Schon als Jugendlicher wurde Oliver Scholl, der 1964 in Stuttgart geboren ist, auf die deutschsprachige PERRY RHODAN-Serie aufmerksam. »Die Weltraum-Abenteuer faszinierten mich von Anfang an«, erzählt er. »Vor allem die Raumschiffe auf den Titelbildern strahlten einen besonderen Reiz aus.« Kein Wunder, dass er bereits im Alter von 14 Jahren seine ersten Schwarzweiß-Zeichnungen für Fan-Zeitschriften anfertigte.
Seine Arbeiten wurden immer besser und detaillierter, und bereits in den frühen 80er Jahren gehörte Scholl zum Team der PERRY RHODAN-Risszeichner, die in ihren Grafiken die Technik des »Perryversums« darstellen. Seine wichtigste Arbeit war wohl das Design des Raumschiffs
Die Faszination für Technik und Design führte Oliver Scholl zu einem Studium für Industrie Design und Produktgestaltung; in dieser Zeit arbeitete er auch als freier Illustrator für Werbeagenturen in Deutschland. Der Science Fiction blieb er aber mit seinen Weltraumbildern weiterhin erhalten. Die Zusammenarbeit mit dem ebenfalls aus dem Großraum Stuttgart stammenden Regisseur Roland Emmerich an der Produktion von »Moon 44« brachte Oliver nach Abschluss seines Studiums nach Hollywood.»Ursprünglich wollte ich bloß ein paar amerikanische Firmen auf meiner Kundenliste bringen, um dann in Deutschland einen besseren Einstieg zu haben«, gesteht der Designer heute. Doch der »Einstieg« in Hollywood lief zu gut, Oliver arbeitete an Projekten für 20th Century Fox, Universal, Dreamworks, Warner Brothers, Sony und andere Firmen. Der Markt für sein Talent war somit in Amerika, nicht mehr in der Heimat.
Als Production Designer war er seitdem für verschiedene Hollywood-Großproduktionen verantwortlich, darunter die Science-Fiction-Filme »Independence Day«, »Godzilla« und »The Time Machine«. Scholl erläutert seinen Beruf folgendermaßen: »Generell geht es darum, das visuelle Design eines Films zu entwickeln und die Umsetzung zu überwachen, unabhängig davon, welche Abteilung der Filmproduktion das eigentliche Element zum Film beisteuert. «
Die Kontakte zur deutschen Heimat hat Oliver Scholl, der mit seiner Frau und zwei Kindern in Los Angeles lebt, nie abreißen lassen. Das Angebot, für den geplante Zyklus PERRY RHODAN - ANDROMEDA die Titelbilder zu gestalten und dabei auch neue Raumschiffe zu entwickeln, kam überraschend: »Die alte Faszination für die Serie war aber sofort wieder da!« Scholls Illustrationen zieren die sechs Titelbilder der Serie, die vom November 2002 bis zum April 2003 im Münchener Heyne-Verlag erscheinen werden.
Sie wurden auf einem MacIntosh Powerbook erstellt. Oliver Scholl erläutert die Technik folgendermaßen: »Die Raumschiffe sind Drei-D-Computermodelle, erstellt in AutoDesSys FormZ, für die Komposition und Effekte nahm ich Adobe Photoshop, für die gemalten Übergänge sowie zusätzliche Detail-Elemente benutzte ich Procreates Painter.«

