Michael H. Buchholz


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Der Weltenbastler

Mit der Science Fiction in Berührung kam der 1957 in Hannover geborene Michael H. Buchholz erstmalig im Alter von zehn Jahren – im Fernsehen lief 1967 die Erstausstrahlung der legendären Serie »Raumpatrouille«. So waren es die zwei Jahre später erscheinenden »Raumschiff Orion«-Taschenbücher des PERRY RHODAN-Autors Hans Kneifel, die ihn zur literarischen Seite der SF zogen. »Schon damals ist der innige Wunsch in mir entstanden, eines Tages selbst phantastische Geschichten zu schreiben«, erinnert sich der Autor. »Auch wenn ich nicht die geringste Ahnung davon hatte, wie das geht.«

Zur weltgrößten SF-Serie PERRY RHODAN verhalfen ihm zwei Zufälle. Zum einen entdeckte er während eines Nordseeurlaubs diverse ATLAN-Hefte in einem Kiosk auf der Insel Juist, von denen einige von Hans Kneifel verfasst waren. Über diesen Seiteneinstieg ins Perryversum war der Schritt zur Originalserie nicht mehr weit, die er seit 1971 regelmäßig las. Denn im Hause eines Schulfreundes lagerten die ersten 400 Bände, und es war für ihn »wie an einem nicht enden wollenden Buffet zu naschen, jeden Tag ein neues Heft«, wie er sich verklärt erinnert.

In die Fan-Szene lockte ihn ein Aufruf in den PERRY RHODAN-Clubnachrichten. Ein gewisser Rüdiger Schäfer suchte Mitautoren für die damals noch ungeborene »ATLAN-Fanzine-Serie«. Das war der Beginn einer seitdem währenden Freundschaft, die auch zur Quelle zahlreicher schriftstellerischer Projekte wurde. Für die zunächst als Heft und später mehrfach in Buchform herausgegebene Serie mit Fanromanen schrieb Buchholz sechs Romane und eine Novelle; er verfasste zusammen mit Rüdiger Schäfer die Exposés für die Serie.

Neben seinem Broterwerb und inspiriert durch seine berufliche Tätigkeit als Management- und Persönlichkeitstrainer verfasste Buchholz auch vielbeachtete Lebenshilfe-Ratgeber, darunter die Longseller »Alles was du willst« und »Tu was du willst«. Sie kamen in hohen Auflagen in den Handel und erscheinen noch heute. Ein Hörbuch folgte, ebenso ein Kartenset zum Intuitionstraining und Artikel in verschiedenen Zeitschriften.

Mit dem Jahr 2004 kam der professionelle Einstieg in die Science Fiction: Es erschienen Romane in den ATLAN-Miniserien »Obsidian« und »Dunkelstern«. Nach der Einstellung der Miniserien folgte 2007 das ATLAN-Taschenbuch »Acht Tage Ewigkeit«. Die Kollegin Uschi Zietsch – bekannt auch als Susan Schwartz – holte ihn im selben Jahr in das Team zur SF-Serie »SunQuest«, für die er gemeinsam mit Rüdiger Schäfer einen Band beisteuerte.

Buchholz ist nicht nur als SF- und Sachbuch-Autor tätig, sondern er hat sich auch »mit ganzem Herzen und Haut und Haaren«, wie er selbst sagt,  der High Fantasy verschrieben. Seit den späten siebziger Jahren entwirft, bastelt und feilt er an seiner komplexen Welt Kringerde. Sie bildet den Hintergrund seiner seit 2013 bei Bastei Lübbe erscheinenden Buchreihe »Gilwenzeit«, die er unter dem Pseudonym Robert M. Talmar schreibt. Die ersten beiden Romane sind unter den Titeln »Der vergessene Turm« und »Der verlorene Brief« bereits erschienen, der dritte Band, »Die verruchten Pfade«, kommt am 15. August 2015 heraus. Weitere Bände und Taschenbuchausgaben sind in Vorbereitung.

Trotz seiner schweren Erkrankung – im für ihn schicksalshaften Jahr 2013 wurde bei Buchholz ein lebensgefährlicher Kehlkopftumor festgestellt – blieb der Schriftsteller dem Schreiben treu. Die Druckfahnen für die ersten beiden Fantasy-Bücher redigierte er noch im Krankenhaus. Eine sich anschließende Chemo- und Strahlentherapie schien den Krebs zunächst besiegt zu haben. Aber die Krankheit kehrte unerwartet zurück. Nach diesem neuerlichen Schicksalsschlag im Herbst 2014 verfasste er unmittelbar vor der ersten schweren Operation zur Kehlkopfentfernung die Hälfte des PERRY RHODAN NEO-Bandes 89, dessen zweite Hälfte dankenswerter Weise Rüdiger Schäfer beitrug.

»Ich sehe die Krankheit nicht als Bürde«, schreibt der Hannoveraner nach sechs weiteren glücklich überstandenen Operationen. »Ich sehe sie vielmehr als Chance und Bereicherung, so verrückt sich das anhört. Denn irgendetwas hat das alles in mir ausgelöst oder vielmehr freigesetzt. Plötzlich bin ich des Englischen mächtig, ohne dass ich weiß, wieso. Ebenso kann ich mit einem Mal kochen, und das auf erfreulich hohem Niveau. Und die vielleicht größte Freude bereitet mir die ebenso unerklärlich wie schlagartig freigesetzte Fähigkeit des Malens, die mir über die schwere Zeit hinweghalf. Über 120 Bilder sind seit September 2014 entstanden, von mir, der ich vorher kaum ein Strichmännchen zeichnen konnte, sie sind förmlich aus mir herausgepurzelt, und ich stehe selbst sprachlos staunend davor.«

Da Michael H. Buchholz durch den erlittenen Stimmverlust seinen Brotberuf nicht mehr ausüben kann, ist er seit 2013 nur noch als freier Schriftsteller tätig. Unter Pseudonym veröffentlicht er beispielsweise umfangreiche Fantasy-Romane.

Sein Engagement für PERRY RHODAN NEO steigerte er im Verlauf des Jahres 2015. Zusammen mit Rüdiger Schäfer ist er ab Band 101 für die Exposés der Science-Fiction-Serie verantwortlich.