Darüber, inmitten der mächtigen Wasserfälle, nicht mehr an Land und noch nicht im Meer, nicht in der Luft und dennoch dem Himmel näher als der Erde, lag Pur Straviente, die Regenstadt, die Stadt in der Gischt. Eine Stadt, deren verwegene, den Elementen trotzende Architektur zugleich ihre beste Tarnung war. Erst wenn man näher kam, schälten sich die Konturen so filigraner wie tragfähiger Gitterstrukturen aus den Fluten des stürzenden Stroms. Die Trägerskelette aus durchsichtigem Morphit überwucherten die gesamte Höhe der Steilküste und stemmten sich gegen die tonnenschweren Wassermassen, die über sie hinwegtosten. Das weitverzweigte Morphitgerüst diente den halborganischen Gebäuden der Regenstadt als Aufhängung. Wie die Nester von Schwalbentauchern hingen die Tropfenkokons, die eiförmigen Dome und traubenartigen Kugel-Konglomerate in den überhängenden Felswänden. Hie und da ragten stengelgleiche Auswüchse aus der Gischt und endeten in blattförmigen Balkonen und Terrassen, die Hunderte Meter über dem Grund der tosenden Wasserfälle durch einen permanenten Sprühregen schwebten. Pur Straviente, die Schaumgetaufte, die Stadt, in der das Lachen geboren wurde. |