Suche

Related Links


Anzeige

Die Siedler von Vulgata



Die Bitte um Asyl
gezeichnet von Michael Wittmann


Hatte Gott diese Geschöpfe absichtlich abstoßend geschaffen, damit andere vor ihnen gewarnt waren? Die eitrige, glänzende Haut - sie sahen damit den Unken ähnlich, die man nicht berühren durfte, weil das Gift ihrer Haut Schmerzen und Krämpfe bereitete. Die gebeugte Haltung! Sprungbereit waren sie. Und sie leckten sich fortwährend die Schnauzen, als müssten sie ihren Appetit zügeln, und befeuchteten die Nasen, um ihn besser wittern zu können. Sein Instinkt sagte ihm, dass es sich um eine intelligente Form von Raubtieren handelte.
»Uns bleibt nicht viel Zeit.« Velved Karwai blähte die Nüstern. »Ich muss umgehend mit eurem Kommandeur sprechen, sonst bricht ein großes Unglück herein.«
»Ich verstehe.« Welches Raubtier bat darum, den Kommandeur sprechen zu dürfen? Er war doch vorbereitet worden auf diesen Augenblick! Niemand wusste so gut wie er, dass es andersartige Intelligenzen im Universum gab. Der Text über die Cherubim letzte Nacht - war es ein Zufall gewesen, dass er auf ihn gestoßen war? Sicher nicht. »Sage mir, wie heißt dein Volk? Wie nennt ihr euch?«
»Wir sind Galchinen.« Das Wort »Galchinen« sprach die Bestie merkwürdig aus. Sie bleckte die Zähne dabei und streckte ihre breite, pockenbesetzte Zunge nach vorn. Es war sicher ungewohnt für sie, ihr Volk in Interkosmo zu bezeichnen.

aus Die Siedler von Vulgata
von Titus Müller

Drucken  |  Senden  | Empfehlen: