Michael Wittmann


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Gezeichnete Fantasien

Der Jugendliche, der »damals« in Wien Comics und Heftromane las, träumte wie so viele von imaginären Welten. Einen Teil seiner Träume konnte er mittlerweile verwirklichen. In seinen Zeichnungen setzt er fantastische Szenen aus Fantasy- und SF-Romanen um; anfangs der 80er Jahre für die Fantasy-Serie MYTHOR, heute für PERRY RHODAN. Der 1959 in Wien geborene Michael Wittmann ist seit seiner frühester Jugend ein Comic-Fan. »Vor allem die amerikanischen Superhelden haben mich als Kind beeindruckt«, erinnert er sich heute. »Zuerst die alten Batman-Geschichten von Bob Kane, später die Fantastischen Vier von Jack Kirby.« Mit etwa zwölf Jahren entdeckte er die fantastische Literatur, zunächst in Form von Heftromanen. Der Jugendliche las Reihen wie PERRY RHODAN oder die damals neue Fantasy-Serie DRAGON.

Da auf den Leserseiten der DRAGON-Hefte regelmäßig Hinweise auf den Fantasy-Club Follow erschienen, wurde Michael Wittmann neugierig. Er schrieb den Verein an und packte einige - wie er heute sagt - »dilettantische Zeichnungen heroischer Schwertkämpfer« bei. Als Antwort bekam er einige Fan-Zeitschriften sowie Informationen über Follow und das Fandom. Es begann eine relativ typische »Fan-Karriere«: Wittmann wurde Mitglied bei Follow und besuchte bald auch den Wiener SF-Stammtisch, der Mitte der 70er Jahre recht aktiv war. Seine Zeichnungen erschienen in Fanzines wie Andromeda, Follow oder Magira, er schrieb Artikel und besuchte Cons.

Zur professionellen Arbeit brachte ihn der Wiener Autor Ernst Vlcek: »1980 hat mich Ernst bei einem Treffen der Wiener SF-Gruppe auf MYTHOR aufmerksam gemacht. Ernst hatte gerade die Verantwortung für diese Serie übernommen und wußte, daß die Redaktion neue Innenillustratoren ausprobieren wollte. Er fragte mich, ob ich nicht einen weißen Wolf, ein weißes Einhorn und einen weißen Adler zeichnen könne. Ich konnte - und das war meine Eintrittskarte als Innenillustrator.« Bis zur Einstellung der Serie lieferte Wittmann für mehrere MYTHOR-Romane die Illustrationen.

Es folgte eine fruchtbare Tätigkeit als Comic-Zeichner, hauptsächlich für das in Wien erscheinende Fachmagazin Comic Forum, es gab einige Ausstellungsbeteiligungen und Einzelausstellungen. Damit nicht genug: »Beeinflußt vom didaktischen Konzept der Schreibwerkstätten begann ich, an Volkshochschulen eine Comic-Werkstatt anzubieten. Auf Anfrage von Lehrern veranstaltete ich in Schulen Comic-Workshops mit Schülern.«

Seine »normale bürgerliche Laufbahn« verlor Wittmann dabei nicht aus den Augen. Er absolvierte seinen Zivildienst beim Wiener Roten Kreuz, schloß das Studium der Rechtswissenschaften ab und trat in den Bundesdienst ein. Bis heute ist er in wechselnden Bereichen als Jurist in der österreichischen Ministerialbürokratie tätig. Er lebt in Wien, wie er ironisch anmerkt, »zusammen mit meiner Frau und ständig wachsenden Ansammlungen bedruckten Papiers.«

Aus der Comic-Leidenschaft seiner Jugend wurde längst ein umfassendes Interesse an bildender Kunst und Illustration. »Ich kann mich für Bilder begeistern wie sonst für kaum etwas. Besonders angetan haben es mir die Illustratoren vergangener Jahrhunderte, von denen Gustave Doré wohl der bekannteste ist, die Meister des japanischen Farbholzschnitts und frühe illustrierte Humormagazine wie die Fliegenden Blätter und der Simplicissimus. Diese historischen Vorbilder haben mich wahrscheinlich ebenso beeinflußt wie die amerikanischen Comiczeichner der 60er und 70er Jahre.«

Seit einiger Zeit bemüht sich Wittmann auch darum, sein Zeichentalent kommerziell zu nützen. Seit 1996 entstanden Comics und Cartoons für Kundenmagazine, Mitarbeitermagazine und Branchenzeitungen, Karikaturen von anwesenden Personen bei Firmenfesten und Messen, Layouts und Storyboards für die Werbewirtschaft.

Der aktiven Fan-Szene hat sich der Wiener ebenfalls wieder angeschlossen. Er ist wieder bei Follow und geht gerne zum Wiener PERRY RHODAN- Stammtisch. Womit sich ein weiterer Kreis schließt: Auch wenn Wittmann als seine Lieblingsautoren in der Science Fiction vor allem Philip K. Dick und J. G. Ballard bevorzugt, gehört die PERRY RHODAN-Serie zu seinen Wurzeln.

»An der Serie faszinieren mich vor allem die vielen außerirdischen Lebewesen wie Blues, Maahks oder Topsider, die ich alle irgendwann zeichnen möchte«, so Michael Wittmann. »Johnny Brucks unerschöpfliche Bilderphantasie hat sicher wesentlich zum Erfolg der PERRY RHODAN-Serie beigetragen. Es freut mich sehr, daß ich mit meinen Innenillustrationen an der Weiterentwicklung der PERRY RHODAN-Bildwelten mitmachen kann.«