch mehr drin" oder
einfach "Was willst du bitteschön damit sagen? Ich kapiere das nicht!". Mit anderen Worten: genau das, was ich als Autor nicht hören will. Man muss also die Kritik richtig verpacken und so dosieren, dass sie den Autor nicht in Verzweiflung stürzt, sondern ihm oder ihr ein
Ansporn ist. Angela hat das großartig gemacht. Ohne sie hätte ich das Potential von "Alien Earth" weit weniger ausgeschöpft.
Was die Tipps angeht: Das Allerallerallerwichtigste ist die Qualität des Textes. Stimmt die nicht, muss man sich über den Rest keine Gedanken machen. Stimmt sie, gibt es eine einfache Regel: Nicht vergessen, dass der Empfänger im Verlag ein Mensch ist. Und Menschen mögen Freundlichkeit, Pünktlichkeit, Zuverlässigkeit und Manuskripte, über die der Autor mit der Rechtschreibprüfung drüber gegangen ist ...
- Ende des ersten Teils -

Wir möchten uns herzlich beim autorenforum.de-Team bedanken, insbesondere bei Gabi Neumayer, die das Interview freundlich zur Verfügung stellte. Wer mehr über dieses Forum wissen möchte, sollte sich einmal die Onlineseite anschauen. Der dort abonnierbare Newsletter »The Tempest« versorgt Autorinnen und Autoren mit aktuellen Tipps und Infos aus der Schriftstellerszene.
Aufgrund des Umfangs teilen wir dieses Interview in zwei Segmente auf. Die Fortsetzung wird morgen hier zu finden sein.
"Man darf den Lesern niemals zu viel verraten"
Interview mit Frank Borsch (geführt Anfang August 2008)
- Teil 1 -
Gabi Neumayer: "Es ist das Jahr 2065. Seit sieben Jahren hängt ein fremdes Raumschiff in einem geostationären Orbit über der Erde. Es reagiert nicht auf Kontaktversuche, sondern sendet nur den immer gleichen Funkspruch in 372 Sprachen: 'Fürchtet euch nicht!'" So beschreibt Frank Borsch selbst die Ausgangssituation seiner fesselnden Science-
Fiction-Trilogie "Alien Earth". Wer mehr über den Inhalt erfahren möchte, sollte die Trilogie am besten selbst lesen - kann sich aber auch in Franks Blog ausführlich informieren:
http://www.alienearth.de/blog/. Da der Autor auch schon in zahlreichen Interviews Auskunft darüber gegeben hat (die sind ebenfalls in seinem Blog zu finden), konzentrieren wir uns hier auf das, was AutorInnen am meisten interessiert: Fragen zum Schreiben und Veröffentlichen.
Lieber Frank, der letzte Teil deiner Trilogie, "Alien Earth - Phase 3" (mehr unter http://www.alienearth.de), ist im Juni erschienen. Der enorme Erfolg und Nominierungen für alle wichtigen SF-Preise zeigen, dass ich nur eine von wenigen bin, die drei Bände mit Begeisterung verschlungen haben - und auch Größen wie der SF-Bestseller-Autor Andreas Eschbach sind voll des Lobes. Auch wenn man schon unzählige SF in seinem Leben gelesen hat, begeistert deine Trilogie durch ihr originelles Konzept, die außergewöhnlichen Charaktere, die über all die vielen hundert Seiten aufrechterhaltene Spannung und das enorme Tempo. Deshalb hier die ganz einfache Frage, damit wir es alle nachmachen können: Wie schreibt man einen solchen Pageturner?
Frank Borsch: Einen Augenblick, ich muss erst noch rot anlaufen ... danke für dein überschwängliches Lob! Also, wie man einen "Pageturner" schreibt? Darauf gibt es zwei Antworten. Die kurze lautet: Man zieht sich für beinahe drei Jahre von der Welt zurück und sitzt (beinahe) Tag für Tag am Computer, während der Hinterkopf unablässig und die meiste Zeit unbemerkt arbeitet.
Und die lange: Man schreibt und schreibt und schreibt (bei mir hat das viel "PERRY RHODAN" bedeutet), und mit den Jahren stellt man fest, dass man besser wird. Schreiben ist zu großen Teilen Handwerk, und das erlernt man eben nur durch Übung. Und natürlich darf man den Lesern niemals zu viel verraten! Der Reiz von "Alien Earth" besteht darin, dass man als Leser nie genug Antworten bekommt. Sie kommen zwar, aber meist an den Stellen, an denen man sie nicht vermutet hätte - und jede Antwort wirft neue Fragen auf ...
GN: Du hast viele SF- und Comic-Übersetzungen gemacht und bist als Autor vor "Alien Earth" vor allem durch deine PERRY RHODAN-Romane aufgefallen. Der Sprung scheint gewaltig: Wie kam es dazu, dass dein erstes davon unabhängiges Werk gleich eine dreibändige Trilogie geworden ist?
FB: Ich denke, der Sprung scheint nur von außen so gewaltig. Der Kontakt zu Heyne kam über "PERRY RHODAN" zustande. Von 2001 bis vor gar nicht allzu langer Zeit habe ich ja als Teilzeit-Redakteur bei der Serie gearbeitet. Eine meiner Aufgaben war es, die "Perry-Rhodan-bei-Heyne-Taschenbücher" zu betreuen. Dadurch hatte ich regelmäßigen Kontakt zu Sascha Mamczak, dem zuständigen Lektor für Science-Fiction bei Heyne. Gleichzeitig habe ich auch regelmäßig selbst Taschenbücher in diesen Reihen geschrieben. Im Lauf der Zeit ist daraus eine gegenseitige Wertschätzung gewachsen, und schließlich hat Sascha mich gefragt, ob ich nicht Lust hätte, einen eigenständigen SF-Roman für Heyne zu schreiben ... und wieso dann gleich eine Trilogie daraus wurde, verrate ich zwei Fragen weiter!
GN: Was hast du durchs Übersetzen fürs Schreiben gelernt?
FB: In erster Linie Disziplin. Das "Sich-jeden-Tag-aufs-Neue-hinsetzen-und-Weitermachen". Zuhause zu arbeiten und dazu an Projekten, die nicht in sich zusammenstürzen, wenn man mal einen Tag blau macht (aber zum Alptraum werden, wenn man der Versuchung öfters nachgibt ...), ist eine ziemlich vertrackte Beschäftigung. Da ist das Übersetzen die perfekte Übung.
Und man lernt Formulieren. Eine gute Übersetzung in der Belletristik ist eine freie Übersetzung. Das gilt insbesondere bei Comics. Ich habe bestimmt über hundert Superheldencomics ins Deutsche übersetzt - und musste damit klarkommen, dass Deutsch nun mal viel mehr Buchstaben und damit wertvollen Platz in Sprechblasen braucht als Englisch. Ohne den Mut, sich freizuschwimmen, ist man da verloren. Außerdem ist das Übersetzen von Comics vielleicht die beste Schule für knappe und treffende Dialoge.
GN: Abgesehen vom Wichtigsten, der außergewöhnlichen Qualität deiner Geschichte: Wie hast du deinen Verlag überzeugt, nicht nur einen einzelnen Roman, sondern direkt eine Trilogie zu veröffentlichen? Und was hast du vor Vertragsunterzeichnung vorgelegt: Exposé und Textprobe? Oder hattest du bereits große Teile des Textes fertig?
FB: Von Sascha kamen keinerlei Vorgaben, ich hatte völlige Freiheit - was mir sehr entgegenkam, denn ich hatte in diesem Augenblick nicht mehr als die vage Idee, einen Roman auf der Erde und in der nahen Zukunft anzusiedeln. Nun, die Idee hat sich innerhalb kurzer Zeit zu dem "Aliens-kommen-und-verflucht-noch-mal-sie-tun-nichts!"-Szenario verdichtet. Ich habe ein Konzept auf knapp zwei Seiten eingereicht, Sascha hat es kommentiert, ich habe es nachgebessert und präzisiert - und das war es. Später habe ich auch noch Probekapitel an Sascha geschickt, aber das war nicht vom Verlag verlangt, sondern von mir gewollt, um Feedback zu bekommen. Und das hat auch geklappt: Ursprünglich hatte ich den Roman nur zwanzig Jahre in der Zukunft angesiedelt. Sascha hat mich dann darauf hingewiesen, dass das Szenario sich zu futuristisch für diesen Zeitpunkt anfühlt. Und er hatte Recht: Ich habe daraufhin die Handlung fünfzig, sechzig Jahre in die Zukunft verlegt - und plötzlich fühlte sich die Sache richtig rund an.
Gleich eine Trilogie statt eines Romans kam auf Wunsch von Sascha zustande. Ein paar Wochen, nachdem ich das Konzept eingereicht hatte, rief er an und schlug vor, eine Trilogie daraus zu machen. Ich war mir, ehrlich gesagt, unsicher, ob ich das will. Aber am Ende habe ich mir einen Ruck gegeben und es gemacht. Und im Rückblick war es die richtige Entscheidung. Eine der Säulen, auf denen "Alien Earth" ruht, ist das Breitwandpanorama unserer Zukunft - und das braucht eben Platz.
Natürlich spielten bei der Entscheidung auch wirtschaftliche Gründe eine Rolle. Man muss das ganz nüchtern sehen: Die Konkurrenz auf dem Buchmarkt ist riesig, und ein einsames SF-Taschenbuch landet unter Umständen schneller auf dem Ramschtisch, als man es geschrieben hat ... Eine Trilogie dagegen hält die Bände länger in den Regalen.
GN: Wie lief die Zusammenarbeit mit dem Verlag und deiner Lektorin im Besonderen? Welche Tipps würdest du angehenden AutorInnen für den Umgang mit Verlagen geben?
FB: Die eigentliche Lektoratsarbeit machte Angela Kuepper - und sie machte sie ausnehmend gut. Mit einem Autor an seinem Manuskript zu arbeiten braucht viel Fingerspitzengefühl. Als Lektor hat man die Aufgabe, dem Autor die schlechten Nachrichten zu überbringen: "Das Kapitel hier funktioniert leider nicht", "Hier ist noch mehr drin" oder
einfach "Was willst du bitteschön damit sagen? Ich kapiere das nicht!". Mit anderen Worten: genau das, was ich als Autor nicht hören will. Man muss also die Kritik richtig verpacken und so dosieren, dass sie den Autor nicht in Verzweiflung stürzt, sondern ihm oder ihr ein
Ansporn ist. Angela hat das großartig gemacht. Ohne sie hätte ich das Potential von "Alien Earth" weit weniger ausgeschöpft.
Was die Tipps angeht: Das Allerallerallerwichtigste ist die Qualität des Textes. Stimmt die nicht, muss man sich über den Rest keine Gedanken machen. Stimmt sie, gibt es eine einfache Regel: Nicht vergessen, dass der Empfänger im Verlag ein Mensch ist. Und Menschen mögen Freundlichkeit, Pünktlichkeit, Zuverlässigkeit und Manuskripte, über die der Autor mit der Rechtschreibprüfung drüber gegangen ist ...
- Ende des ersten Teils -

