Der Exposéautor zu PERRY RHODAN-Terminus – Teil eins

08.05.2017 08:00

Ein Werkstattbericht von Uwe Anton in fünf Teilen

PERRY RHODAN-Autor Uwe Anton

Die Miniserie PERRY RHODAN-Terminus ist gestartet, der erste Roman ist im Handel, die Leser wissen also Bescheid über das, was sich die Autoren ausgedacht haben. Die Exposés für die Serie schrieb Uwe Anton – in einem Werkstattbericht erzählt er von der Arbeit daran. Wegen seiner Länge haben wir diesen Bericht in fünf Teile gegliedert. In dieser Woche bringen wir an jedem Tag einen Teil ...

Köln am Rhein – die erste Hälfte:

»Die Miniserie spielt zwischen Band 400 und 401. Ein Jahr lang gelten die Erde und das Solsystem als vernichtet«, lese ich, wenn ich nun nachschlage, in meinen ersten Notizen zu der Miniserie, die später den Titel PERRY RHODAN-Terminus tragen wird. Der Entwurf stammt vom Chefredakteur Klaus N. Frick.

Eine interessante Zeit, denke ich. Da kann ich endlich jemanden »Sir, jawohl, Sir, Herr Großadministrator!« zu Perry Rhodan sagen lassen. Das habe ich mir schon immer gewünscht, war das doch der normale Tonfall in PERRY RHODAN, als ich anfing, die Serie zu lesen.

Klaus und ich sitzen irgendwann bei einem »konspirativen Geheimtreffen« in Köln, in einem Café direkt am Rhein, einer Touristenfalle natürlich, aber wir sind nicht hier, um das Wetter zu genießen, das uns mit viel Sonne beschenkt, oder gar den Cappuccino, den zumindest ich in größeren Mengen trinke, bevor ich mich meinem Gegenüber anschließe und zu Apfelschorle wechsle. Wir wollen über die neue PERRY-RHODAN-Miniserie sprechen, die auf PERRY RHODAN-Jupiter folgen wird. Einen Titel haben wir noch nicht, der heißeste Favorit ist momentan PERRY RHODAN-Laurin, nach dem »Fall Laurin«, der dafür verantwortlich zeichnet, dass das Solsystem als vernichtet gilt.

Uns qualmen die Köpfe, und die wenigen anderen Gäste zu dieser frühen Stunde – das Café hat gerade erst geöffnet – werfen uns gelegentlich seltsame Blicke zu, wenn wir zu laut und enthusiastisch diskutieren.

Glücklicherweise sprechen wir keinen Thriller durch, der einen Anschlag auf den Kölner Dom zum Thema hat, sonst würden wir das Gespräch wohl kaum ohne eine Unterbrechung durch staatliche Institutionen fortsetzen können. Nicht in Köln, nicht nach den noch immer weitgehend ungeklärten Ereignissen der vergangenen Silvesternacht am Hauptbahnhof.

Wobei Hauptbahnhöfe in diesem Werkstattbericht auch eine gewisse Rolle spielen.

Weiter in den Notizen: »Zwei Hauptfiguren stranden gleich im ersten Band im offenen Weltraum des Solsystems: zwei junge Raumsoldaten aus dem Imperium Dabrifa. Die eine Person ist eher fanatisch und steht auf Seiten des Imperiums, die zweite ist eher kritisch – sie stammt von der Heimatwelt des Imperators und ist mit ihm entfernt verwandt.« Die wichtigsten Nebenfiguren hätten wir also. Aber junge Raumsoldaten tragen keine Miniserie. Sie müssen noch etwas mehr »können«.

»Da die beiden Soldaten durch die Zeitschleuse eine Millisekunde lang von Zeiteffekten betroffen waren, unterliegen sie ab diesem Punkt einer Art Zeitverwirrung.« Das ist es! Die Zeitschleuse haben wir zwar abgeändert, aber der Kern der Handlung ist da.

Jetzt fließen unsere Gedanken, ein Satz ergibt den anderen. Was, wenn die beiden durch den Kontakt mit dem Antitemporalen Gezeitenfeld durch die Zeit springen? Nehmen wir doch einen Mann und eine Frau, so etwas birgt immer potenziellen Zündstoff. Die Frau springt in die Zukunft, der Mann in die Vergangenheit.

Aber wie weit gehen die Zeitsprünge? Interessanter sind natürlich die in die Zukunft. Was wird die Frau dort sehen? Sprünge ans Ende der Zeit? Nein, das Ende der Zeit behandeln wir demnächst in der Erstauflage. Nur ein paar Jahre in die Zukunft ... Was war da los im Perryversum?

Der Schwarm kommt in die Galaxis, deren Bevölkerung verdummt wird. Eine wichtige Rolle spielen außerdem die Cynos mit ihrem Heimlichen Imperium.

Bei den Cynos ist man geneigt, einen alten Werbespruch leicht abzuwandeln. »Die Geschichte der Cynos ist eine Geschichte voller Missverständnisse – und auch heute noch ist dieses Thema für viele Leser und Autoren ein Tabu.«

Genau, das muss recherchiert werden – das Heimliche Imperium war in den 500er-Bänden eigentlich nur ein verschwommenes Gerücht, wurde nie exakt definiert. Was genau war das Heimliche Imperium? Worin lag seine Macht begründet? Gab es da nicht zwei Strömungen, waren die Cynos nicht untereinander verfeindet? Mir schwante, dass da wirklich noch viel Recherche auf mich wartete ...

Eine Touristenfalle am Rhein ist nicht der richtige Ort für Recherchen. Außerdem näherte sich die Mittagszeit mit schnellen Schritten. Wir bestellten Pasta, die überraschend gut war, und wechselten zuerst das Thema und dann die Lokalität.

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